Pegida-Jubiläum: Protest als Belästigung in der Wohlfühl-Republik

Markus Gärtner

Deutschlands Massenmedien haben sich am Montag zur Jubiläumskundgebung der Pegida-Bewegung von ihrer besten Seite gezeigt. Das in Dresden entstandene Bündnis hat sich in jüngster Zeit radikalisiert. Dort marschieren jedoch weiterhin Tausende von Menschen aus der bürgerlichen Mitte mit, weil sie in dieser Republik derzeit keine andere Plattform haben, um ihren Unmut zu artikulieren. Unabhängig von diesem Sachverhalt wird erneut pauschal gegen die gesamte Bewegung gehetzt.

Obwohl es offenbar auf beiden Seiten in Dresden zu Ausschreitungen kam, bemüßigte sich Focus,die Situation wie folgt darzustellen: »Reporter hatten beobachtet, wie Pegida-Anhänger Polizisten mit Böllern angriffen.«

Zur Gegenseite: »Dem Gegenprotest schlossen sich demnach viele Familien mit Kindern und auch Mitarbeiter der Semperoper an.« Soll sagen: Hier die Krawall-Geigen, dort die Friedensbewegten.

Dieser inszenierte Kontrast erinnert an die Bilder von syrischen Kindern mit Kulleraugen, die in TV-Nachrichtensendungen bevorzugt gezeigt werden, obwohl vier Fünftel des Flüchtlingsstroms aus jungen Männern bestehen.  – Propaganda wie diese wird inzwischen schamlos angewandt.

Auch in der Tagesschau wird mit altbekannten Bildern und Pauschalisierungen gearbeitet, wenn der »Jahrestag der fremdenfeindlichen Bewegung« berichtet wird. Welches gestörte Verhältnis die Leitmedien dieses Landes zur Demokratie haben, wurde in einem Bericht auf der Webseite der ARD-Nachrichtensendung deutlich:

Wie der als Redner aufgetretene Autor Akif Pirincci »wandten sich auch andere Redner gegen demokratische Parteien«, wurde dort festgestellt.

Ein Hinweis, der freilich nicht nachrichtenwürdig ist, denn Demonstrationen haben es meist so an sich, dass sie sich gegen etablierte Parteien oder Regierungen und deren Politik stellen.

Dass sie es hierzulande können, ist grundgesetzlich verankert. Dennoch wird es im Tagesschau-Text wie ein Vergehen gegen die Grundordnung dargestellt.

Im Spiegel wird der »Hass auf die da oben, Hass auf das Fremde« hervorgehoben, was die Bewegung als Mob diskreditieren soll, der seine Wut ebenso unberechtigt wie unmotiviert und willkürlich ablädt.

Eine Bewegung, die seit ihrem Bestehen ganz überwiegend friedlich durch die Straßen zieht, wird hier so dargestellt: »Die Schilder und Transparente der Demonstranten, ihre Sprechchöre, die Rhetorik auf der Bühne – sie zeugen nicht von Friedfertigkeit.«

Gezielt wird in den Berichten des Mainstreams auch ein Zusammenhang der Pegida-Märsche mit dem feigen Attentat auf Henriette Reker in Köln hergestellt, obgleich es noch keinen abschließenden Polizeibericht gibt, der Auskunft über die Motive des Täters gibt. Vorverurteilungen? Kein Problem, wenn es der »gerechten« medialen und politischen Sache dient.

Der Spiegel zitiert aus einem Plakat des Protests in Dresden, »für unsere Kinder.« Das klinge vertraut in diesen Tagen, bemerkt das Blatt: »Ich tue es für Eure Kinder« habe auch der Täter in Köln gerufen, ehe er die Politikerin niederstach.

Die Süddeutsche beginnt ihren Bericht mit ausführlichen Schilderungen aus dem Lagezentrum der Polizei in Dresden. Übergeleitet wird in dem Bericht auf eine Stadt, die seit Pegida für viele ein »Plagezentrum« sei, in dem an diesem Montagabend »ein Schilderwald aus Albträumen« aufsteige.

Die Süddeutsche gibt ihrem Bericht als Schlagzeile gleich das Motto der Gegendemonstranten, »Herz statt Hetze« und macht damit keinerlei Hehl, auf wessen Seite sie sich schlägt. Objektive Berichterstattung? – Fehlanzeige.

Hier zeigt sich eine Medienlandschaft, die es mittlerweile gewohnt ist, jeglichen Protest in diesem Land zu diskreditieren und das Meinungsspektrum – wie es Handelsblatt-Chef Gabor Steingart kürzlich selbst zugab – auf die Größe einer Schießscharte zu reduzieren und dabei demokratischen Protest als Vergehen am politischen System zu verstehen.

Gegen Pegida lässt sich einiges einwenden. Doch die Darstellung der Bewegung ist nicht minder anstößig. Sie lässt um die politische Kultur und die Meinungsfreiheit in diesem Land fürchten.

http://info.kopp-verlag.de/

Dieser Beitrag wurde unter PEGIDA veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Ein Kommentar zu “Pegida-Jubiläum: Protest als Belästigung in der Wohlfühl-Republik

  1. Hat dies auf Freiheit, Familie und Recht rebloggt und kommentierte:
    Pegida ist das Ventil des Volkes, welches seinen Frust gegen die Willkür und die Diktatur diese Mafia-Nichtregierungsorganisation
    zum Ausdruck bringt. Natürlich wird wird Pegida von den Medien
    und der Politik schlecht geredet. Dr ständige Zuwachs von Pegida
    bringt sie zum fürchten!

    Liken

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s