Lobbyismus: Spiele mit Macht

Wir haben ein grundsätzlich falsches Wirtschaftssystem

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Die einen sagen, es hätte uns seit dem 2. Weltkrieg Wohlstand und Frieden gebracht. Denen kann man problemlos entgegenhalten: Seht über die Grenzen und euren beschränkten Horizont hinaus in die Welt und seht, was unser Wirtschaftssystem dem Rest der Welt gebracht hat. Es hat den Menschen, vor allem in den weniger entwickelten Ländern, während der letzten 70 Jahre die Katastrophe gebracht.

Die stabilen regionalen Gemeinschaften der Naturvölker gibt es so nicht mehr. Die einzigen Menschen, die derzeit in der Lage wären, mit der Natur nachhaltig im Einklang zu leben, sind ihrer Lebensgrundlage enteignet worden und werden es noch. Sie wurden systematisch „verwestlicht“ von der westlichen Wertegemeinschaft, die davor steht, seine eigene Lebensgrundlage in Luxus zu verkonsumieren. Von uns sozusagen, denn aus mangelnden Kenntnissen über die wirklichen Zusammenhänge heraus legitimieren wir unsere Regierungen oder wir lassen sie gewähren.

Man möge sich informieren über unser Wirken in anderen Ländern und wohin das Wachstum unseres Wohlstands woanders auf der Welt geführt hat und weiterhin führen wird, alles unter dem Deckmantel der Globalisierung. Und unter den Segnungen der Freihandelsabkommen soll es nun noch einen Schritt weitergehen, wahrscheinlich in Richtung einer weltweiten Freihandelszone, wahrscheinlich mit einem bestimmten Dominator, so scheinbar die Vorstellung.

Großkonzerne und Investoren stehen dahinter im Verborgenen und betreiben ihre Spielchen mit dem ganzen Geld und denken nicht daran, auf irgendwas oder irgendwen Rücksicht zu nehmen. Welcher Wirtschaftszweig es auch sein mag, in welchem Land sein Sitz auch sein mag, überall bestimmen die Großkonzerne, wo es lang geht. Sie sind gewachsen und gewachsen und haben alles aus dem Weg geräumt, was an kleineren Konkurrenten schon vorher dort war. In diesem System hat der Kleinere immer den Nachteil der geringeren Kapitalausstattung und damit der fehlenden Macht weiteres Kapital anzuziehen.

Macht zieht Macht an, und Kapital zieht Kapital an. Daher vernetzen sich Großkonzerne, verstärken sich kumulativ, schließen sich zusammen, übernehmen sich gegenseitig, bündeln ihre Macht zu gigantische Monopolen. Mit dieser Machtkonzentration ist dann alles möglich. Globale Investitionen verteilen und als Gegenleistung Bedingungen diktieren, Regierungen bestechen und erpressen zum Ausverkauf der eigenen dem Volk gehörenden Besitztümer, Rechtsbeugung, Aufforderung zur Ausbeutung von Arbeitskraft und Ressourcen und globaler Ausbeutung von allem, was irgendwie Profit bringt, sowie die Initiierung geostrategischer Konflikte zur Brechung des Widerstands ganzer Länder.

Wir werden uns bald entscheiden müssen, ob wir dieses Spiel durch unsere Teilnahmslosigkeit weiter unterstützen wollen, denn am Ende wird nicht mehr viel übrig sein, worauf man etwas aufbauen kann. Denn besonders im Pharmasektor und in der Nahrungsmittelproduktion geht es um elementare Ansprüche der Menschen, Essen und Gesundheit. Wir alle kennen die Zustände im Gesundheitssystem und in der Landwirtschaft, und es ist nicht schwer, sich die weiteren Entwicklungen vorzustellen, wenn dem nicht irgendwann Einhalt geboten wird. Man wird uns keine Wahl mehr lassen, ob wir gesunde Lebensmittel essen wollen. Sie werden entweder zu selten oder zu teuer sein, wahrscheinlich beides.

Die Investoren und Großkonzerne bekommen zusätzlich, trotz riesiger Gewinne, Förderung zugeschustert von den Regierenden im Wirtschaftsministerium, wie der gesamten Großkonzern- und Investorensektor mit unseren Steuergeldern gehätschelt und getätschelt wird und überall auf der Welt nach Profitmöglichkeiten sucht und unzählige Katastrophen für die Menschen herbeiführt.

Wozu und wo soll das alles noch hinführen?

Die Großkonzerne und Investoren haben sich die Regierungen untertan gemacht, mit der gnadenlosen Ausnutzung des Kreditgeldsystems und der Bestechlichkeit. Alle haben Schulden, und wer Schulden hat, ist ein Schuldner und ist damit eine Abhängiger. Doch die Regierenden werden von uns legitimiert, um sich dann kaufen zu lassen und gegen die Menschen zu handeln?

Die Menschen werden sich entscheiden müssen, ob sie das alles wollen. Den Regierenden werden wir nicht mehr trauen können, denn es sind nicht die in der Regierung, denen man trauen kann. Es sind die in der Regierung, die den Großkonzernen und Investoren gefallen.

Die Großkonzerne und Investoren haben die Macht auf der Welt, nicht die von Menschen legitimierten Regierenden. Sie sind den Menschen nicht verpflichtet und sind auch moralischen und ethischen Standards nicht verpflichtet, sondern nur dem Profit und der Rendite. Für Demokratie muss man kämpfen, wenn man sie erhalten will. Es wird immer schwerer werden auf dem, was noch übrig bleibt, eine neue Lebensgrundlage aufzubauen.

Warum nicht jetzt die Verantwortung übernehmen, wo wir sie am Ende doch tragen müssen? Niemand sonst wird diese Arbeit für uns erledigen.

Bernd Engelking

https://buergerstimme.com/Design2/2015/10/lobbyismus-spiele-mit-macht/

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