Spiegel-Vizechef findet die deutschen Wutbürger »widerlich«

Da diese Wutbürger, das Pack, aber bald in der Mehrheit sein werden, wird sich der saubere Herr in eine Ecke verkriechen müssen. Und inzwischen sinkt der Absatz und sind und sinkt. Immer mehr Bürger meinen, daß der Spiegel ein zu dreckiges Lügenblatt ist und kündigen die Abos. So muß es sein.

Markus Mähler

Dirk Kurbjuweit hat 2010 die Hetzvokabel »Wutbürger« erfunden. Jetzt rechnet der Spiegel-Vize-Chefredakteur mit seinem verhassten Kind ab: Der Wutbürger ist in der Flüchtlingskrise noch radikaler geworden, »da wird es für mich schon widerlich«. Kurbjuweit behauptet, dass der Deutsche aus Egoismus auf die Straße geht, dass er »Lügenpresse« und Politiker verachtet. Beide »werden als eine Klasse betrachtet und das finde ich fatal«. Deshalb wünscht sich der Alpha-Journalist in einer öffentlich-rechtlichen Sendung des SWR einen neuen Deutschen, der »persönliche Interessen zurückstellt und für die Allgemeinheit ein Opfer bringt«.

Wer, ja wer hat die Deutschen bloß zu Wutbürgern gemacht? Die Medien können es doch nicht gewesen sein, oder? Sie verbreiten bloß Sonnenschein – jetzt vor allem für Flüchtlinge. Dafür haben sie sich sogar neu erfunden. Ganz besonders die BILD-Zeitung und sie verrät damit viel darüber, wie die Deutschen wurden, was sie sind: wütend über so viel verlogene Liebe im Land.

Das Blatt stachelt die Deutschen seit Jahrzehnten als Hetzorgan auf. Die Königin des Boulevards peitschte eine Hasswelle nach der anderen durch. Jetzt vergessen die Scharfmacher plötzlich ihr Geschwätz von gestern. Ausgerechnet der Springer-Boulevard setzt sich mit seiner »Wir-helfen«-Kampagne an die Spitze des deutschen Kampagnen-Journalismus für Flüchtlinge.

In Wahrheit reitet das Blatt eher auf dem Rücken der Migranten und wäscht damit seinen Namen rein. BILD-Chef Kai Diekmann hat dafür die Zeitung sogar zum »Bollwerk gegen Hass« erklärt.

Es gibt nur noch die Guten und die Wütenden
Aber spätestens hier setzt wieder die vertraute Springer-Wut-Dialektik ein: Wer bei uns nicht mitmachen will, gehört automatisch zum Feind. Die BILD schiebt mit ihrer grenzenlosen Liebe zu Flüchtlingen sogar einen ultralinken Fußballverein wie St. Pauli in die Ecke mit dem »Pack« und den »Dunkeldeutschen« – weil der Club die BILD-Kampagne nicht unterstützt.

Dieser Irrsinn ist ein sicheres Zeichen dafür, dass es nicht mehr stimmt in Deutschland. Es gibt nicht mehr links oder rechts, es gibt nur noch die Guten und die Wütenden. Das BILD-Universum dreht dabei sogar komplett durch: Sogar mit einer guten Sache schürt das Leitmedium Hass – und erntet vernichtende Kritik im Land. Die ist unter dem Twitter-Hashtag #BILDnotwelcomenachzulesen. Wutbürger oder nicht, das Gebaren der BILD-Zeitung finden viele einfach zu doppelzüngig.

Wer hat das Feuer angefacht?

Die Medien stürzen ein Land in den Wut-Wahnsinn. Die BILD treibt es dabei am schlimmsten, aber auch andere Leitmedien spielen mit: Es ist nur noch eine Meinung erlaubt. Wer anders denkt, muss auf die Straße gehen und kommt dafür an den Pranger. So radikalisiert man eine Öffentlichkeit. Geben das die Journalisten aber zu? Nein, sie waschen ihre Hände in Unschuld. Das Volk hat sich halt von selbst aufgehetzt.

Dabei ist der Fall deutlich: Wer startet immer neue Kampagnen? Wer dreht die veröffentlichte Meinung beinahe im Wochentakt um 180 Grad? Sie wird immer der politischen Großwetterlage angepasst. Für Flüchtlinge, gegen Flüchtlinge. Heute so, morgen ganz anders. Wer tut sowas, wenn nicht die Journalisten?

Alpha-Journalist trifft auf Wutbürger

Diese Schizophrenie der Medien macht auch die öffentlich-rechtliche SWR-Sendung »Leif trifft« vom 23. September so scheinheilig: Diesmal trifft der Journalist Leiff die Wutbürger im Land. Zum Beispiel Dietrich Elsner aus Mainz –»eigentlich ein freundlicher, besonnener Rentner«, bemerkt der Erzähler im Off. Der Vorzeige-Wutbürger erzählt dann über sich selbst: »Wütend macht mich, dass die Industrie oder die Großunternehmen mit der Politik gerade machen, was sie wollen, und die Bürger überhaupt keine Rolle mehr spielen.«

Hier gehts weiter:

http://info.kopp-verlag.de/hintergruende/enthuellungen/markus-maehler/spiegel-vizechef-findet-die-deutschen-wutbuerger-widerlich-.html

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