Bürger in Griechenland sollen Geld zu Banken zurückbringen

 Griechische Fahne über der Messara-Ebene, Kreta
17. September 2015  von griechenland-blog.gr 
 Die Griechen sollen ihr Geld zur Bank bringen, der ehemalige Finanzminister Tsakalotos erklärt, die Guthaben seien nicht sicher, und das Finanzamt nimmt alle Konten ins Visier.

Der stellvertretende Finanzminister Tryfonas Alexiadis rief die Bürger in Griechenland auf, die Gelder, die sie von den Banken abzogen und zu Hause in „Truhen“ und Matratzen aufbewahren, auf ihre Bankkonten zurück zu bringen.

Am vergangenen Montag (14 September 2015) in der Morgensendung des TV-Senders Mega sprechend versicherte Herr Alexiadis, jeder Bürger, der Geld zu der Bank zurück bringt, von der er es aus Angst (vor einem Grexit bzw. „Schnitt“ der Guthaben) abgehoben hatte, „kein Problem hat“ – womit er meinte, dass im Fall, wo es sich um Gelder handelt, die auf legale Weise erworben und besteuert worden sind, kein Grund zur Beunruhigung besteht, da sie nicht überprüft und (erneut) besteuert werden sollen. (Zu letzterem ist allerdings anzumerken, dass dies in der Praxis nicht zutrifft!)

Bis zu 10 Jahre zurückreichende Steuerprüfungen

Die Kontrollbehörden des Finanzministeriums, aber auch die Wirtschaftspolizei haben mittlerweile Zugang zu allen Daten der Bankkonten. Wie Herr Alexiadis betonte, droht dennoch keinem Steuerzahler Gefahr, sofern er die Herkunft seines Geldes erklären kann, jedoch werden große Steuerhinterziehungsfälle ins Visier genommen werden.

Wie der stellvertretende Minister anführte, ist das Dezernat für Wirtschaftskriminalität (SDOE) dabei, ein Verfahren zu vollenden, das die Daten der Steuererklärungen mit den Guthaben vergleicht. „Wenn jemand 2008 ein Einkommen von 50.000 Euro hatte, in dem selben Jahr jedoch 500.000 auf ein Konto einzahlte, wird er aufgefordert werden, diese Differenz zu rechtfertigen. In diversen Fällen können wir bis zu zehn Jahre zurück gehen„, unterstrich er charakteristisch.

Steuerfahnder nehmen Bankguthaben ins Visier

Informationen zufolge werden sich im Visier der Kontrollbehörden Guthaben von über 100.000 – 200.000 Euro befinden. Die Prüfer werden erforschen, ob die sich auf den Bankkonten der Steuerzahler befindlichen Beträge auch bei den Steuerbehörden deklariert worden sind. Falls Differenzen ausfindig gemacht werden, also die in der Steuererklärung deklarierten Beträge geringer als die auf den Bankkonten befindlichen Beträge sind, wird der Steuerpflichtige aufgefordert werden, die Differenz zu rechtfertigen. Sofern er das nicht schafft, wird er sich mit der Verhängung von Steuern mit dem Satz konfrontiert sehen, der in dem Jahr galt, für das die Differenz ausfindig gemacht wurde.

Allerdings ist bisher noch nicht der Modus gefunden worden, mit dem den Einkommen begegnet werden soll, die Steuerpflichtige aus dem Verkauf von Immobilien zu über den Einheitswerten liegenden Preisen (in den meisten Verträgen wird der Einheitswert und nicht der reale Preis angeführt) sowie auch aus Aktiengewinnen erwarben, angesichts der Tatsache, dass die Bürger in den vergangenen Jahren nicht verpflichtet waren, diese Einkommen in ihrer Steuererklärung anzugeben. Laut Informationen wird erwartet, dass das Ministerium für die beiden vorstehenden Fälle eine für die Steuerpflichtigen günstige Lösung geben wird.

Evklidis Tsakalotos: Bankguthaben sind nicht völlig sicher

Laut dem (bei den anstehenden Wahlen am 20 September 2015) kandidierenden Abgeordneten und ehemaligen Finanzminister Evklidis Tsakalotos sind jedenfalls die Guthaben bei den griechischen Banken derzeit nicht völlig sicher. Wie er anführte, werden die Bankguthaben erst dann zu 100% sicher sein, wenn bis zum 01 Januar 2016 die Rekapitalisierung der griechischen Banken erzielt wird, und sofern die Klippe der ersten Bewertung überwunden wird und eine Regulierung der Verschuldung erfolgt, wird dann der Grexit, sofern er nicht zwischenzeitlich erfolgte, niemals geschehen.

„Big Brother“ bei den Bankguthaben

Derweilen werden die Kontrollbehörden und die Wirtschaftsstaatsanwälte mittels einer E-Mail innerhalb von 24 Stunden die vollständigen und detaillierten Bewegungen der Konten (Einzahlungen, Abhebungen, Zahlungen usw.) konkreter natürlicher Personen und Unternehmen in den Händen haben, die als verdächtig gelten, Einkommen zu verbergen und „Schwarzgeld“ zu bewegen.

Weiterlesen bitte hier:http://www.griechenland-blog.gr/2015/09/buerger-in-griechenland-sollen-geld-zu-banken-zurueckbringen/2135933/

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