Heinz-Wilhelm Bertram
Die Stimmung im Land beginnt zu kippen, immer mehr Menschen sind gegen die nicht endenden Flüchtlingsströme. Ist das der Grund, warum die Grünen seit Längerem so auffallend ruhig sind? Doch Vorsicht! Gut möglich, dass Claudia Roth (60) in ihrem türkischen Feriendomizil schon eine tränenreiche Betroffenheitsorgie von historischer Einmaligkeit einstudiert.

Muss sich das deutsche Volk sorgen? Wo bleibt denn nur die zittrige Stimme Claudia Roths? Wo ihre aufgeregte Atmung, ihr herzergreifendes Tränenschauspiel? Wird’s bei so viel erwachtem Widerstand gegen die Invasion Abertausender mit Smartphones ausgestatteter »Flüchtlinge« nicht Zeit, mal wieder die »Heulboje« zu vernehmen, wie Michael Grandt die grüne Vizepräsidentin des Bundestags in seiner Generalabrechnung Die Grünen – Zwischen Kindersex, Kriegshetze und Zwangsbeglückung nennt?
Hat sich die Betroffenheitswalküre und Empörungsikone etwa in ihr schönes Feriendomizil in Bodrum im Stammesgebiet eines Turkvolkes zurückgezogen? Das geht gar nicht! Sie empörte sich doch über so vieles. Eigentlich über alles und jeden, der nicht gründogmatisch mithalluzinierte.
Über Thilo Sarrazin, weil der als Bundesbankvorstand erklärt hatte, Deutschland werde durch die Zuwanderung auf natürlichem Weg dümmer. Rumms, schon war der arme Sarrazin mit Roths Worten ein »Rechtspopulist«
Sie empörte sich bei Günther Jauch sogar über Sepp Blatter, was eigentlich gar nicht geht, weil gegen den Fifa-Präsidenten doch wirklich jeder ist. So einig mit der Welt kann und darf kein Grüner sein, weil das ein Widerspruch in sich ist. Sie empörte sich vor wehrlosen Kameras mit wahren Bestürzungskrämpfen in Stammesgebieten Oliven essender Nicht-Europäer wie an der syrisch-türkischen Grenze, im Iran, in der Türkei ‒ und natürlich an der Homo-Front.
Und nun dies: so viel Schweigen, so viel Stille, wo doch das große Bestürzungsschauspiel angesagt und so viele Tränen über böse Islamhasser publikumswirksam zu vergießen wären.
Hofreiter will das Wort »Flüchtlingsmassen« nicht hören
Wie gut, dass da wenigstens Anton Hofreiter einsprang. Der Fraktionschef der Grünen sagte dem Fernsehsender Phönix: »Es ist eine Schande für Europa, dass es mit mehreren 100 000 Flüchtlingen solche großen Probleme hat, bei der Wirtschaftskraft und den vielen Menschen, die hier leben.«
Der Libanon, so Hofreiter weiter, habe mit seinen rund drei Millionen Einwohnern eine Million Flüchtlinge aufgenommen.Man solle deshalb in Deutschland vorsichtig mit der Verwendung von Begriffen wie »Flüchtlingsmassen« sein.
Abgesehen davon, dass der Libanon den syrischen Flüchtlingen geographisch, geistig und geistlich weit näher ist und sich als Fluchtort geradezu aufdrängt und abgesehen davon, dass Hofreiters erhobener Moralzeigefinger einmal mehr ein klassischer Fall von grüner Wortanwendungsdiktatur nach Maßgabe der politischen Korrektheit ist, darf an dieser Stelle nicht der Hinweis fehlen, dass Hofreiter Münchner ist.
Zu dumm aber auch, dass ausgerechnet aus der bayerischen Landeshauptstadt zeitgleich der Hilferuf des SPD-Oberbürgermeisters Dieter Reiter kam, dass ein zentrales Ankunftszentrum für Flüchtlinge »hoffnungslos« überfüllt sei. »750 Flüchtlinge«, so eine Sprecherin der Bezirksregierung Oberbayern, seien von Mittwoch bis Donnerstag binnen 24 Stunden dort eingetroffen. Man sei inzwischen »an die Grenze« des Machbaren gestoßen.
Wann legen alle Parteimitglieder die Aufnahme von »Flüchtlingen« offen?
Wenn das alles nicht »Flüchtlingsmassen« zu verdanken ist, sollte Anton Hofreiter vielleicht doch noch einmal die Schulbank drücken. 100 Helfer der Feuerwehr und diverser Gutmenschen-Organisationen stellten daraufhin im nächtlichen Einsatz Notzelte auf. Das medizinische Personal musste aufgestockt werden. Sicher würden all diese Helfer sehr gerne noch viele Nächte mehr durcharbeiten – nach einem langen Arbeitstag. Damit der Herr Anton Hofreiter zufrieden sein darf.
Nachdem der hohe publizistische Flüchtlingskommissar Heribert Prantl, auch bekannt unter der Bezeichnung »Mitglied der Chefredaktion der Süddeutschen Zeitung«, von Weltwoche-Chefredakteur Roger Köppel aufgefordert worden war, doch einmal bei sich selbst anzufangen und »Flüchtlinge bei sich zu Hause aufzunehmen«, bietet sich dies angesichts der geschilderten Verhältnisse für das Münchner Dreigestirn Prantl, Reiter und Hofreiter im Team an.
Einfach mal Glaubwürdigkeit zeigen, am besten gleich die Mitgliederliste von Grünen und SPD veröffentlichen, die die Anzahl der aufgenommenen »Flüchtlinge« in den eigenen vier Wänden der einzelnen Mitglieder ausweist.
Hayalis Unterschlagung im Flüchtlings-Kanal ZDF
Und nicht so dummdreist daherkommen wie die neue Demokratielehrerin vom Flüchtlings-Kanal ZDF, Dunja Hayali, im »Donnerstalk«. Da plauderte die studierte Turnerin (Sporthochschule Köln) über die Themen »Flüchtlinge« und »Altersarmut«, freilich ohne den entscheidenden Hinweis, dass die grassierende Verarmung deutscher Rentner ihre Ursache primär in der Finanzierung der Invasoren hat.
Wo für die einen alles da ist, bleibt für die anderen – nichts. Für wie unterbelichtet und naiv hält die orientalische Märchenerzählerin, deren Eltern aus dem Irak stammen, die Fernsehzuschauer?
Doch die Stimmung im Lande kippt – und hat inzwischen die Mitte der Gesellschaft erreicht. Ablesbar ist dies sogar schon in rotgrünen Blättern. So berichtet, man lese und staune, spiegel-online, immerhin das linkspopulistische Zentralorgan aller Nichtdeutschen, dass Rot-Grün »Horst Seehofers Forderung« nach schnellerer und unbürokratischerer Abschiebung unrechtmäßig eingereister und dennoch gut versorgter Balkan-»Flüchtlinge« prinzipiell befürworten würde.
Sogar der Ober-Grüne Winfried Kretschmann will – »natürlich gegen die breite Gutmenschenbasis der Partei« – nach Serbien, Mazedonien und Bosnien-Herzegowina weitere Balkanländer als »sichere Herkunftsländer« einstufen.
Übt das »ewig besonnte Apfelgesicht« eine Betroffenheitsorgie?
Doch der öffentliche Sturm der Entrüstung bei den Grünen bleibt – erstaunlicherweise – aus. Sollte die Partei wirklich noch so viel innere Sensorik besitzen, dass sie die Umkehrstimmung im Volk noch gewahrt? Der Pädo-Skandal, die Energiewende mit jetzt auch erkennbarer Nachteiligkeit sogar der Windenergie, dazu die massiven Probleme der Kommunen mit der Unterbringung von »Flüchtlingen«: Das alles ist den Grünen in den letzten Wochen und Monaten in dicken Brocken um die Ohren geflogen. Da empfiehlt es sich, einfach mal den Mund zu halten.
Außer, natürlich, Claudia Roth. Und so steht zu vermuten, dass sie in ihrem Feriendomizil in Bodrum schon fleißig vor dem Spiegel einstudiert, was sie da demnächst vor der Kamera für einen grandiosen Solopart inszenieren wird.
Wir dürfen uns auf eine Betroffenheitsorgie gefasst machen, die alles in den Schatten stellt, was die »Mutter aller Nervensägen« (FAZ) bislang zum Besten gegeben hat. Dann wird das »ewig besonnte Apfelgesicht« vor lauter Betroffenheit eine ganze Badewanne mit ihren Tränen füllen, und vielleicht kommt es so, wie es irgendwann zwangsläufig kommen muss: dass nämlich die arme, wehrlose Kamera einfach nicht mehr kann, umkippt – und mit einem Schlag tot ist.
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