Ein hochrangiges Mitglied der griechischen Delegation, die mit den europäischen Geldgebern verhandelte, hat dem französischen Nachrichtenmagazin Mediapart.fr ein Interview gegeben. Der Insider, dessen Name nicht genannt wird, gibt interne Einblicke in das Vorgehen der Euro-Gruppe, die er mit Begriffen wie „vollkommen undemokratisch und kafkaesk“ umschreibt. Die Aussagen decken sich mit denen von Yanis Varoufakis, der kürzlich dem britischen Politmagazin New Statesman ebenfalls ein Interview gegeben hatte. Im Zentrum der Aussagen steht die Eurogruppe, angeführt von Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble, die Griechenland finanz- und wirtschaftspolitisch erpresst und bedroht hat.
Die treibenden Kräfte hinter der Griechenlanderpressung: Wolfgang Schäuble (l.) und Jeroen Dijsselbloem (r.) / Bildquelle: Bundesfinanzministerium
In dem Interview, das kurz vor dem griechischen Referendum zu neuen Sparauflagen geführt wurde, bei dem 61 Prozent der Griechen mit Nein stimmten, gibt der Insider detaillierte Informationen zu den monatelangen Verhandlungen der von Wolfgang Schäuble angeführten Euro-Gruppe mit Griechenland preis. Schon sehr früh habe sich bei den Griechen der Eindruck verfestigt, dass es sich um gar keine richtigen Verhandlungen handelte. Anstatt substanzielle Lösungen zu diskutieren, wie die Schuldentragfähigkeit und die Liquidität Griechenlands aufrecht erhalten werden kann, wurde Griechenland – nach Angaben des Insiders – gezielt finanz- und wirtschaftspolitisch erpresst. Von der neuen griechischen Syriza/Anel-Regierung angebotene Reformen wurden abgelehnt, mit dem Hinweis, diese werden als eigenmächtiges Handeln ausgelegt. Stattdessen wurde Athen offen mit der Zerstörung des griechischen Bankensektors gedroht, wenn sich die Regierung um Alexis Tsipras nicht vollends dem Willen der Troika fügt.
Um in der Öffentlichkeit den Griechen die Schuld für die verfahrene Situation zuschieben zu können, wurde ein „Labyrinth aus Scheinverhandlungen“ errichtet, das vor allem das Ziel hatte, den griechischen Finanzminister Yanis Varoufakis medial zu diskreditieren. So sagte etwa Anfang Februar 2015 der niederländische Finanzminister und formelle Eurogruppenpräsident Jeroen Dijsselbloem zu Varoufakis:
„Entweder Du unterschreibst das Memorandum, das auch die anderen unterschrieben haben, oder eure Wirtschaft wird kollabieren. Wir werden eure Banken kollabieren lassen.“
Seit März/April 2015 wurden die griechischen Banken dann gezielt trocken gelegt. Das Ergebnis war eine Art finanzieller „Herzinfarkt“:
„Das führte zu einem inländischen Liquiditätsengpass, zu einem Engpass bei der Bargeldliquidität. Banken, Exportunternehmen, gute Unternehmen, sie alle konnten sich kein Geld mehr leihen, die Leute konnten ihre Schulden nicht mehr zurückzahlen, sie konnten keine Verlängerungen auf ihre Kredite mehr bekommen. Im Grunde brach das ganze Kreditsystem zusammen. Selbstverständlich hatten die Banken noch einige Sicherheitsreserven, aber als der Punkt erreicht war, dass sie sich nicht einmal mehr vom ELA [Emergency Assistance Fund] Geld leihen durften, mussten sie schließen, weil sich ihre Reserven sonst zu schnell aufgebraucht hätten.“
Mit dem Kollabieren der Zahlungskreisläufe sterben seit dem auch zunehmend substantielle Teile des griechischen Gemeinwesens, wie etwa das Gesundheitssystem, ab. Von diesen Entwicklungen berichtet auch der griechisch-stämmige Arzt Prof. Dr. Athanassios Giannis im RT Deutsch-Interview.
Der griechische Insider wirft der Euro-Gruppe daher vor, aktiv Verbrechen gegen die Menschlichkeit zu begehen und würde den Fall gerne vor internationalen Gerichtshöfen sehen. Die Worte, die die Quelle wählt, sind drastisch:
„Varoufakis hat Vorkommnisse beschrieben, die Auskunft darüber geben, dass die Eurozone komplett undemokratisch, fast so etwas wie eine neofaschistische Eurodiktatur ist.“
Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble verfolge zudem seit 2011 den Plan, Griechenland aus dem Euro zu werfen und habe den Griechen sogar Geld für diesen Schritt angeboten. Während das griechische Volk unter der Erpressungspolitik der Euro-Gruppe aufs Schlimmste leidet, haben sich die Oligarchen des Landes im Verlauf der Krise gezielt bereichert. Nach Angaben des Insiders geschah dies mittels des Einlösens von griechischen Staatsanleihen, die die Reichen des Landes zuvor für 20 Prozent des Wertes erstanden hatten und zum vollen Nennwert bei der Zentralbank veräußerten.
Auf diese Weise wurden die Bargeldreserven des Landes für Sozialversicherung und Rente enorm geschröpft. Widerstand seitens der sonst sehr aufs Sparen fixierten Euro-Gruppe gab es gegen diese Praktiken nicht.
Der Insider wirft der Gruppe um Wolfgang Schäuble auch vor, ab und an künstlich eine Verschärfung der Krise zu initiieren, um Druck gegen die Griechen zu erzeugen. Das Fazit des Insiders liest sich ernüchternd:
„Wir haben ihre Macht unterschätzt. Es ist eine Macht, die die soziale Struktur durchdringt, die Art, wie Menschen denken. Sie kontrolliert und erpresst. Wir haben sehr wenige Hebel. Das europäische Gebäude ist schon längst kafkaesk.“
UN-Entwicklungskonferenz in Addis Abeba endet ohne konkrete Ergebnisse. Klar ist nur: Arme Länder sollen für Konzerne bessere Bedingungen schaffen.
Am Donnerstag ist in der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba die dritte UN-Konferenz für Entwicklungsfinanzierung zu Ende gegangen. Die Ergebnisse sind ernüchternd, und Hilfsorganisationen sprechen von einer Blamage für die Staatengemeinschaft. Neben Absichtserklärungen habe es keine konkreten Vereinbarungen gegeben. Vertreter der Industriestaaten sehen dagegen einen Erfolg: Konzerne sollen künftig stärker eingebunden werden.
Eigentlich sollte auf der viertägigen Konferenz geklärt werden, wie die Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen zu finanzieren sind. Bis 2030 sollen Hunger und extreme Armut in der Welt der Vergangenheit angehören, und jedem Kind soll eine Grundbildung ermöglicht werden. Nach Angaben der UN-Konferenz für Handel und Entwicklung (UNCTAD) fehlen den Entwicklungsländern jährlich 2,6 Billionen US-Dollar, um diese Ziele zu erreichen. Letztendlich ging es aber um mehr als Gelder für die Entwicklungshilfe: Die armen Länder drängen auf Änderungen des internationalen Finanzsystems. Denn wie es bisher gestaltet ist, gehen ihnen wichtige finanzielle Ressourcen zugunsten international agierender Konzerne verloren.
Steuertricks für Extraprofite
Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) hat berechnet, dass den Entwicklungsländern jedes Jahr etwa das Dreifache der aktuell gezahlten Entwicklungshilfe verlorengeht, weil Steuern hinterzogen oder vermieden werden. Die Nichtregierungsorganisation Open Society Initiative for West Africa (OSIWA) hat den Steuerverlust westafrikanischer Staaten zwischen 2002 und 2011 auf mehr als 190 Milliarden Euro beziffert. Verantwortlich seien in erster Linie international tätige Konzerne: Durch Tricks schleusen sie Summen aus den Ländern, welche die Entwicklungshilfe deutlich übersteigen. Die Entwicklungsorganisation Oxfam Deutschland schätzt, dass allen Entwicklungsländern zusammen durch Steuervermeidung international agierender Konzerne jährlich 100 Milliarden US-Dollar verloren gehen.
Möglich wird das durch die internationalen Steuerregeln. Bisher werden sie von der OECD und den G-20-Staaten – also den reicheren Ländern – aufgestellt, und es sind die Industriestaaten, die sich einer Änderung widersetzen. Um die Regeln beeinflussen zu können, kämpften die Entwicklungs- und Schwellenländer dafür, die Verantwortung für diesen Bereich den Vereinten Nationen zu übertragen und eine Kommission für die globale Kooperation in Steuerfragen zu schaffen. Durch den geschlossenen Widerstand der OECD-Länder wurde das verhindert. Das Scheitern kommentierte Pirnim Spiegel, Hauptgeschäftsführer der katholische Organisation MISEREOR: »Ohne eine UN-Kommission unter Beteiligung aller Staaten werden die Entwicklungsländer auch weiterhin nur am Katzentisch politischer Entscheidungen in der OECD sitzen.«
(UN-Generalsekretär Ban Ki-Moon und Nkosazana Dlamini-Zuma von der Afrikanischen Union am 13. Juli in Addis Abeba)
Öffnung für Konzerne
Die Entwicklungsländer sollen mehr Eigenverantwortung zeigen, ist die Forderung westlicher Politiker. Vor dem geschilderten Hintergrund mutet das zynisch an. Aber es wird noch schlimmer: Seit Jahrzehnten versprechen die Industriestaaten, 0,7 Prozent ihres Bruttoinlandsprodukts für die Entwicklungshilfe auszugeben, was sie bisher aber noch nie eingehalten haben. So sagt Uli Post, Leiter der Politikabteilung der Welthungerhilfe, Deutschland sei noch nie über 0,4 Prozent hinausgekommen. Viele andere Staaten hätten die Vorgaben auch noch nie erfüllt.
Zu Beginn der Konferenz hatte der deutsche Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU) »größere Eigenanstrengungen der Entwicklungs- und Schwellenländer« gefordert. Die Regierungen sollten die Korruption in ihren Ländern bekämpfen und die Menschenrechte einhalten. Das seien die Voraussetzungen, um ausländische Investitionen anzulocken und das Wirtschaftswachstum zu stärken. Müller stand damit nicht allein: Vertreter der UNO hatten von Anfang an klargemacht, dass es bei der Konferenz nicht nur um Finanzzusagen reicher Nationen gehe dürfe, sondern auch für den »Privatsektor« bessere Rahmenbedingungen geschaffen werden müssten.
Auf Betreiben Deutschlands wurde schließlich am Rande der Konferenz eine »Internationale Steuerinitiative« auf den Weg gebracht. Tobias Hauschild von Oxfam Deutschland begrüßte zwar die vorgestellte »Addis Tax Initiative«, mit der Steuerverwaltungen in armen Ländern unterstützt werden sollen, da auch seiner Meinung nach die Steuereinnahmen in armen Ländern gesteigert werden müssten. Doch solche Initiativen könnten nur ergänzend sein und nie die gleichberechtigte Mitsprache bei der »internationalen Steuerregelsetzung« ersetzen.
Eva Hanfstängl, Referentin für Entwicklungsfinanzierung bei »Brot für die Welt«, kritisierte, das Ergebnis der Konferenz vermittle nicht den Eindruck, dass es in erster Linie um die weltweite Überwindung absoluter Armut geht. »Statt dessen tritt die Förderung privatwirtschaftlicher Initiativen in den Mittelpunkt.« Diese seien aber nicht per se entwicklungsfördernd, da sie nur selten ärmeren Regionen zugute kämen oder wenig profitversprechenden Bereichen wie Erziehung und Gesundheit.
Oxfam-Chefin Winnie Byanyima beklagte, dass arme Staaten nun ein politisches Umfeld schaffen sollen, das private Investoren anlockt. Damit habe der Gipfel »Entwicklung einfach an den Privatsektor weitergereicht, ohne angemessene Schutzvorkehrungen zu treffen«.
So werde der globale Trend fortgesetzt, kommentierte Pirnim Spiegel die Konferenzbeschlüsse, private Investitionsflüsse und öffentlich-private Partnerschaften als ein neues Heilmittel für nachhaltige Entwicklungsprozesse zu betrachten. Dabei müsste erst einmal durch verbindliche Standards sichergestellt werden, dass international agierende Konzerne Verantwortung für Menschenrechte übernehmen (siehe auch: Bürgerrechtler kritisieren den Umgang mit Grund- und Menschenrechten in Deutschland).
Hurra: Die USA und Kuba haben sich jetzt ganz lieb! Am 20. Juli 2015 eröffneten sie im jeweils anderen Land eine Botschaft. Nach 54 Jahren wurden die diplomatischen Beziehungen auf Botschaftsebene wieder aufgenommen. Zeit, einmal zurückzublicken: Was war eigentlich los zwischen den USA und der »Zuckerinsel«? Und wie schaffte es ausgerechnet Fidel Castro, im Schatten der Vereinigten Staaten zum längstgedienten Staatschef der Welt zu werden?
Zur Wiedereröffnung der kubanischen Botschaft am 20. Juli 2015 in Washington wartet auf den kubanischen Außenminister Bruno Rodriguez der ganz große Bahnhof: 500 geladene Gäste und ein anschließender Händedruck von US-Außenminister John Kerry. Unter der Präsidentschaft von Barack Obama wurde die Annäherung im Eiltempo vollzogen. Allerdings reibt man sich verwundert die Augen. War da nicht was? Kalter Krieg, Kubakrise, Invasion in der Schweinebucht und CIA-Attentate auf Fidel Castro? Alles vergeben und vergessen? Oder war das alles etwa nur ein politisch erwünschter Schwindel? Angesichts der erstaunlichen Annäherung der beiden Erzfeinde wird man ja einmal fragen dürfen. Zum Beispiel den kubanisch-stämmigen amerikanischen Historiker Servando Gonzalez, der zahlreiche Bücher, Essays und Artikel über kubanische und lateinamerikanische Geschichte veröffentlichte.
Wirft man einen Blick auf seine zahlreichen Buchtitel, wächst der Verdacht, dass hinter dem offiziellen Getöse von Ost und West im Allgemeinen und dem ewigen US-Konflikt mit Kuba auf der anderen Seite eine ganz andere Wahrheit stecken könnte. Zum Beispiel (aus dem Amerikanischen): »Der geheime Fidel Castro«, »Die CIA, Fidel Castro, der Bogotá-Aufstand und die Neue Weltordnung« oder »Die nukleare Täuschung: Nikita Chruschtschow und die Kubakrise«.
Der andere Fidel Castro
Zwar soll allein die mächtige CIA nicht weniger als 30 Attentatsversuche auf ihn verübt haben, die er erstaunlicherweise alle überlebt hat. Alle Versuche und Pläne, Castro (auch politisch) loszuwerden, werden zusammengenommen auf 638 beziffert. Allerdings ist der Mann entweder unsterblich oder die CIA nicht das, wofür wir sie gehalten haben. Denn auch und gerade für Geheimdienste gilt, dass man sie nur an ihren Taten und nicht an ihren angeblichen Plänen erkennen kann. Und da ist es nun einmal so, dass Castro alle Mord- und Umsturzversuche der USA überlebte und im Schatten und in der unmittelbaren Nachbarschaft des »Großen Bruders« zum dienstältesten Staatschef der Welt heranreifen konnte.
Immerhin sind ja die meisten anderen namhaften Feinde der Vereinigten Staaten entweder tot oder aus dem Amt gejagt: Jacobo Arbenz (Guatemala), Mohammed Mossadegh (Iran), Salvador Allende (Chile), Manuel Noriega (Panama), Saddam Hussein (Irak), Muammar al-Gaddafi (Libyen), Hugo Chávez (Venezuela) und Viktor Janukowytsch (Ukraine) zum Beispiel. Ähnliche Überlebenskünstler wie Castro gibt es nur noch in Nordkorea, wo die Kim-Dynastie den USA seit 1948 unbehelligt auf der Nase herumtanzt. Allerdings ist Nordkorea auch eine halbe Welt entfernt und liegt direkt neben China.
Aber ausgerechnet der Revolutionär Castro wurde auf der nur 180 Kilometer von den USA entfernten Insel Kuba mit einer Regierungszeit von 49 Jahren »der am längsten regierende nichtmonarchische Herrscher des 20. und beginnenden 21. Jahrhunderts«. Und auch nach seiner krankheitsbedingten Abdankung 2006 segnete er nicht etwa das Zeitliche, sondern lebt immer weiter und steuert inzwischen auf die 100 zu (die er 2016 erreicht).
Vom Gangster zum Revolutionär?
Glaubt man Gonzalez, war Fidel Castro, offiziell enger Verbündeter der Sowjets im Kalten Krieg, genau wie Lenin oder Trotzki anfangs nichts weiter als ein von den USA gekaufter Revolutionär, wie sie auch heute noch zum Alltag der imperialen Weltpolitik gehören. Eine Einschätzung, die auch zu anderen Quellen passt. Wie so viele »Revolutionäre« begann Castro demnach als Krimineller. Ursprünglich ein politischer Analphabet, habe sich Castro in jungen Jahren der Gangster-Szene an der Universität von Havanna angeschlossen, heißt es beispielsweise sogar beiWikipedia.
»An der Universität hatte er sich an gewalttätigen politischen Fehden beteiligt und könnte sogar ein Killer gewesen sein«, schrieb auch der britische Telegraph (online, 26.10.2003). »Im Sommer 1947, als er an der Universität Havanna Jura studierte, wurde Castro beschuldigt, seinen Kommilitonen Leonel Gómez ermordet zu haben, seinen Gegenkandidaten bei den Wahlen zum Präsidenten der Juristischen Studentenvereinigung«, schrieb Gonzalez in seinem Buch The Secret Fidel Castro(2002, S. 111ff.)
»Aber der Richter war der Meinung, dass nicht genügend Beweise vorlägen, und Castro wurde nicht angeklagt. Am 22. Februar 1948 wurde der (nicht mit ihm verwandte) Manolo Castro, Präsident der Studentenvereinigung der Universität, bei einer bandenartigen Schießerei unweit des Campus in einem Kino getötet. Zwei Tage später wurde Castro wegen Mordes festgenommen, aber zwei Tage darauf aus Mangel an Beweisen wieder freigelassen.«
Rekrutierung durch die CIA
Etwa um diese Zeit, Anfang 1948, hätten Talentsucher der CIA an der US-Botschaft in Havanna beschlossen, »Fidel Castro als agent provocateur zu rekrutieren … . Anscheinend überzeugte sie Castros bereits beeindruckende Bilanz als Gangster, Mörder und Psychopath, dass er die richtige Person war, die sie suchten, um eine heikle und wichtige Aufgabe zu erledigen.« Als Zeugen führt Gonzalez einen gewissen Ramón B. Conte Hernández an, angeblich ein früherer Schläger der CIA und Autor des Buches Historia oculta de los crímenes de Fidel Castro (zu deutsch: Die geheime Geschichte der Verbrechen des Fidel Castro, Eigenverlag, 1995).
Tatsächlich war Conte ein echter Insider und wurde erst 1986 als letzter kubanischer Kriegsgefangener der Schweinebucht-Invasion (siehe unten) von Castro entlassen. Laut Conte fand die Rekrutierung in der Villa eines Anwalts namens Mario Lazo statt, der in Kuba amerikanische Interessen vertreten habe. Während Conte und ein weiterer CIA-Mann draußen im Wagen Wache gehalten hätten, um Lazo notfalls vor dem gewalttätigen Castro zu schützen, hätten sich neben Castro und Lazo die CIA-Agenten Richard Salvatierra und Isabel Siero Pérez, der frühere US-Botschafter in Kuba, Willard Beaulac, sowie der US-Botschafter in Peru und Brasilien, William D. Pawley, und zwei weitere Amerikaner in der Villa befunden. Castros erster CIA-Auftrag habe in der Ermordung des populären kolumbianischen Politikers Jorge Eliécer Gaitán bestanden.
Politik und Gangster
Tatsächlich machte Castro nach seiner Freilassung nach der oben erwähnten Schießerei in dem Kino »eine unerwartete Reise nach Bogotá, Kolumbien. Aber nur wenige Tage nach seiner Rückkehr nach Havanna wurde er, am 6. Juni 1948, beschuldigt, Oscar-Fernandez Caral ermordet zu haben, einen Beamten der Universitätspolizei. Kurz vor seinem Tod beschuldigte Caral Castro als seinen Mörder. Wie immer wurden die Anschuldigungen aus Mangel an Beweisen fallen gelassen. 1949 wurde Castro am Tatort einer Schießerei festgenommen und beschuldigt, den Vizepräsidenten der Studentenvereinigung, Justo Fuentes, und den Busfahrer Miguel Sáez, getötet zu haben. Aber nur wenige Stunden später war er wieder frei ‒ aus Mangel an Beweisen. Es ist wichtig zu erwähnen, dass, obwohl Castro seine Widersacher vor zahlreichen Zeugen tötete, sie seine Rache fürchteten, wenn sie ihn eines Verbrechens beschuldigten.«
Während seiner Zeit an der Hochschule sei er von der Sozialen Revolutionsbewegung (Movimiento Social Revolucionario, MSR) zur Revolutionären Aufstandsunion (Unión Insurreccional Revolucionario, UIR) gewechselt ‒ beide Organisationen hätten Politik mit reinem Gangstertum verbunden, so Gonzalez: »Die UIR Mitglieder duellierten sich mit der Polizei, mit anderen Studenten und mit fast jedem ‒häufig über eher personelle als politische Fragen.«
Wie Kennedy Castro den Kopf rettete
War Castro zumindest anfangs also wirklich ein Mann der CIA und die kubanisch-amerikanische Feindschaft zumindest zeitweise die größte Komödie der Weltgeschichte? Tatsächlich stellt sich ja die Frage, wie Castro so lange in der unmittelbaren Nähe der USA physisch und politisch überleben konnte ‒ trotz all der Putsch- und Attentatsversuche. Oder waren das nur Desinformationskampagnen der CIA, um Castro als »Erzfeind« zu inszenieren? Denn je mehr eine Feindschaft öffentlich zur Schau getragen wird, umso künstlicher könnte sie sein.
Und als es ihm einmal wirklich an den Kragen gehen sollte, nämlich bei der Invasion der exilkubanischen Guerilla 1961 in der Schweinebucht, rettete ihm niemand Geringerer als US-Präsident John F. Kennedy den Kopf. Er verweigerte den »Befreiern« die Luftunterstützung und brachte die Operation damit zum Scheitern ‒ wofür die Exilkubaner Kennedy über seinen Tod hinaus hassten.
Keine Spur von Atomsprengköpfen?
Papperlapapp! Denn da war ja schließlich ‒ ein Jahr später ‒ auch noch die große Kubakrise, in deren Verlauf die Sowjets Atomraketen auf Kuba stationiert hatten und die USA eine Seeblockade über die Insel verhängten. Mancher wird sich jedoch erinnern, dass diese Krise letztlich nur auf einigen unscharfen US-Luftaufnahmen fußte, die angeblich sowjetische Raketenstellungen und Abschussrampen auf Kuba zeigten.
Heute glaubt solchen Bildern niemand mehr, nachdem US-Außenminister Colin Powell 2003 vor den Vereinten Nationen getürkte Beweise für Massenvernichtungswaffen im Irak präsentiert hatte. Im Falle Kubas handelte es sich um unscharfe Luftaufnahmen mit zweifelhaften Objekten, auf die dicke Pfeile mit Aufschriften wie »Startrampe«, »Raketenlaster« oder einfach »Ausrüstung« zeigten. »Überraschenderweise waren auf diesen Bildern aber nur längliche, mit Planen bedeckte Objekte sowie einige Betonbunker zu sehen, die angeblich die Atomsprengköpfe beherbergen sollten. Aber die Atomraketen selbst tauchen nirgendwo auf«, so der Historiker Gonzalez, der die Objekte für Attrappen hält.
Noch im September 1962 hätten auch die USA selbst die Möglichkeit einer Stationierung sowjetischer Nuklearwaffen auf Kuba nicht in Betracht gezogen, so Gonzalez ‒ und zwar aus dem einfachen Grund, dass die Sowjets ihre Atomwaffen niemals außerhalb ihrer eigenen Grenzen stationiert hätten, also unter der Kontrolle fremder Regierungen ‒ und dann auch vor der Nase der USA auf einer strategisch äußerst verwundbaren Insel, die in einem Handstreich hätte erobert werden können. »Es bleibt dabei, dass niemand die Raketen wirklich sah oder gar berührte. Was wir gesehen haben, waren Fotos von einigen Bauplätzen, von denen CIA-Analytiker annahmen, dass sie den Standorten von strategischen Atomwaffen ähnlich sahen«, so Gonzalez.
Im Auge des Sturms
Das alles kann natürlich gar nicht sein, denn die Sowjetunion hat ja schließlich die Existenz der Waffen auf kubanischem Boden eingeräumt und sie schließlich »vor den Augen der Welt« wieder abgezogen, was als großer Sieg Kennedys gefeiert wurde. Gonzalez vermutet dahinter jedoch ein ganz anderes Szenario. In Wirklichkeit habe die Sowjetunion mit den Raketenattrappen lediglich einen amerikanischen Angriff auf ihren in Ungnade gefallenen Verbündeten Castro provozieren wollen. Zuvor habe es Spannungen und bedeutende Konflikte zwischen der Sowjetunion und Castro gegeben. Im Frühsommer 1962 habe die Sowjetunion gar einen Coup gegen den kubanischen Staatschef gestartet. Castro habe das Komplott jedoch entdeckt und daraufhin den Drahtzieher, den sowjetischen Botschafter in Kuba, und seine Helfershelfer ausgewiesen (tatsächlich wurde der Botschafter im Mai 1962 ausgetauscht).
Kamen die Sowjets deshalb auf die viel elegantere Lösung, nämlich Castro durch die USA beseitigen zu lassen? Das hätte schließlich beiden geschadet: Castro und den Vereinigten Staaten. Erstens wäre damit das »Problem Fidel« erledigt gewesen; zweitens hätten die USA vor den Augen der Welt als feiger Aggressor gegen eine weit unterlegene Insel dagestanden. Und »die anschließende Entdeckung, dass die Raketen in Wirklichkeit Attrappen waren, hätte die USA bis auf die Knochen blamiert und zum Gespött der ganzen Welt gemacht«. Aber wundersamerweise krümmten die Vereinigten Staaten Fidel Castro auch in dieser schwersten Krise ihrer Beziehungen kein Haar.
Möglicherweise war Castro aber auch nur ein Wanderer zwischen den Welten ‒ ein genialer Stratege, der den Balanceakt zwischen den beiden Weltmächten ein halbes Jahrhundert lang überlebte ‒ quasi im Auge des Sturms. Die eilige Annäherung der USA an Kuba dürfte damit zu tun haben, dass auch Russland in jüngster Zeit bedeutende Abkommen mit dem Inselstaat geschlossen hat ‒ unter anderem über Ölbohrungen in kubanischen Gewässern … .
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Für was sollen wir Empathie haben. Weiß Til Schweiger eigentlich, wie man das schreibt? Wie ist er denn mit seiner Ehefrau umgegangen. Gut, darum geht es nicht. Aber, wie sollen wir mit Asylforderern Empathie aufbringen, denen es besser geht, als sehr vielen Deutschen. Til Schweiger kann leicht eine große Schnauze haben, ist er doch privilegiert ohne Ende. Es sei ihm gegönnt, daß er Millionär ist, ich bin nicht neidisch. Dieses Getue aber geht mir auf die Nerven.
Er weiß gar nichts, nicht was hier abgeht, nichts von den Plänen, nichts von dem Status der BRiD usw. Wenn er es doch weiß, ist er dümmer als ich dachte und wenn doch auch.
Da lob ich mir doch Xavier Naidoo. Er ist bestens informiert und nimmt in Kauf, daß er dafür diskriminiert wird von den Lügenmedien wenn er das auch vor allen Leuten zugibt wird. Vielleicht hat ja ein Herr Schweiger Angst davor, daß es ihm genauso geht und es mit dem Promi-Bonus vorbei ist.)
Hier ein Leserkommentar von hargeld.com:
„Wie viele deiner Lieblinge, Till!, hast du schon bei dir aufgenommen?!
Wie viel Geld hast du für deine Lieblinge bereits gespendet?
Wie viel Sozialarbeit hast du für deine Lieblinge bereits geleistet?
Antwort: keine, er will nur Engagements von linkslinken Castern und Regisseuren bekommen.“
Ich meine dazu: Wenn es keinen Deutschen mehr gibt, der das Geld hat, sich im Kino seine Filme anzusehen, wird er das große Ko….ach, ich sage lieber Jammern kriegen. Dann wird ihm niemand mehr zuhören und er ist weg vom Fenster.
Ein Artikel vom Hamburger Abendblatt, verlinkt von Til Schweiger, bei dem er seine Fans zum Mitmachen bei der Spendenaktion animieren wollte, löste eine Diskussion auf seiner Facebookseite aus. Menschen die mit der Asylwirtschaft in Deutschland nicht ganz einverstanden sind, teilten offen und unverblümt ihre Meinung mit. Das gefiel ihm gar nicht.
Von Andre Eric Keller
Til Schweiger ist jedem ein Begriff. In der letzten Zeit erregt er weniger Aufsehen mit seinen Filmen als mit seinem rüpelhaften Benehmen. Er hat es aber auch nicht leicht. Erhoffte er sich doch nach seinem Posting auf Facebook ein sofort einsetzendes Gutmenschen-Raunen und Zustimmung. Doch er bekam von Asylgegnern mal so richtig die Meinung gegeigt. Und weil bei Til – so wie bei vielen „Gutmenschen“ – nur deren Meinung die einzig Richtige ist und keine Andere zählt, hatte er sich wohl zu dieser Aussage hinreißen lassen:
Oh Mann- ich habs befuerchtet!! Ihr seid zum Kotzen! Wirklich! Verpisst Euch von meiner Seite, empathieloses Pack! Mir wird schlecht!!!
Für viele Menschen werden seine Worte total korrekt sein, dem Rassismus muss man energisch entgegentreten. Pauschaliert wird bei diesem Thema ohnehin nur. Jeder der das Asylthema zu hinterfragen beginnt, ist ein potentieller Ausländerhasser. Es gibt im Prinzip nur zwei Fronten: Zum Einen jene, die alle Asylanten praktisch vorbehaltlos aufnehmen würden – zwar nicht bei sich zu Hause, denn das ginge zu weit – aber in der Öffentlichkeit auf Asylanten angesprochen, geben sich sich offen und sehr menschenfreundlich. Dann gibt es die anderen, welche sich mit den Menschen aus anderen Kulturen einfach nicht anfreunden können, weil sie einfach diverse Ängste haben. Misstrauen gegen andere Kulturen ist deshalb wohl nicht ganz unbegründet, weil das Vertrauen, welches man in die Menschen aus anderen Erdteilen gesetzt hat, schon oft missbraucht wurde. Niemand will wissen, dass ein Zusammenleben nicht nur bunt und befruchtend ist, sondern auch Probleme mit sich bringen kann. Es darf eigentlich nicht angesprochen werden, mehr noch: es gibt hier nahezu ein Denkverbot.
Aus diesem Hintergrund heraus ist es nicht verwunderlich, dass Menschen wie Til Schweiger sich von aller Welt nur Gutes erhoffen. Wenn nicht das eintritt, was er sich erhofft, erzürnt das den „empathischen“ Schauspieler so sehr, dass er förmlich explodiert. Was jedoch unbestritten ist: das Flüchtlings- und Aslythema spaltet unsere Gesellschaft in zwei Lager. Wenn wir nach dem Schuldigen suchen, kommen wir in der Politik an. Niemand in der Politik weiß wirklich mit dem Thema umzugehen. Der geschichtliche Background in deutschen Landen lässt nur eine grenzenlose Aufnahme der Tausenden Hilfesuchenden zu – denn man fürchtet sich vor der Nazikeule. Andere Lösungen gibt es scheinbar nicht. Die Bevölkerung muss sich ohne wenn und aber damit abfinden. Vor einer australischen „No Way“-Taktik fürchtet man sich sowieso. Die Politiker wohnen ohnehin nicht in den Problemvierteln. Doch mittlerweilen werden immer Gegenden für Einheimische unattraktiv, das kümmert auch keine Stadtväter.
Das Fazit lautet wie folgt: Alle Menschen müssen umdenken lernen. Hier gibt es keinen Kompromiss, hier gibt es keine Toleranz. Es gibt keinen Platz für andere Meinungen. Die Völkerwanderung muss kritiklos und ohne hinterfragen hingenommen werden.
Förderale Republik freies Deutschland - RfD (kurz: Deutsche Förderation): JA | U.S.A.-, ISRAEL- Vertragskolonie und BRD- operative Holdingfirmenverwaltung (BUND): NEIN
Wer sich nicht mit Politik befasst, hat die politische Parteinahme, die er sich sparen möchte, bereits vollzogen: Er dient der herrschenden Partei. (Max Frisch )