Die schönsten Deutschen Sagen – Till Eulenspiegel

forum.latein24.de

(Geschrieben von admin am 29.07.2015

Till Eulenspiegel, manchmal auch noch Uhlenspiegel, ist wohl eine der bekanntesten Sagengestalten unserer Eltern, manche von uns kennen sie auch noch. In vielen Städten zeugen Statuen oder Brunnen dieser Figur, der dem Volk nahe stand und den Reichen auf´s Maul schaute und sie oft ver…hhhmmm..verdummte. Sie waren es auch oft und Til war der Meister darin, alles, was die Honoratioren einer Stadt von sich gaben, wörtlich zu nehmen. Er wird als der größte Narr der Geschichte dargestellt, doch er war im Gegenteil sehr klug. Er stellte sich nur dumm.

Er zog von Stadt zu Stadt und hinterließ überall nur Verwirrung und Staunen. Ob es ihn wirklich gab? Wenn nicht, mußte er eben erfunden werden, um das Volk auch einmal die Oberhand gewinnen zu lassen über die Geldsäcke, sei´s auch nur in einer Geschichte. Und so konnten die einfachen Menschen, die oft nichts zu lachen hatten ob der Schwere ihres Tagewerkes auch einmal ein schallendes Gelächter über die Blödheit der angeblich so gebildeten Bürger anstimmen. Eigentlich hält ere ihnen nur den Spiegel vor´s Gesicht. Nur selten konnten sich die  Pfeffersäcke darin erkennen.

Es gab viele Städte, in denen Till Eulenspiegel sein Unwesen trieb und die meisten davon haben auch einen Brunnen (Beispiel Braunschweig) oder andere Denkmäler, so als hätte er gelebt. Heute könnten wir eine solche Figur dringend brauchen.

Braunschweig /  Eulenspiegel-Brunnen

Braunschweig / Eulenspiegel-Brunnen vanderkrogt.net

Es gibt zahlreiche Überlieferungen und Bücher, eines davon habe ich als Kind verschlungen.Es ist einfach mal erheiternd, sich die Geschichten durchzulesen oder einen Film anzuschauen.

Eine sehr schöne Geschichte ist die über den Esel, dem Till das Lesen beibrachte.)

Manche Leute dachten tatsächlich, dass sie einem Mann wie Till Eulenspiegel gewachsen seien. Doch in der Regel behielt der Spaßvogel stets die Oberhand.

Ein paar ganz Schlaue verlangten eines Tages von ihm, dass er einem Esel das Lesen beibringen solle. Natürlich nahm Till Eulenspiegel die Herausforderung an, sagte aber, dass er wohl rund 20 Jahre dafür brauchen würde. Das sahen die Leute, die ihm den Auftrag erteilt hatten, wohl ebenso. Und schnell war man sich einig darüber, was Till als Lohn bekommen solle. 500 Taler sogleich, 500 Taler, sobald der Esel lesen könne.

Von nun an übte Till jeden Tag mit dem Tier. Er legte dazu ein großes altes Buch in die Futterkrippe, zwischen dessen Seiten er jedes Mal etwas Hafer legte. Das hatte der Esel bald spitz und so lernte er tatsächlich, mit seinem Maul Blatt für Blatt umzublättern, so dass es für Außenstehende aussah, als würde er lesen.

Nach einer Woche Übung ließ Till Eulenspiegel seine Herausforderer im Stall antanzen. „Seht“, sagte er zu ihnen, „was der Esel nur in sieben Tagen gelernt hat.“ Er legte das alte Buch in die Krippe, allerdings hatte er dieses Mal keinen Hafer zwischen den Seiten versteckt und zudem dem Esel einen ganzen Tag lang nichts zu fressen gegeben.

Das hungrige Tier stürzte sich auf das Buch, blätterte, so wie es gelernt hatte, die Seiten mit dem Maul um. Zwei, drei, doch als sich auch hinter der vierten Seite noch immer keine Belohung versteckte, da wurde der Esel ungeduldig und rief so laut er konnte: „I-a. I-a.“

Till Eulenspiegel sah die Männer an. „Seht ihn nun, zwei Buchstaben hat er bereits gelernt. Morgen beginne ich mit dem O und dem U.“ Als die Herausforderer diese Worte hörten, da wussten sie, dass auch sie nicht schlau genug für Till Eulenspiegel gewesen waren. Doch noch ehe sie ihn zur Rede stellen konnten, da war er wieder einmal verschwunden.

http://www.labbe.de/

Till Eulenspiegel in Mölln flickr.com

Till wird Milchhändler

Till Eulenspiegel reiste von Stadt zu Stadt. Von Norden nach Süden und von Osten nach Westen. Auch in Bremen, hoch oben im Norden, machte er eines Tages Station. Dort rollte er, man mag es kaum glauben, einen riesengroßes Fass auf den Marktplatz.

Und als die Bäuerinnen mit ihren Milcheimern kamen, deren Inhalt sie gut verkaufen wollten, da sprach er die Frauen einfach an. „Füllt eure Milch hier in mein Fass“, sagte er. „Ich will es euch gut entlohnen.

Die Bäuerinnen hofften auf ein gutes Geschäft und eine nach der anderen entleerte ihren Eimer in Tills Fass. Als das Fass randvoll war, da richtete Till Eulenspiegel das Wort an alle Anwesenden. „Liebe Frauen“, begann er, „ich habe heute leider kein Geld bei mir, so dass ich eure Milch gar nicht bezahlen kann. Seid doch so lieb und kommt in zwei Wochen wieder, dann will ich eure Milch bezahlen.“

Das wollten die Frauen natürlich nicht und protestierten laut: „Gibt uns unsere Milch sofort zurück“, schrieen sie ihm entgegen. „Nehmt sie euch doch“, lachte Till. Und nun begann eine Rangelei unter den Frauen, die so in Bremen noch keiner gesehen hatte. Jede wollte die erste an dem großen Fass sein und ihren Anteil wieder aus dem Bottich holen. Die eine schubste die andere weg, und bald lag mehr Milch auf dem Boden als in den Eimer.

Zwei Bäuerinnen aber stritten so heftig, dass schließlich sogar das ganze Fass umkippte – und sich der Inhalt, die kostbare Milch, wie ein See über den ganzen Marktplatz verteilte. Und wo war Till Eulenspiegel? Natürlich verschwunden.

http://www.labbe.de/

Till Eulenspiegels Testament

Als die Zeit kam, das Till Eulenspiegel sterben musst, weil er alt und krank war, da machte natürlich auch er ein Testament. In drei gleiche Teile teilte er sein Vermögen auf: ein Teil, so verfügte er es, sollte an seine Freunde gehen, der zweite Teil an den Rat der Stadt und der dritte Teil schließlich an die Kirche.

Aber, und auch das verfügte Eulenspiegel, die Truhe, in der sich das Geld befinde, dürfe erst vier Wochen nach seinem Tod geöffnet werden. Außerdem müsse sein Leichnam natürlich auf einem geweihten Fleckchen Erde auf dem Friedhof begraben werden. Gerne stimmten seine Erben zu, denn sie waren sicher: Wer sein Leben lang nur von der Narretei gelebt hatte wie Till Eulenspiegel, der musste einfach ein schönes Sümmchen Geld im Laufe seines Lebens angehäuft haben.

Till Eulenspiegel also starb, wurde zu Grabe getragen und vier Wochen später, trafen sich die Erben, damit jeder sein Drittel des Vermögens mit nach Hause nehmen könne. Erstaunt aber waren alle, dass die Kiste, die Eulenspiegel ihnen hinterlassen, vollkommen leer war. Und da niemand an einen Streich von Eulenspiegel dachte, denn der war ja tot, da beschuldigten sich die Erben eben gegenseitig, das Geld gestohlen zu haben und gingen schließlich im Streit auseinander. Aber natürlich hatte Eulenspiegel nie Geld in die Kiste hinein gegeben.

Till wird Bäckergeselle

In Braunschweig war es, da kam Till Eulenspiegel eines Tages an einer Bäckerstube vorbei, aus der es köstlich roch. „Ei“, dachte er, „das kann nett werden.“ Er ging in die Backstube hinein und gab sich dort als Bäckergeselle aus, was den Meister sehr freute, denn er suchte gerade eine helfende Hand.

Zwei Tage ging alles gut, dann sagte des Nachts der Bäckermeister zu Till, er möge die Arbeit nun alleine verrichten, er wäre zu müde und würde nun ins Bett gehen.

„Was soll ich backen“, fragte Till. Doch sein Chef war ein griesgrämiger Geselle und so fuhr er Till unwirsch an: „Eulen und Meerkatzen! Du bist doch Geselle, da musst du wissen, was du backen sollst.“ Und er verschwand.

Till tat, wie man ihm gesagt hatte. Er backte die ganze Nacht hindurch. Als am nächsten Morgen der Meister in der Tür stand, da traute er seinen Augen nicht. Nirgendwo war auch nur ein Brötchen oder gar Brot zu finden, nur Eulen und Meerkatzen sah er.

Da trieb er Till Eulenspiegel aus dem Haus, befahl ihm aber noch, den verbrauchten Teig zu bezahlen und packte ihm alle Meerkatzen und Eulen schleunigst ein. Die wollte er nicht in seinem Laden haben!

Nun war es aber so, dass am nächsten Tag Nikolaus gefeiert wurde. Und so stellte sich Till mit seinem Backwerk vor die Tür der Kirche, um seine köstlichen Leckereien den Kindern anzubieten. Die nahmen ihm das Naschwerk gerne ab und bald hatte Till viel mehr verdient, als er je für den Teig ausgegeben hatte.

Als das der Bäckermeister hörte, da wollte er sich glatt das Geld wieder geben lassen. Doch Till Eulenspiegel war längst über alle Berge.

Till Eulenspiegel, Held eines Schwankromans auf dem Seil über dem Marktplatz mit den Schuhen der Bewohner.

Till Eulenspiegel, Held eines Schwankromans auf dem Seil über dem Marktplatz

wdr5.de

           

http://s3-eu-west-1.amazonaws.com/

Till Eulenspiegel

gesellschaftsspiele.spielen.de

Hier der deutsche Spielfilm, der DEFA-Film mit Winfried Glatzeder ist leider bei Youtube nicht vorhanden.

Dieser Beitrag wurde unter Allgemein veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

3 Kommentare zu “Die schönsten Deutschen Sagen – Till Eulenspiegel

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s