Ferngesteuert: Wie uns Amazon, Google, Facebook & Co im Netz kontrollieren

14. Juni 2015

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Die großen Datenspione aus den USA wissen, was wir im Netz tun werden, bevor uns das überhaupt selber klar ist. Die neue Liebe, das neue Buch, die nächste Bestellung, ob wir kreditwürdig sind oder zum Terroristen werden – deren Algorithmen haben all das schon längst vorausberechnet. Unser Leben wird von Maschinen fremdbestimmt. Erkennen Sie die Methoden der Manipulation – mit einem Blick hinter die Kulissen.

Unser Leben wird im Voraus berechnet – die Algorithmen von Google, Facebook, Amazon, Netflix & Co ziehen uns förmlich aus. Wir werden durchleuchtet wie am Flughafen-Scanner und merken es nicht einmal. Das Schlimmste liegt aber noch vor uns: Die Maschinen entwickeln ein Eigenleben. Sie sammeln Daten, beobachten, wägen ab und kommen zu Entscheidungen – ohne, dass ein Mensch darauf noch Einfluss nehmen kann.

Viele Zeichen deuten darauf hin: Etwa die berüchtigte »No-Fly-List« der USA: Wer auf dieser Liste landet, darf in »God´s own country« weder ein- noch ausreisen. Die Entscheidung darüber treffen längst Algorithmen. Ein einziger denunzierender Kommentar in den sozialen Netzwerken reicht dafür aus. Ausgewertet wird auch, wer Ihnen bei Twitter oder Facebookschreibt: Steht er selbst unter Verdacht, kommen Sie automatisch mit auf die Liste. TIDE undTSDB, die großen Terrorverdachts-Datenbanken der US-Geheimdienste, sammeln längst automatisiert immer mehr Informationen über Menschen rund um den Globus. Einen gewissen Schutz haben nur noch US-Bürger. Deren Fälle werden zumindest von Hand doppelt geprüft.

Aktienhandel auf Auto-Pilot – bis zum »Flash Crash«

Terrorismus – das ist weit weg, glauben Sie? Die Algorithmen sind längst überall und kontrollieren auch unsere Finanzen. Der nette Berater in der Bank bleibt nur noch der Sklave eines automatisierten Systems. Er verkauft etwas, was er selbst weder versteht noch kontrolliert. Den gesamten Wertpapierhandel führen längst Maschinen aus.

Rasend schnell werten sie Daten aus, kaufen und verkaufen. Es geht um Entscheidungen in Millisekunden, bei denen das menschliche Hirn nicht mehr mithält. Aktienhandel auf Autopilot und Kurs-Rennen mit abrupten Richtungswechseln – ohne, dass ein Mensch noch eingreifen kann.

Das Ergebnis des sogenannten Hochfrequenz-Handels sind »Flash Crashs«. Der gesamte Finanzmarkt kollabiert in einem Sekundenbruchteil. Die Finanzbranche ist dagegen wehrlos und wischt sich hinterher nur noch den Angstschweiß von der Stirn: »Noch einmal gut gegangen.« 2010 gab es den bislang größten »Flash Crash«. Computerprogramme hatten in Sekunden Aktien im Wert von 4,1 Milliarden Dollar verkauft. Sie lösten damit eine noch größere Verkaufswelle aus, in der andere Computerprogramme mitschwimmen wollten und auch verkauften. In Minuten sackte der Dow Jones um 1.000 Punkte ab. 1,3 Milliarden Aktien wurden gehandelt – sie fielen teilweise auf einen Bruchteil ihres ursprünglichen Wertes. Manche verloren sogar 99 Prozent.

Digitale Schufa: Wie Algorithmen die Zocker unter den Schuldnern entlarven

Auch, wenn Sie von Aktien Abstand halten, den Maschinen entkommen Sie nicht. Die Hamburger Firma Kreditech entwickelte einen Algorithmus, der automatisch unsere Kreditwürdigkeit berechnet – allein durch die Daten, die er über uns im Netz findet. Aus Tausenden Einzeldaten setzt er ein Bild über den Möchtegern-Schuldner zusammen. Die Welttitelte unlängst: »Gegen Kreditech ist die Schufa ein Schuljunge«. Wenn der Sachbearbeiter in der Bank also abwinkt, dann fallen Sie nicht über ihn her. Entschieden hat es eine Maschine. Kontrollieren Sie lieber, was die lieben Facebook-Freunde über Sie schreiben.

Kreditech fand mit dem Algorithmus sogar heraus: Menschen mit einer ganz bestimmten Schriftart auf dem Smartphone oder Rechner zahlen ihre Kredite nie zurück. Warum? Diese Schriftart nutzen nur Poker- und Casino-Programme. Ein unsichtbares Wasserzeichen, das Zocker verrät und der Gipfel der schamlosen Daten-Spionage ist.

Geld interessiert Sie nicht? Die Maschinen machen nicht einmal vor Liebe & Sex halt. Selbst in Dating-Plattformen werden wir fremdgesteuert. Ein Musterbeispiel ist Okcupid. Die Nutzer dort bekommen ungewöhnliche Fragen gestellt:»Ist die Erde größer als die Sonne?« oder »Ist Drogenkonsum zu zweit romantisch?« – Der Algorithmus wertet die Antworten aus und schlägt nach einer Liebesformel die Kandidaten vor. Okcupid ist dabei nur der amüsanteste Vertreter, die Konkurrenz schnüffelt ohne Augenzwinkern, ist absolut intransparent und hortet die gesammelten Datenberge. Darunter der Bildungsstand, das Einkommen, der Wohnort und weitaus intimere Informationen.

Sex-Häufigkeit minus Streit-Frequenz = Beziehung

Dabei bleibt die computer-gesteuerte Liebe nicht mehr als eine Illusion. Den Algorithmen fehlt auch der kleinste Funken Fantasie. Sie wurden von Menschen programmiert und ein Blick hinter die Kulissen verrät die Banalität des Blödsinns. Ein Beispiel: Wie lässt man Maschinen die Stabilität in einer menschlichen Beziehung berechnen? Sie reduzieren einfach alles auf eine Formel mit zwei Faktoren: Sex-Frequenz minus Streit-Frequenz. So einfach geht das. Rutscht das Ergebnis ins Minus, schlägt ihnen der unromantische Liebes-Algorithmus gleich eine neue Beziehung vor.

Dass die Maschinen noch nicht unsere Liebe beherrschen, liegt an uns. Wir lügen bei der Partnersuche schon bei Gewicht, Alter, Einkommen und optimieren schamlos den Lebenslauf mit Fotos. Statt der nackten Wahrheit gibt es unbrauchbaren Datenmüll. In diesem Berg voller Lügen findet auch eine Maschine nicht unsere große Liebe. Wären wir doch sonst nur so unkontrollierbar: Viel geschickter sind die Algorithmen darin, Menschen und ihr Verhalten vorauszusagen – weil sie beobachten, während wir uns allein fühlen.

Der Mensch in der Schublade

Beispiel Amazon: Bereits 1995 wollte Amazon den Buchhändler als Experten abschaffen. Kaufen Sie dort etwas, kommen sofort Empfehlungen, was sonst noch interessant ist. Der Algorithmus merkt sich Ihre Vorlieben und steckt Sie in eine bestimmte Schublade – Kunden werden nach den gleichen Interessen gruppiert. Für Amazon sind wir berechenbar. Das US-Unternehmen weiß, was wir wann kaufen werden, bevor uns das selbst in den Sinn kommt.

Das Geheimnis hinter der intelligenten Lagerhaltung hat aber noch eine weitere, hässliche Seite: Amazon teilt seine Informationen mit Datensammelprogrammen. Wer Fifty Shades of Grey als Geschenk bestellt, den verfolgt das Buch fortan im Netz. Sowohl Google als auchFacebook bekommen Informationen von diesen Datensammelprogrammen und kennen fortan auch unsere Einkäufe. Immerhin verdienen beide Konzerne ihr Geld mit maßgeschneiderten Werbebannern.

Google vergisst nichts!

Beispiel Google: Weitaus mehr Daten über uns sammelt der Suchmaschinenriese aber selbst. Wonach suchen wir? Worauf klicken wir? Google vergisst nichts! Im »Suchverlauf« bleiben alle Stichworte erhalten, nach denen man jemals gesucht hat. Zehntausende und mehr. Sie können gerne löschen, der Google-Algorithmus hat alles längst verarbeitet – und kennt Sie besser als Sie sich selbst.

Aus den Suchanfragen leitet Google unsere Interessen ab, wertet aus und erstellt unser Profil– oder zumindest den Teil, den der US-Konzern zeigen will. Hier genügt bereits ein Klick auf »Interessen«, um Sie sprachlos zu machen. Ähnlich wie bei Amazon landen wir mit unseren Interessen in einer der Schubladen. Verhindern lässt sich das mit diesem Datenschutz-Plugin für den Browser. Wer das nicht tut, leidet bald unter mehr als nur persönlicher Werbung, die immer aufdringlicher wird.

Internet-Zensur: Aus der Suchmaschine wird ein Filter

Denn: Eigentlich sollte eine Suchmaschine Webseiten nur nach ihrer Wichtigkeit sortieren. Je mehr andere Seiten auf sie verlinken, umso wichtiger wird sie, desto weiter nach oben in der Trefferliste rutscht sie. Google geht aber noch weiter und filtert neben der Werbung auch die Suchergebnisse – abgestimmt auf den Menschen in der Schublade. Das bedeutet: Wir sehen im Netz nur Dinge, die Google als interessant für uns einstuft. Der US-Konzern lenkt seine Nutzer mit unsichtbaren Scheuklappen. Wer sich für das Buch Fifty Shades of Greyinteressiert, landet in der Kategorie »Bondage & Sadomaso« und wird beim Suchwort »Latex« mit etwas ganz anderem bestraft als ein Informatiker, der nach der Software »LateX« sucht.

Auf ähnliche Weise blendet Google auch die Suchergebnisse aus, die Staaten ihren Bürgern vorenthalten wollen. Nicht nur in autoritären Regimen wie China, Iran, Vietnam oder Syrien. Auch Demokratien ziehen immer engere Grenzen. Der freie Informationsfluss wird manipuliert – im fernen Australien oder Brasilien und nicht zuletzt im sehr nahenDeutschland. Wir waren 2012 Vize-Weltmeister bei der Internet-Zensur: Sperren, löschen und Personen identifizieren; Google setzt diese Forderungen der staatlichen Behörden um, die nach immer mehr Zensur gieren.

Google entscheidet, was wichtig ist – und nicht Sie!

Der Algorithmus ändert aber auch die Menschen. Google sortiert unser Leben und macht aus dem selbstbestimmten Ich ein ferngesteuertes Ziel für Werbung. Wir sehen bei jeder Suche nichts Neues mehr, sondern bekommen nur noch geliefert, was wir kennen und lieben. Das ist der Fluch der Personalisierung. Je länger Sie Google nutzen, desto mehr Daten sammelt der Suchmaschinenriese über Sie – und desto größere Teile des Internets blendet Google aus, weil sie nicht zum Profil passen. Google entscheidet, was wichtig ist – nicht Sie! Der US-Konzern belastet uns nicht gerne mit dem, was gegen die gewohnten Ansichten spricht.

Machen Sie den Test. Keine zwei Google-Benutzer sehen die gleiche Trefferliste. Beispiel »BP«. Der Finanz-Orientierte bekommt Anlegertipps. Der Antifa-Aktivist darf die gesunkene Bohrplattform »Deepwater Horizon« und eine Ölpest bewundern. Beispiel »Ägypten«. Wer gerne Pauschalreisen im Internet bucht, sieht Hotels, Reisetipps und Folklore. Ihm entgehen Revolution, Staatskrise, Schauprozesse und Hinrichtungen. Wir sitzen in einer Blase, in der uns nur noch die Informationen erreichen, die wir mögen. Damit bietet der US-Konzern auch eine Infrastruktur zur globalen Verbreitung des amerikanischen Weltbilds. Die Suchmaschine steht schon lange im Fokus der amerikanischen Geheimdienste – denn für diese Institutionen klingt dieses Alptraum-Szenario nach einem Traum.

»Gefällt-mir«: Facebook als Zensurbehörde

Beispiel Facebook: Nicht weniger gefährlich für die geistige Gesundheit ist der Facebook-Algorithmus. Auch er verzerrt den Blick auf die Welt und entscheidet, welche Videos, Fotos und Nachrichten uns überhaupt erreichen. Die Maschine nimmt den Menschen das Denken ab und analysiert alles, was wir jemals im sozialen Netzwerk getan haben. Mit wem ist der Nutzer befreundet? Welche »Gefällt-mir«-Knöpfe hat er gedrückt? Welche Meldung fand er interessant und wie viel Zeit hat er damit verbracht? Marc Zuckerberg lässt es auswerten – und noch viel mehr. Was genau, das hütet Facebookwie ein geheimes Rezept.

Trotzdem bleibt das soziale Netzwerk für seine Nutzer Informationsquelle Nummer eins. Obwohl es auch eine Zensurbehörde ist. Obwohl »Privat« und »Tabu« dort schon immer Fremdwörter waren. Was im Facebook-Universum passiert oder nicht, bestimmt alleinFacebook.

Der Netzwerk-Konzern experimentiert mit der Wahrheit

Am 9. August 2014 starb der schwarze Teenager Michael Brown durch die Schüsse eines weißen Polizisten. In der US-Stadt Ferguson brachen deshalb sofort Rassenunruhen aus. Die US-Internet-Soziologin Zeynep Tufekci wurde an diesem Tag ihr eigenes Experiment, denn Sie sah, wie im Netz die Wahrheit darüber gelenkt wird. Auf Twitter erhielt Tufekci sofort die Meldung über den Mord. Und auf Facebook? Nichts. Brisant ist hierbei: Die Soziologin äußerte sich bereits in der Vergangenheit kritisch gegenüber dem Datenhändler Zuckerberg. Hatte das soziale Netzwerk Tufekci in eine Gruppe gesperrt, die nur noch positive Meldungen bekommen sollte? Das halten Sie für zu weit hergeholt?

Bereits 2012 führte der Netzwerk-Konzern ein Psycho-Experiment mit 693 000 Facebook-Nutzern durch – ohne deren Wissen. Die Hälfte der Versuchskaninchen bekam auf der Startseite mit den wichtigsten Neuigkeiten nur noch positive Einträge gezeigt – die andere Hälfte negative. Das soziale Netzwerk wollte testen, wie es die Stimmung der Menschen beeinflusst, spielte mit den Emotionen und verfälschte die Wirklichkeit.

Maschinen werden zunehmend zum Werkzeug der Macht unter der Kontrolle von Konzernen wie Google, Amazon und Facebook. Sie sitzen auf dem Geheimnis ihrer Algorithmen wie einst Schürfer auf dem eigenen Claim. So lange diese Wildwest-Mentalität im Netz herrscht, sollten wir einen gesunden Abstand halten. Auch, wenn alles auf den ersten Blick wie Gold glänzt.

Der Preis ist zu teuer, denn wir zahlen mit unserer Freiheit.

Literatur:

Gekaufte Journalisten von Udo Ulfkotte

Bewusstsein 2.0: Wie die modernen Medien unser Denken manipulieren von Sabrina Wallner

Die facebook-Falle: Wie das soziale Netzwerk unser Leben verkauft von Sascha Adamek

Kapitalismus als Spektakel: Oder Blödmaschinen und Econotainment von Georg Seeßlen

Quellen: PublicDomain/info.kopp-verlag.de vom 13.06.2015

http://www.pravda-tv.com/

Seht genau hin, der Flüsterer hat Hörner,der ZION-Poroschenko ist williger Ausführer für den initiierten USRAEL-Stellvertreter-Krieg….wehe uns in Deutschland/Europa…” jeder ” sollte das Interview Putins lesen…jeder !!

Die Wahrheit: »Kulturabbruch durch Masseneinwanderung bildungsferner Migranten«

Udo Ulfkotte

Politik und Medien sind geübt im Lügen. Angeblich gibt es in Deutschland immer mehr »Arme«, die weniger als 60 Prozent des Durchschnittseinkommens haben. Das ist kein Wunder, wenn man das Land mit Menschen aus Staaten der Dritten Welt flutet, die keinen Schul- oder Bildungsabschluss haben, immer öfter Analphabeten sind und dafür sorgen werden, dass Renten-, Pflege- und Sozialversicherungen endgültig zusammenbrechen werden.

Entwicklungsland hat an den Universitäten mehrere Lehrstühle und Forschungseinrichtungen für Bevölkerungsforschung, weil die Thematik untrennbar mit dem wirtschaftlichen Wohlergehen eines Landes verknüpft ist. Nur Deutschland ist das einzige Land der Welt, welches auf Druck der Politik alle (früher drei) Institute für Bevölkerungsforschung geschlossen und durch Lehrstühle für Gender-, Schwulen und Transgenderstudien ersetzt hat. Deutsche Politiker brauchen offenkundig keine wissenschaftlichen Daten zur Bevölkerungsentwicklung.

Sie wissen, wie man auf die »Überalterung« der Gesellschaft reagiert und öffnen einfach die Grenzen, damit jene, die kein anderes Land haben will, bei uns eine Zukunft finden. Auf die Idee, dass Kinder der eigenen Bevölkerung die Zukunft eines Landes sind, ist in den letzten Jahren kein deutscher Politiker gekommen. Denn junge Familien zu ermuntern, Kinder zu bekommen, erinnert Politik und Medien in Deutschland an dunkelste Nazi-Zeiten. Wenn deutsche Familien Kinder bekommen, dann ist das irgendwie »rechts«. Politisch korrekt ist es heute, wenn Schwule und Transgendervertreter Kinder adoptieren und diese gendergerecht auf den ersten multikulturellen Tuntenball vorbereiten.

Professor Herwig Birg, der schon erwähnte Begründer der Bevölkerungsforschung, ist inzwischen 76 Jahre alt und hat mit Die alternde Republik und das Versagen der Politik jetzt ein Sachbuch geschrieben, welches das bekannteste Werk zur Alterung der Gesellschaft (Das Methusalem-Komplottvon Frank Schirrmacher) fachkundig zerreißt und uns dabei zugleich auch noch drastisch aufzeigt, wie wir mit Zuwanderung unsere eigenen Lebensgrundlagen zerstören. Schon im Vorwort schreibt Birg, dass der frühere FAZ-Herausgeber Frank Schirrmacher ein ganzes Land mit seiner irrwitzigen Behauptung zum Narren gehalten habe, wonach die Steigerung der Lebenserwartung unser Hauptproblem sei. Schirrmacher habe »den Blick dafür verstellt, dass die niedrige Geburtenrate Deutschlands und nicht die steigende Lebenserwartung die entscheidende Ursache der Alterung, Schrumpfung und aller übrigen demografischen Probleme bildet«.

Professor Birg prognostiziert uns ganz nüchtern den Zusammenbruch der gesetzlichen Renten-, Kranken- und Pflegeversicherung, weil es einen immer stärkeren Verteilungskampf geben wird. Wirklich spannend wird das Buch für mich im Kapitel »Der Einfluss von Geschlecht und Bildung auf die Lebenserwartung«. Der Wissenschaftler schreibt auf Seite 96, dass die Bildung eines Menschen zu »80 Prozent durch die Intelligenz bestimmt« werde, »die nach dem heutigen Kenntnisstand wiederrum zu 50 bis 80 Prozent genetische Ursachen hat«. Ich dachte, so etwas dürfe man heute nicht mehr schreiben und erinnerte mich beim Lesen dieser Passage an Thilo Sarrazin und an die Debatte um den Einfluss der Gene auf die Intelligenz eines Menschen.

Doch Professor Birg ist kein zweiter Thilo Sarrazin, sondern zitiert in Die alternde Republik und das Versagen der Politik aktuelle wissenschaftliche Studien, die scheinbar über jeden Zweifel erhaben sind. Die Zusammenhänge von Lebenserwartung, Intelligenz und Bildung erklärt er auch dem größten Skeptiker überzeugend mit aktuellen Studien an 5,2 Millionen männlichen deutschen Rentenbeziehern durch die Deutsche Rentenversicherung. Mithilfe dieser Daten wird deutlich: Wer die höchste Bildung hat, der erzielt auch das höchste Einkommen und hat die höchste Lebenserwartung. Die deutsche Studie deckt sich mit den Ergebnissen von Studien aus anderen Ländern (etwa aus Finnland, Seite 97).

Vor diesem Hintergrund skizziert Birg die durchschnittlich niedrige Bildung von Migranten, die eine extrem schlechte schulische und berufliche Bildung aufweisen und zu einem erheblichen Teil von Sozialhilfe leben (Seite 122). Die Schlussfolgerungen, die er daraus zieht, sind politisch ganz sicher nicht korrekt (Seite 125): »Der in Deutschland drohende Kulturabbruch durch die Einwanderung bildungsferner Bevölkerungsgruppen ist im Gegensatz zu einem wirtschaftlichen Rückschlag ein für Generationen irreversibler Vorgang. So wie es für eine Familie nichts Schlimmeres gibt, als wenn ihre Kinder ohne Ausbildung das Erwachsenenalter erreichen, so kann es für ein Land nichts Nachteiligeres geben, als die Einheimischen um vermeintlicher wirtschaftlicher Vorteile willen in großem Maßstab durch bildungsferne Populationen zu ersetzen.«

Wirklich schockiert und nachdenklich gemacht hat mich eine andere Passage des Buches. Politik und Medien behaupten ja, dass durch die Einwanderung die Alterspyramide verändert und die demografischen Probleme gelöst werden könnten. Aber genau das Gegenteil ist der Fall: Die derzeit praktizierte Einwanderungspolitik wird alle Probleme extrem verschärfen. Birg schreibt: »Die im Alter von z.B. 30 Jahren Zugewanderten gehören jedoch nach drei Jahrzehnten zur Gruppe der 60-Jährigen und Älteren, deshalb hat die Einwanderung nach Deutschland einen doppelten Effekt: Sie bewirkt kurz- und mittelfristig eine Verjüngung der Bevölkerung, langfristig schwächt sich der Verjüngungseffekt jedoch wieder ab und verkehrt sich in sein Gegenteil. (…) Wollte man den Anstieg der Altersquotienten in Deutschland durch Einwanderung Jüngerer stoppen, müssten nach den Vorausberechnungen der UN bis 2050 netto 188 Millionen Menschen mehr nach Deutschland ein- als auswandern.« Insgesamt vier Mal zitiert Professor Birg in Die alternde Republik und das Versagen der Politik die Vorausberechnungen der Vereinten Nationen, welche es auch für viele andere Länder der Welt gibt.

Es gibt offenkundig keinen Wissenschaftler, der die Zahlen bestreitet – nur Politik und Medien ignorieren sie. Die Wahrheit lautet demnach: Die deutsche Bevölkerung müsste jedes Jahr 3,4 Millionen junge Zuwanderer aufnehmen und von derzeit 82 auf 299 Millionen im Jahr 2050 ansteigen, um den Altersquotienten zumindest konstant zu halten (Seite 110). Auf rund 240 Seiten erklärt uns Wissenschaftler Birg, wie illusorisch das ist. Klar ist am Ende: Wir werden bald schon mindestens bis zum 72. Lebensjahr arbeiten müssen, um überhaupt noch eine Rente zu bekommen. Und die wird dann wohl nur noch halb so hoch sein, wie man es heute erwarten würde. Birg schlägt als eine von vielen Lösungen eine Rentenkürzung bei Kinderlosen vor (Seite 157). Und er legt überzeugend dar, dass wir an dieser Lage nichts durch noch so viel Einwanderung verändern werden (Seite 180): »Zuwanderungen aus dem Ausland sind auf Dauer kein Ersatz für Geburten im Inland«.

Professor Birg spricht in Die alternde Republik und das Versagen der Politik von fünf »demografischen Plagen«: Dem immer größeren Interessengegensatz zwischen den alten und jungen Generationen, zwischen den Menschen mit und ohne Kinder, zwischen den Regionen, zwischen Zugewanderten und nicht Zugewanderten und dem Finanzkonflikt. Er lässt den Leser am Ende seines spannenden und lehrreichen Buches eher fröstelnd zurück. Er nennt noch einmal die großen Katastrophen und politischen Umwälzungen der Deutschen: Weltkriege, Hyperinflation, Flucht und Vertreibung, Teilung Deutschlands und Wiedervereinigung. Und er erinnert daran, wie dieses Land einmal größte wissenschaftliche Leistungen in Serie hervorbrachte, sichtbar auch an der Rekordzahl von Nobelpreisen – und wie sich die Kette des Niedergangs und der deutschen Katastrophen nun fortsetzt. Dieses Mal in Form eines beispiellosen demografischen Niedergangs im 21. Jahrhundert.

Was zu tun ist? Professor Birg gibt auf diese Frage schon auf Seite elf seines Buches eine Antwort. Dort zitiert er einen der ranghöchsten Vertreter der deutschen Wirtschaft, der ihm am Rande des Berliner Demographieforums gesagt habe: »In Deutschland lässt sich das Ruder nicht mehr herumreißen. Meine vier Söhne werden alle aus Deutschland auswandern.« Professor Birg findet es skandalös, dass unsere Wirtschaftselite so denkt. Und er entwickelt Ideen, wie man das Ruder noch herumreißen könnte. Im letzten Kapitel schlägt er beispielsweise vor, bei der Vergabe von Arbeitsplätzen, Eltern zu bevorzugen und Mütterquoten einzuführen (Seite 205). Aber wahrscheinlich glaubt er selbst nicht, dass er in Zeiten, in denen sich die Politik am liebsten um Gender-, Schwulen- und Transsexuellenproblemchen kümmert, außerhalb der wenigen noch normal denkenden Menschen, Gehör finden wird.

 http://info.kopp-verlag.de/

Phänomen in Alaska: Warum diese Wasserkreaturen vom Himmel fallen

4. Juni 2015

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Diese Geschichte aus Alaska erinnert ein wenig an biblische Plagen. In der Gegend um Fairbanks sind in der vergangenen Woche mehrere Exemplare blutsaugender Fische vom Himmel gefallen. Jetzt wird nach einer Erklärung für den sonderbaren Fischregen gesucht.

Mysteriöses Parasiten-Aufkommen im US-Bundesstaat Alaska: Mehrere Exemplare des „Arktischen Neunauges“ sind an sehr ungewöhnlichen Orten gefunden worden. Dafür gibt es eine Erklärung.

Rätselraten in Fairbanks, der zweitgrößten Stadt im US-Bundesstaat Alaska: Seit etwa einer Woche werden hier immer wieder Exemplare des „Arktischen Neunauges“ gefunden. Allerdings nicht in der Nähe des Wassers, wo das aal-ähnliche Tier eigentlich hingehört – sondern auf Parkplätzen oder in Vorgärten.

(Foto: Aufgrund der Öffnungen an der Seite heißt das Tier „Neunauge“)

Der „Washington Post“ zufolge hatte unter anderem eine Angestellte eines Second-Hand-Ladens vor einigen Tagen einen vermeintlichen Fisch auf dem Parkplatz vor dem Geschäft entdeckt. Insbesondere die vielen Löcher, die das Tier an den Seiten seiner schuppenlosen Schleimhaut hatte, irritierten die Frau.

Deshalb wandte sie sich an das Alaska Department of Fish and Game, das sich fortan mit dem Fall beschäftigt und in der Gegend rund um Fairbanks drei weitere Neunaugen fand.

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Seinen Namen hat das Tier aufgrund jener „Löcher“ an den Seiten. Es sind Kiemenöffnungen, durch die es atmet, und die zusammen mit den Augen am Kopf optisch wie neun Augen anmuten.

Streng genommen handelt es sich beim Neunauge nicht um einen Fisch. Auch wenn das Tier einem Aal ähnelt, so zählt es zu den Rundmäulern, eine Urgattung der kieferlosen Wirbeltiere. Auch paarige Flossen hat das Neunauge nicht.

Ausgewachsene Tiere verfügen über zwei Rückenflossen, die in die Schwanzflosse übergehen. Mit ihrem trichterförmigen Maul, ausgestattet mit Hornzähnen, saugen sie sich an ihre Beute. Dabei sondern sie ein Sekret ab, das bei ihrer Beute die Blutgerinnung hemmt und das Gewebe zersetzt – sie saugen ihr Opfer schlichtweg aus. Dieses überlebt den Angriff meistens nicht.

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Eigentlich sind Neunaugen dort selten

Insgesamt vier Fische wurden letzte Woche in der Nähe von Alaskas zweitgrößter Stadt gefunden, berichtete die Regionalzeitung „Alaska News-Miner“. Ein Anwohner fand ein Exemplar in seinem Vorgarten, ein anderer stolperte auf einem Supermarkt-Parkplatz über einen der bis zu 30 Zentimeter langen Fische.

Besonders kurios ist, dass die Neunaugen in der Gegend selbst im Wasser eher selten zu finden sind.

Sind Möwen Schuld am Neunaugen-Regen?

Über die Ursache des Fischregens wird derzeit noch spekuliert. Am wahrscheinlichsten ist, laut dem „Alaska Department of Fish and Game“, dass Möwen die Fische aus dem Chena River picken und mit ihnen wegfliegen statt sie sofort zu verspeisen. Hin und wieder kann es passieren, dass die Vögel ihre Beute versehentlich wieder fallen lassen.

Der Name Neunauge geht übrigens auf eine falsche historische Beschreibung zurück. Neben den eigentlichen Augen hatte man versehentlich die sieben seitlichen Kiemenspalten mitgezählt. Gourmets dürften die Tiere auch unter dem Namen Lampreten bekannt sein.

In Spanien, Portugal und Frankreich findet man sie so gelegentlich auf Speisekarten. Sie schmecken ein wenig fleischiger als Fische, was vermutlich daran liegt, dass es sich bei den Neunaugen im biologischen Sinne nicht um Fische, sondern um lebende Fossilien handelt.

Literatur:

Menschenzeit: Zerstören oder gestalten? Wie wir heute die Welt von morgen erschaffenvon Christian Schwägerl

Die Erde hat ein Leck: Und andere rätselhafte Phänomene unseres Planeten von Axel Bojanowski

Kritik des Anthropozäns: Plädoyer für eine neue Humanökologie von Jürgen Manemann

Quellen: Alaska Department of Fish and Game/WeltOnline vom 14.06.2015

http://www.pravda-tv.com/

IMMER MEHR HARTZ IV AUFSTOCKER VERSCHULDET

11.06.2015

Immer mehr Menschen in Deutschland verschulden sich. 6,7 Prozent derjenigen, die eine Schuldnerberatungsstelle aufsuchten, waren laut dem statistischen Bundesamt, sogenannte Aufstocker. Die Betroffenen müssen trotz regulärer Arbeitsstelle mit Hartz IV-Leistungen aufstocken, um nicht unter das Existenzminimum zu fallen. Das Konträre: Nur etwa 3 Prozent aller sozialversicherungspflichtigen Beschäftigen sind Aufstocker.

Im Durchschnitt hatte jeder betroffene Schuldner einen Minusbetrag von 37.992 Euro aufzuweisen. Zum Vergleich: Bei allen anderen Schuldnern sind es durchschnittlich 34.500 Euro. Besonders schlimm sei es in Berlin. Dort müssen etwa 8 Prozent der Aufstocker eine Beratungsstelle für überschuldete Haushalte aufsuchen.

Etwa 28 Prozent der verschuldeten Aufstocker gaben an, sie könnten aufgrund der prekären Beschäftigung die Schulden nicht zurückzahlen. Ein Viertel der Betroffenen sagte, die Schulden hätte sich erst mit dem zu niedrig bezahltem Job angehäuft.

Warum ist hier die Schuldengefahr so hoch? „Anschaffungen wie Kühlschränke, Urlaube oder ein Auto müssen immer auf Kredit angeschafft werden“, sagt Tobias Müller, von der Schuldnerberatung. Auch würden Viele versuchen, ihren alten Lebensstil irgendwie aufrecht zu erhalten. Wer ohne Job Hartz IV erhält, hat mindestens die Möglichkeit, einmalige Beihilfe zu erhalten. „Das haben Aufstocker nicht, obwohl ihnen oft nichtmehr Geld zur Verfügung steht“, so Müller. (sb)

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ENDSTATION HARTZ IV: 50 % DAUERHAFT ANGEWIESEN

Knapp die Hälfte der Hartz IV-Bezieher ist dauerhaft auf die Leistung angewiesen

09.06.2015

So sehr sie sich auch bemühen, sie finden keinen Job. Viele haben eine Ausbildung oder verfügen nur über eine Qualifikation und trotzdem klappts nicht. Andere können nicht arbeiten, weil sie ihre Kinder betreuen oder Angehörige pflegen. Knapp drei Millionen Menschen sind laut neuster Statistik der Bundesagentur für Arbeit (BA) auf Hartz IV angewiesen. Knapp die Hälfte von ihnen bezieht die Sozialleistung bereits seit vier Jahren oder länger.

Fast jeder zweite Hartz IV-Bezieher bezieht dauerhaft staatliche Unterstützung
Der BA-Statistik zufolge waren Ende 2014 rund 2,79 Millionen Hartz IV-Bezieher (46 Prozent aller Hartz IV-Bezieher) bereits seit vier Jahren oder länger auf die staatliche Unterstützung angewiesen. 64 Prozent standen länger als zwei Jahre im Hartz IV-Bezug. Nur 22,4 Prozent der Erwerbslosen bezogen lediglich ein Jahr oder kürzer das Arbeitslosengeld II (ALG II). Damit haben sich die Zahlen im Vergleich zum Vorjahr kaum verändert.

Vor allem in den östlichen Bundesländern ist die Lage besorgniserregend. Mit Ausnahme von Thüringen liegt die Quote hier sogar bei über 50 Prozent. Sachsen-Anhalt übernimmt mit 54,5 Prozent Spitzenposition. In Berlin und Brandenburg sind 53,4 Prozent der Hartz IV-Bezieher dauerhaft auf die Sozialleistung angewiesen. In den südlichen Bundesländern mit geringer Arbeitslosenquote liegt der Anteil der dauerhaften Hartz IV-Bezieher dagegen unter 40 Prozent. So ist in Bayern und Baden-Württemberg nur etwa jeder Dritte bereits seit vier Jahren oder länger auf Hartz IV angewiesen.

In westdeutschen Städten mit hoher Arbeitslosenquote, wie etwa im Ruhrgebiet, sieht die Situation ähnlich dramatisch wie in den ostdeutschen Bundesländern aus. In Essen, Gelsenkirchen, Bottrop, Oberhausen und Mülheim stehen über 50 Prozent dauerhaft im ALG II-Bezug. Damit liegen diese Städte deutlich über dem nordrhein-westfälischen Durchschnitt von 46,3 Prozent. (ag)

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