Großbritannien: Beugehaft oder Gefängnis für Nicht-Preisgabe von Passwörtern

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Berlin, 15. Juni 2015 (ADN). ++ „Schon jetzt können die britischen Behörden Nutzer in Beugehaft nehmen oder für ein bis zwei Jahre ins Gefängnis stecken, wenn diese sich weigern, ihre Passwörter offenzulegen. Das schreibt die Tageszeitung „neues deutschland“ (nd) am Montag unter Berufung auf die Internet-Aktivistin Sarah Harrison. Sie wolle nicht in einem Land wie Großbritannien leben, wo die Verschlüsselung von Kommunikation nun ganz untersagt werden soll, um den Geheimdiensten die Arbeit zu erleichtern. Nach ihren Informationen sind erst „ein Prozent der Snowden-Dokument veröffentlicht.“

Nun lebt Harrison, die den Whistleblower Edward Snowden ins Moskauer Exil begleitet hatte, selbst im Exil in Deutschland. Illusionen darüber mache sie sich allerdings nicht, denn es komme auf den Bundesnachrichtendienst an. „Der Große Bruder aus den USA berate seine Partnerdienste auch in Rechtsfragen, damit diese die geltenden Gesetze umgehen können, wird sie von nd zitiert. Ähnliches befürchtet Harrisons US-amerikanisches Pendant Jacob Appelbaum. Er befürchtet, dass…

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Dann gnade Euch Gott!

Avatar von Runenkrieger11Treue und Ehre

Andy Martin via Google+

Dann gnade Euch Gott!

In der Truppe rumort es offenbar schon länger. Es gibt Sie, aktive und ehemalige Soldaten die ihre Stimmte gegen die Regierung Merkel und die USA erheben. In diesem Artikel spricht der ehemalige Oberstleutnant Max Klaar und heutige Vorsitzende[1] des Verbands deutscher Soldaten, Klartext. Ohne ein Blatt vor den Mund zu nehmen kritisiert er die anhaltende Besatzung Deutschlands durch die Amerikaner und warnt Merkel und die Besatzer: »Noch sitzt Ihr da oben, Ihr feigen Gestalten. Vom Feinde bezahlt, und dem Volke zum Spott! Doch einst wird wieder Gerechtigkeit walten, dann richtet das Volk, dann gnade Euch Gott!«

Dann gnade Euch Gott!
Liebe Kameradinnen und liebe Kameraden. In diesen Tagen wünscht sich mancher von uns, die Straftatbestim­mun­gen »Hoch- und Landesverrat« wären nie aus unserem Strafgesetzbuch gelöscht worden, wie es die Sozialliberale Koalition 1969 tat, ehe sie ihre »neue Ostpolitik« in die Tat umsetzen…

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Krankenkassen sparen auf Kosten der Senioren und Behinderten

16. Juni 2015

krankenkassen-geld

Gesetzlich Versicherte sind oft die Leidtragenden, wenn Billiganbieter bei Ausschreibungen den Zuschlag kriegen. Mangelhafte Windeln für Hilfsbedürftige? Die Politik ist alarmiert.

Sabine Niese will reden. Sie will über das sprechen, was die meisten verschämt im stillen Kämmerlein ertragen. Die Mutter von drei Kindern redet über Inkontinenz – und über die miese Versorgung einiger Kranker. Die kesse 40-Jährige bringt das Problem so auf den Punkt: „Der Urin kommt oft schwallartig. Mit billigsten Plastikwindeln kommt man da nicht weit.“
Genau solche Primitivexemplare aber stellte die Krankenkasse der Hamburgerin im vorigen Sommer zur Verfügung. Niese nimmt eine Windel zur Hand und kichert: „Hören Sie mal, die knistert.“ Von ihrer unheilbaren Krankheit – sie leidet an ALS, einer Erkrankung von Nerven, die Muskeln steuern – will Niese ihr Leben nicht dominieren lassen. Das Verhalten mancher Kassen aber macht sie wütend. Ist das ein Feld, auf dem Versicherungen sparen sollten?

Millionen Bürger sind betroffen

Niese ist kein Einzelfall, berichtet Helmut Schreiber vom Vorstand des Selbsthilfeverbands Inkontinenz. Acht Millionen Menschen in Deutschland trifft das Leiden, so schätzt er. Etwa jeder Fünfte bekommt Windeln auf Rezept.
Die Kassen wollen mit dem Geld der Versicherten gut umgehen, schreiben Verträge für Hilfsmittel verstärkt aus. Doch das Resultat ist nicht selten schlechte Qualität. Manch ein Patient zahlt deshalb gleich lieber selbst drauf, so Schreiber. Sein Verband will mit einer Petition noch vor der parlamentarischen Sommerpause Druck entfalten.

Politiker fürchten, dass Patienten „gesundheitliche Schäden“ riskieren

Die Politik ist schon alarmiert. Der pflegepolitische Sprecher der Union, Erwin Rüddel, hat DAK-Chef Herbert Rebscher angeschrieben. Rüddel fürchtet, dass Patienten, die nicht selbst draufzahlen können, womöglich „gesundheitliche Schäden in Kauf nehmen müssen“ oder „in ihrem alltäglichen Leben eingeschränkt werden“. Der Politiker sorgt sich auch um die Zukunft der Sanitätshäuser. Denn auch Rollstühle, Rollatoren und andere Hilfsmittel werden verstärkt ausgeschrieben. „Da kommt der Anbieter um die Ecke erheblich unter Druck.“

Nur: Darf das Sanitätshaus vor Ort mit unverhältnismäßig hohen Aufschlägen arbeiten? „Wir wollen Preiswettbewerb“, betont Jens Spahn, gesundheitspolitischer Sprecher der Union. „Aber wir müssen in den nächsten Wochen klarstellen: Das darf definitiv nicht zu Lasten der Bedürftigen gehen.“

DAK-Chef Rebscher musste sich zuletzt einiges anhören, weil sich vor allem seine Versicherten beschwerten. Eine ganze Riege von Gesundheitspolitikern hat mit ihm Gespräche geführt. Angeblich zahlt die Kasse nur 12,50 Euro pro Monat für die Windeln. Ein Sprecher will das nicht bestätigen. Der Preis sei „vertraulich“, die Qualität der Hilfsmittel im Hilfsmittelverzeichnis geregelt. Kassen dürften keine höheren oder niedrigeren Standards erlauben. Das sehen einige in Berlin anders.

Auch dem Patientenbeauftragten der Bundesregierung, Karl-Josef Laumann (CDU), ist zu diesem Thema schon viel zu Ohren gekommen. Sein Kommentar: „Das darf nicht passieren. Krankenkassen und Leistungserbringer müssen – sofern dies noch nicht geschehen ist – die Probleme unverzüglich beseitigen.“ Am 27. Juni gibt es im Gesundheitsausschuss ein Expertengespräch, an dem die Spitzen der Barmer Ersatzkasse, der KKH und der DAK teilnehmen sollen. Eine Lösung muss her.

Für Sabine Niese käme die übrigens zu spät. Seit einigen Wochen hängt die Patientin an einem Blasenkatheter. Sie kämpft nur noch für andere. Mit Vehemenz.

Litertur:

Tödliche Medizin und organisierte Kriminalität: Wie die Pharmaindustrie unser Gesundheitswesen korrumpiert von Peter C. Gøtzsche

Heilen verboten – töten erlaubt: Die organisierte Kriminalität im Gesundheitswesen von Kurt G Blüchel

Die Impf-Illusion von Suzanne Humphries, Roman Bystrianyk

Quellen: dpa/FocusOnline vom 15.06.2015

http://www.pravda-tv.com/

UN-Bericht zu Gaza-Krieg – Für Israel nichts als Propaganda

Avatar von UnbekanntTerraherz

Propagandaschlacht zwischen UN und Israel? Für den israelischen Regierungschef ist der Bericht der Vereinten Nationen, der den Krieg im Gazastreifen 2014 aufarbeitet und zu einem vernichtendem Urteil zu kommen droht, nicht das Papier wert, auf dem er geschrieben wurde. Jetzt soll ein eigener Report die vermeintlich wahren Kriegsverbrecher entlarven. In dem heißt es beispielsweise, dass die Palästinenserorganisation Hamas und nicht Israel am Tod Tausender Palästinenser verantwortlich sei. Ebenso wird in dem Bericht der israelischen Regierung behauptet, dass selbstgebaute Katjuscha-Raketen der israelischen Wirtschaft signifikant geschadet hätten. Dieser erwähnt jedoch nicht die gewaltigen Zerstörungen in Gaza. Mehr auf unserer Webseite: http://rtdeutsch.com

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Von wegen »unabhängig«: Die taz bekommt Millionen vom „Staat“

Gerhard Wisnewski

Alle reden von der Zwangsgebühr für den öffentlich-rechtswidrigen Rundfunk. Dabei greifen andere Medien ungeniert Steuergelder ab und bezeichnen sich gleichzeitig auch noch als »unabhängig«, und zwar ausgerechnet die linke tageszeitung (taz). Mitten in der Zeitungs- und Medienkrise baut die ewig klamme taz ab Sommer 2015 ein neues Gebäude für schlappe 20 Millionen Euro – mit Geld und Grundstücken vom Staat…

Ganz so einfach war es wohl nicht, den eigenen Unterstützern einen Neubau für 20 Millionen Euro zu verkaufen. Von Anfang an gab es da einigen Erklärungsbedarf. Und deshalb gab man sich bei der taz gleich zu Beginn Mühe, Fragen aufzufangen und in die richtige Richtung zu lenken. In einem eigenen Sechseinhalbminuten-Video zum Thema äußern tazGenossen zunächst ihr freundliches Erstaunen über das Vorhaben, um dann aber brav zu der gewünschten Einsicht zu kommen – nämlich dass ein eigenes Haus wohl doch sinnvoll sein könnte.

Glaubwürdigkeit und Geldnot

Schließlich galten die taz-Journalisten jahrzehntelang als die Revoluzzer und gleichzeitig die Bettelmönche unter den deutschen Schreiberlingen. Mit schöner Regelmäßigkeit trudelten Bittbriefe bei Lesern und Unterstützern ein, nicht ohne den Hinweis, dass ohne ein ausreichendes Spendenaufkommen demnächst Schluss sein würde mit dem Blatt.

Jahrelang nahm sich die taz selbst als Geisel und hielt sich demonstrativ die Waffe an die Stirn, um immer neues Geld von ihrem Publikum zu erpressen – unfreundlich formuliert. Die ewige Geldnot gehörte fest zum Glaubwürdigkeitsmythos des Blattes. 1992 wurde die Zeitung schließlich als Genossenschaft organisiert, an der mittlerweile mehrere Tausend Unterstützer Anteile zeichneten.

Aber die Zeiten des Hungerleidens scheinen nun vorbei zu sein. Mitten in der Zeitungskrise steigt ausgerechnet das chronisch klamme ehemalige Sponti-Blatt wie ein Phönix aus der Asche und gönnt sich einen siebenstöckigen Neubau an der Friedrichstraße im Zentrum Berlins, nur 400 Meter vom jetzigen Standort in der Rudi-Dutschke-Straße entfernt, direkt neben dem Jüdischen Museum. Kostenpunkt: 20 Millionen Euro.

Von wegen »unabhängig«…

»Wir wollen eine Basis schaffen für einen unabhängigen Journalismus, kritischen Journalismus, der nicht beeinflussbar ist von anderer Seite«, tönt tazGenosse Wolf Eckert in einem Werbefilm für den taz-Neubau. In einer Zeit des Zeitungssterbens und der Zusammenschlüsse sei es »ganz wichtig, dass eine selbstständige Einheit da bleibt, die unabhängig agiert«. Mit der Unabhängigkeit ist es allerdings so eine Sache, denn ein stattlicher Teil der Knete für den Neubau kommt vom Land Berlin.

Donnerwetter: Vom Staat? Also vom Steuerzahler? Und ob. Zwar sind wir ja, was die Zwangsfinanzierung von Medien angeht, einiges gewöhnt. Neu ist jedoch, dass auch private Medien kräftig hinlangen, und zwar ausgerechnet solche, die sich gern als unabhängig und staatsfern inszenieren. Während die öffentlich-rechtswidrigen Sender ihre Gelder immerhin selbst eintreiben müssen, wird dem Bürger für dietaz ganz unauffällig in die Tasche gelangt – vom Finanzamt.

Auf der tazWebsite kann man die Rechnung besichtigen: »Die Finanzierung von rund 20 Mio. Euro für Grundstück und Gebäude steht auf vier Säulen«, kann man da lesen. Demnach kommen

  • drei Millionen Euro aus dem vorhandenen Genossenschaftskapital,
  • weitere sechs Millionen aus extra eingeworbenen Darlehen von den Genossen,
  • 7,5 Millionen aus einem Bankdarlehen und
  • 3,35 Millionen aus Fördermitteln des Landes Berlin zur »Förderung der regionalen Wirtschaftsstruktur«.

Macht zusammen 19,85 Millionen Euro. Aber leider ist das eine Milchmädchenrechnung. Denn erstens macht der Staat in Wirklichkeit sogar 3,8 Millionen Euro für die taz locker, wie der Berliner Senat nach einem Bericht der Jungen Freiheit (10.06.2015) dem Abgeordneten Kurt Wansner auf Anfrage mitteilte.

Zweitens ist das Förderprogramm, aus dem die Gelder stammen, eigentlich »auf ausgewählte, strukturschwache Regionen« ausgelegt. Ziel ist es laut Bundeswirtschaftsministerium, »im Sinne von Hilfe zur Selbsthilfe über die Stärkung der regionalen Investitionstätigkeit dauerhaft wettbewerbsfähige Arbeitsplätze in der Region zu schaffen«.

Berlin-Mitte – eine strukturschwache Region? Da staunt der Fachmann, und der Laie wundert sich: »Gemessen an diesen Grundsätzen ist die Investitionsbeihilfe für die taz fragwürdig«, so die JF: „Denn das neue taz-Verlagshaus entsteht in der Friedrichstraße, einer der teuersten Adressen Berlins mitten in der in einem Bauboom steckenden Hauptstadt.«

Spitzenimmobilie zum Ramschpreis

Das kann man wohl sagen. Laut immobilienscout24 können sich die aktuellen Bodenrichtwerte in der Gegend sehen lassen: »Spitzenwerte werden vor allem für herausragende Grundstücke wie z. B. im Bereich der Friedrichstraße in Berlin-Mitte mit Bodenrichtwerten von 4000 bis 7000 Euro ermittelt«, heißt es da. Und das ist noch moderat gerechnet, denn »die höchsten Bodenrichtwerte betragen hier bis zu 16 000 Euro je Quadratmeter«.

Doch, oh Wunder: Laut eigener Darstellung zahlte die Zeitung für das 1321-Quadratmeter-Grundstück an der Friedrichstraße nur etwa 1500 Euro pro Quadratmeter (2,042 Millionen geteilt durch 1321). Die Immobilie gab es demnach für den berühmten Appel und ein Ei.

Des Rätsels Lösung: Nicht nur der satte Zuschuss von knapp vier Millionen Euro, sondern auch das Grundstück kommt vom Staat, nämlich vom Land Berlin. Und dabei »wurden die Grundstücke nicht nach Höchstgebot, sondern nach Qualität des Konzepts vergeben«, heißt es bei der taz. Und da konnte die taz den Staat offenbar überzeugen.

Sieh an, sieh an: Unsere »kritische« taz! Demnach greift das Land Berlin dem Blatt also kräftig unter die Arme. Endlich hat auch die »links-alternative« tageszeitung die Fleischtöpfe des Steuerzahlers entdeckt und sich unter die Fittiche von Vater Staat gerettet. Begeistert sind aber nicht alle davon: »Ich bin der Meinung, Medien sollten nicht durch Steuergelder gefördert werden«, sagte der Berliner CDU-Abgeordnete Wansner der Jungen Freiheit:»Das behindert sie in meinen Augen in ihrer Unabhängigkeit, gerade bei der politischen Berichterstattung.« Ihn verwundere es zudem, so die JF, »dass die taz überhaupt staatliche Fördergelder annehme, ›wo sich die Zeitung doch sonst so viel auf ihre kritische Staatsferne einbildet‹.« Das kann man wohl sagen. Wie sagt doch der Volksmund: »Wes Brot ich ess, des Lied ich sing«

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Aktivisten wollen tote Flüchtlinge vor Kanzleramt beerdigen

Von , und

UPDATEDie Initiatoren der kontroversen Mauerkreuz-Aktion wollen tote Flüchtlinge vor das Kanzleramt bringen, um damit auf das Massensterben vor Europas Küste aufmerksam machen. Die Polizei reagierte gelassen.

So stellen sich die Aktivisten eine Gedenkstelle vor dem Kanzleramt vor.

So stellen sich die Aktivisten eine Gedenkstelle vor dem Kanzleramt vor. – FOTO: ALEXANDER LEHMANN / ZENTRUM FÜR POLITISCHE SCHÖNHEIT

Die Mitglieder des „Zentrums für Politische Schönheit“ wissen, wie man Politik inszeniert.Zum Jahrestag des Mauerfalls im November 2014 hatten die Künstler die weißen Kreuze zum Gedenken an die Mauertoten demontiert und an die EU-Außengrenzen getragen, um auf das Leid und Sterben von Flüchtlingen hinzuweisen. Die Aktion wurde bundesweit wahrgenommen und kontrovers diskutiert – zumal die Kreuze offenbar nur zwischengelagert und nicht ins Ausland gebracht worden waren.

Jetzt startet die politische Künstlergruppe ihre nächste Kampagne, die noch mehr Aufmerksamkeit provozieren dürfte. Im Mittelpunkt diesmal: offenbar echte Leichen. Das Zentrum will „die toten Einwanderer Europas vom Mittelmeer in die Schaltzentrale des europäischen Abwehrregimes – in die deutsche Hauptstadt“ bringen, ließ es verlauten. Am heutigen Dienstag um 10 Uhr werde man „die ersten beiden Opfer der militärischen Abriegelung Europas“, eine aus Syrien geflüchtete Frau und ihr Kind, auf dem muslimischen Friedhofsfeld in Berlin-Gatow beerdigen.

Die Bestattung sei offiziell angemeldet und vom Friedhof abgesegnet worden. „Sie sollen am Ziel ihrer Reise ihre Würde zurückbekommen“, sagte Justus Lenz, der am Montag spontan vom Hausmeister zum Pressesprecher des Zentrums befördert worden war. „Es wird eine muslimische Zeremonie geben. Das ist mit ihren Angehörigen so abgesprochen.“ Ein Sprecher des Friedhofs bestätigte, dass für diese Zeit eine Beerdigung geplant ist, allerdings gebe es keinen öffentlichen Aushang, weswegen er keine Namen nennen dürfe.

Aktivisten heben ein Grab auf Sizilien aus.

Aktivisten heben ein Grab auf Sizilien aus. – FOTO: MANUEL RUGE / ZENTRUM FÜR POLITISCHE SCHÖNHEIT

Kokain im Blut

Bereits am vergangenen Freitag ist ein Kleintransporter mit Kühlsystem aus der sizilianischen Stadt Augusta auf seinem Weg nach Berlin von der bayerischen Verkehrspolizei gestoppt worden; die Verkehrspolizeiinspektion Freising bestätigte das. Die Weiterfahrt habe sich verzögert, weil sich im Blut des Fahrers – ein 53-jähriger italienischer Bestatter – Reste von Kokain gefunden hätten. Weil außerdem das Siegel an einem Sarg beschädigt war, wurden die Särge am Münchener Flughafen durchleuchtet – so schildern es die Aktivisten.

Sie gehen von einer gezielten Kontrolle aus. „Es ist schon erstaunlich, dass ausgerechnet unser Fahrzeug herausgezogen wurde. Aber wir werden ja auch schon seit Jahren ’neugierig’ von den Behörden beobachtet“, sagte Lenz. „Unser Anwalt ist auf dem Weg, um das zu klären.“ Die Papiere für den Transport seien jedenfalls in Ordnung gewesen und der Kokaintest negativ: Die Fahrt sei fortgesetzt worden.

Gedenkstätte vor dem Kanzleramt?

Mit der Beerdigung am Dienstag ist die Aktion „Die Toten kommen“ aber nicht vorbei. „Weitere Termine gibt das Zentrum aufgrund der politischen Sprengkraft und der zu erwartenden Repressionen kurzfristig bekannt“, hieß in der Erklärung der Künstlergruppe. Am Sonntag soll jedenfalls ein „Marsch der Entschlossenen“ zum Kanzleramt ziehen, der „die toten Einwanderer“ dort „abliefert“ und den Vorplatz „in eine Gedenkstätte“ verwandele. Mit dieser Aktion wollen die Initiatoren „den toten Einwanderern Europas die letzte Ehre“ erweisen.

Die Berliner Polizei reagierte zunächst gelassen. „Wir kennen den Aufruf und haben die Streifen im Regierungsviertel informiert“, sagte Sprecher Stefan Redlich. Das Zentrum habe für den Sonntag von 14 bis 16 Uhr eine Demonstration mit 500 Teilnehmern angemeldet, die von der Neuen Wache aus über Unter den Linden zum Kanzleramt ziehen will.

Inwieweit bei der Aktion am Sonntag tatsächlich tote Flüchtlinge zum Einsatz kommen, ist unklar. Bei der Mauerkreuz-Aktion hatten die Künstler offenbar statt der „echten“ Kreuze Kopien an die EU-Außengrenzen gebracht. „Wir werden sehen, was die sich ausgedacht haben und dann reagieren“, sagte Redlich, „Im Vorfeld zu spekulieren bringt erfahrungsgemäß wenig.“ Laut eigenen Angaben haben die Aktivisten weitere Leichen für die Aktion am Sonntag auf den Weg gebracht.