Teufel USA intervenieren noch auf allen Ebenen
Veröffentlicht am 26. Juni 2015 von i

flickr.com/ DonkeyHotey/ (CC BY 2.0)
Eines ist sicher: Die Phantasie von einer monokulturellen und vereinten Ukraine im Bündnis mit dem Westen innerhalb der NATO und gegen Russland ist tot. Russland wird immer in der Lage sein, dies ohne große Anstrengungen zu verhindern. Auf der anderen Seite fehlen dem Westen die Mittel und der Wille, dieses Vorhaben bis zum Ende durchzuführen. Eigentlich sind die Ukrainer diejenigen, die deshalb leiden müssen. Sowohl der westliche wie auch der östliche Teil der Ukraine zahlen den Preis für das ungezügelte geopolitische Spiel, das der Westen begonnen, aber keine Chance hat, es zu gewinnen.
Nur Russland kann aus dem Krieg in der Ukraine als Sieger hervorgehen und zwar deshalb, weil Russland die Ukraine durch den ‚eingefrorenen Konflikt‘ endlos destabilisieren wird, und der Westen kann es nicht verhindern. Der Westen könnte in einem solchen Fall mit drei Möglichkeiten antworten: 1. mit einer militärischen Eskalation, 2. mit Sanktionen oder 3. mit der Wiederherstellung der alten Beziehungen zu Russland.
Wie wir es bereits gesehen und erlebt haben, fand der Westen die Sanktionen gegen Russland als die beste kurzfristige Lösung. Die Rückkehr zu den alten Beziehungen wäre langfristig der beste Weg, weil das gegenwärtige Säbelrasseln in Brüssel schlicht die schlechteste Lösung wäre. Deshalb hat der US-Außenminister John Kerry Moskau besucht, um sich mit seinem russischen Amtskollegen Sergei Lawrow zu einigen, dass sie sich über die Ukraine nicht einig sind. Sie sind dann schnell zu den anderen Themen wie Syrien und Iran übergegangen, wo eine konstruktive Zusammenarbeit immer noch möglich ist.
Kerry hat erneut den ukrainischen Präsidenten Poroschenko davor gewarnt, die Zurückeroberung des Flughafens in Donezk nicht wieder zu versuchen. Offensichtlich versuchen die Amerikaner den ukrainischen Konflikt in den Beziehungen zwischen den USA und Russland zu isolieren, damit sie zumindest die Verhandlungen mit Russland über andere Themen fortsetzen können. Diese Warnung von Kerry ist nicht das erste Mal, dass die USA Ukraine öffentlich gewarnt haben, nicht auf eine militärische Lösung zurückzugreifen.
Ein weiterer Beweis dafür ist auch, dass zahlreiche europäische Politiker verstärkt den Druck auf Kiew ausüben, um den politischen Teil des Memorandums aus Minsk zu erfüllen, indem sie mit wesentlichen Verfassungsverhandlungen und mit Gewährung von Autonomie für Donbass beginnen sollten.
Für die Ukraine selbst ist die Rolle als Spielball der Großmächte ziemlich demütigend, müsste aber nicht unbedingt sein. Sollte sich der ukrainische Staat in eine westliche Demokratie mit einer lebensfähigen und offenen Wirtschaft erfolgreich verwandeln können, dann würden die russischen Versuche der Destabilisierung mit der Zeit immer weniger wirksam sein. Das könnte sogar für die Ukraine von Vorteil sein, weil sie sich bei dem großen strategischen Spiel nicht beteiligt. Sobald sie merken, dass sie das Ergebnis dieses Spiels nicht beeinflussen können, würden sie sich dann konzentrieren, um ihre internen Probleme zu lösen.
Dies klingt allerdings mehr als ein Triumph der Hoffnung über die Erfahrung, weil die jüngste Geschichte der Ukraine nicht gezeigt hat, dass die ukrainischen Führungskräfte bereit sind, auf diese Weise zu handeln. Im Gegenteil. Ihr Handeln deutet darauf hin, dass die ukrainische Führung zunehmend bereit ist, die ukrainische Wirtschaft und die Bedürfnisse der Bevölkerung zu opfern; alles im Interesse ihres ideologischen Ziels, eine monokulturelle und vereinte Ukraine von Russland zu entfernen und in die NATO und die EU zu integrieren.
Die gegenwärtige wirtschaftliche Situation in der Ukraine unterstützt auch kaum diese Hoffnungen. Neueste Berichte zeigen deutlich, dass die ukrainische Wirtschaft immer tiefer sinkt und damit sogar die pessimistischsten Vorhersagen übertrifft. Egal wie es gedreht wird, ob Theorie oder reale Situation, in der Ukraine zieht Russland immer noch die Fäden.
Die Ukraine kann wirtschaftlich ohne Russland nicht überleben. Die Idee, dass die intensive kulturelle und nationale Vereinigung der Ukraine mit Russland, die seit Jahrhunderten gebaut wurde und gehalten hatte, einfach abgeschnitten werden kann, um die ideologische Besessenheit einiger ukrainischen Politiker und geopolitische Phantasien westlicher Sponsoren zu befriedigen, ist ein kompletter Unsinn.
Die Aufständischen von Neurussland vollbrachten dagegen etwas Undenkbares: Sie haben die Banken verstaatlicht und damit die USA und die Weltbanker verärgert. In einem kleinen Eck Osteuropas hat die neue Republik, die von Anfang an mit Krieg und Waffenstillständen konfrontiert wird, etwas geschafft, das eigentlich in allen Ländern der Welt getan werden müsste: Sie hat ihre Banken verstaatlicht, damit diese ihrem eigenen Volk nutzen können.
Obwohl die Volksrepublik von Donezk, die DNR, keine wirkliche privatisierte Zentralbank hatte, sondern einen Abzweig der Kiewer Zentralbank, war diese trotzdem das Zentrum von mehreren größeren Bankinstitutionen, die von den Menschen im Donbass profitierten. Jene haben somit nichts getan, um die Infrastruktur dieses Gebiets oder den Lebensstandard der Menschen, die dort leben, zu verbessern.
Die Volksrepublik von Donezk, die dank einer Gruppe von tapferen Kämpfern entstanden ist, befindet sich nun im Prozess der Bildung einer offiziellen Regierung. Ihr Plan, Banken zu nationalisieren, hat nicht nur große Wut bei den Oligarchen ausgelöst, die diese Banken besaßen, sondern auch in dem anglo-amerikanischen Bankenkartell, das die USA und die NATO-Staaten besitzen.
Die Pläne für die Verstaatlichung von Banken innerhalb der Grenzen der DNR wurden bereits im Januar 2015 angekündigt. Schließlich wurden diese Banken bis April dieses Jahres verstaatlicht, und die Oligarchen haben jegliche Macht der Manipulation mit der Wirtschaft und Politik zumindest in dieser Region verloren. Unter den verstaatlichten Banken war ebenso die Privat-Bank von Igor Kolomoiski. Es sei erwähnt, dass Kolomoiski nicht nur zu den reichsten Menschen in der Ukraine gehört, sondern obendrein wesentlich zum Sieg der Maidan-Revolution und der aktuellen faschistischen Regierung in Kiew beigetragen hat. Zum Dank wurde Kolomoiski von der Kiewer faschistischen Regierung sogar zum Gouverneur von Dnipropetrowsk ernannt.
Weil die Banken inzwischen verstaatlicht wurden, werden sie wahrscheinlich für die Investitionen in die Infrastruktur der DNR – Straßen, Kanalisation und andere öffentliche Dienstleistungen -, benutzt. Sollte die DNR weiter in diese Richtung handeln, könnte dies ein Beispiel für die ganze Welt werden, wenigstens was den potentiellen Aufstieg und die Entwicklung mit Hilfe des Banksystems betrifft. Wir können nur hoffen, dass die verstaatlichten Banken in der DNR die Sanktionen und das Embargo überwinden und zu einem Beispiel für den Rest der Welt werden.
Eines ist jedoch sicher: Dieser Schritt wurde von der anglo-amerikanischen Kriegsmaschinerie nicht gut angenommen. Es ist offensichtlich, dass die US-Armee fast jede Nation in der Welt zerstört, welche die eigene Zentralbank nicht privatisiert hat. Deshalb ist auch klar, warum die USA und die NATO bemüht sind, die Zerstörung dieser neuen Republik zu beschleunigen, bevor sie Wurzeln schlagen kann.
Marko Jošilo







