Great Barrier Reef: Gefährdungsstopp dient letztlich Konzerninteressen

UNESCO beugt sich Tony Abbotts Politik?

flickr.com/ eutrophication&hypoxia/ (CC BY 2.0)

Wer weicht zuerst: Mensch oder Umwelt? Letztere hat sich in all den zurückliegenden Jahrtausenden stets dem Vordringen des Homo sapiens gebeugt, dessen entstandenen natürlichen Kreisläufe kaltschnäuzig ignoriert. Selbst als zu Beginn der 1970er Jahre eine Umweltbewegung sich entwickelte, tun wir nach wie vor so, als ob wir eine zweite Erde im Kofferraum hätten, wie Jane Fonda ironisch mal bemerkte.

Im australischen Nordosten, in Queensland, befindet sich das Great Barrier Reef, eines der diversesten und artenreichsten Ökosysteme unseres Blauen Planeten, wo jetzt aber seit 2013 der Ausbau des weltgrößten Kohlehafens geplant ist, was wiederum bestürzt Umweltschützer auf den Plan rief.

Weltnaturerbe und Kohleförderung passen keineswegs zusammen

Auf einer Fläche ungefähr so groß wie die BRD, welches sich an einer Küstenlänge von 2.300 km mit 2.900 Riffen und knapp 1.000 Inseln zum südpazifischen Ozeans gehörend, nahezu die gesamte Ostküste des australischen Bundestaates Queensland abdeckt, befindet sich das Great Barrier Reef, seit 1981 von der UNESCO zum Weltnaturebe erklärt, obendrein als eines der sieben Weltwunder der Natur.

Aber die australische Regierung, vorneweg an deren Spitze der verantwortliche Premierminister Anthony „Tony“ John Abbott, der schon des öfteren auffiel für seine unnachgiebig harte Haltung der Umwelt gegenüber, denken wir an Tasmaniens Urwaldbaumriesen, hofiert somit auch die Konzerninteressen zum Bauvorhaben des weltgrößten Kohlehafens.

flickr.com/ Bob Linsdell/ (CC BY 2.0)

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Obwohl zwischen 1985 und 2012 das Riff bereits die Hälfte seiner Korallen verloren hat, wurde fleißig das Weltkulturerbe gleich von mehreren Seiten bedrängt, sowohl die Landwirtschaft in Küstennähe sorgte mit ihren toxischen Dünge- und Pflanzenschutzmitteln dafür als auch der Massentourismus, die unerschrockene Suche nach Erdöl per Bohrungen. Kein Wunder, daß nach all bisheriger Ignoranz Umweltschützer wesentlich genauer hinschauen.

Wie läßt sich nunmehr die kaltschnäuzige Vorgehensweise der australischen Regierung erklären, bei der selbst ihr Umweltminister Greg Hunt sich in Widersprüche verstrickt? Zwar hatte er einerseits in einem Interview bekräftigt, es würde nichts mehr im Riff verklappt, andererseits liegt die Genehmigung für die Ausbaggerungen im Riff weiterhin vor.

Obendrein stufte jetzt die UNESCO das Great Barrier Reef als nicht gefährdet ein. Na prima, zurückrudern zugunsten einer Konzerwirtschaft, die ohnehin auch solche Institutionen der UN bevormundet? Ein Schelm, wer dabei Böses denkt, knallhartes Management, bei dem die Umwelt mal wieder den Kürzeren zieht? Denn das Riff und die Kohleförderung passen in keiner Weise zusamemen. Insofern muß selbst die Umweltschutzorganisation World Wide Fund for Nature (WWF) kritisch sich fragen lassen, warum sie dermaßen blauäugig an einer Einlösung der Versprechen seitens Australiens Regierung glaubt.

Ihr

Lotar Martin Kamm

https://buergerstimme.com

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