Die magischen Externsteine – Kraftquelle der Germanen

Externsteine in mystischer Stimmung

Sind die von der Natur geformten Sandsteinformationen zu Fels erstarrte Riesen längst vergangener Zeiten oder eine vorzeitliche Burg mit dem Zauberer Merlin als Wächter? Doch der Schleier der Zeit liegt um diesen von den Frühgermanen als Heiligtum verehrten Kultplatz. Im Teutoburger Wald, in Nordrhein-Westfalen, dort, wo einst im Jahr 9 n.Chr. der Cheruskerfürst Arminius germanische Stämme zu einem Aufstand gegen die römischen Besatzer formierte und einen riesigen Tross Römer um ihren Anführer Varus eine vernichtende beispiellose Niederlage beibrachte, ragen bizarre Felsformationen aus der Erde.

Seherinnen und ihr Einfluss auf die Varussschlacht

Der Kultplatz der Externsteine war dabei vielleicht das magische Zünglein an der Waage, das den Germanen den Sieg bescherte, denn germanische Seherinnen bewohnten der Legende nach die Türme der Externsteine. Und der Einfluss der Seherinnen und deren Orakel auf Krieg oder Frieden, Sieg oder Niederlage, gilt als unbestritten und wurde von den römischen Geschichtsschreibern gut dokumentiert. Kein Zufall also, dass es in den Tagen der Varusschlacht ein heftiger Regen den mit Gepäck vollbeladenen Römern schwer machte, sich zu verteidigen? Die bekannteste Seherin war Veleda und lebte ca. 70 n.Chr. nachweisbar in den Externsteinen.

Heiligtum der Heiden und „der Baum des Lebens“ auf Pandora

Einer Legende nach soll auf den Externsteinen das Heiligtum Irminsul, die germanische Weltenesche gestanden haben, die Karl der Große im Zuge der Christianisierung der Sachsen im 8. Jahrhundert symbolisch zerstören ließ, und mit ihr dortige heilige Einrichtungen der Germanen. Zudem verübte er im Zeichen der Kirche den Massenmord an 30000 Sachsen, die der neuen Religion nicht beitreten wollten. Irminsul war für die Heiden damals das Heiligtum schlechthin, der Baum für das Leben, die Natur, den Himmel und die Ewigkeit. Diese Weltenesche hatte in etwa eine vergleichbare Bedeutung wie im Film Avatar der „Baum des Lebens“ auf Pandora.

Da die Externsteine daraufhin auch weiterhin von den Heiden als einen heiligen Kraftort angesehen und aufgesucht wurden, um dort ihre Götter zu verehren, sahen sich die Kirchenoberen aufgefordert, dem heidnischen Heiligtum ihren offiziellen christlichen Stempel aufzudrücken. Und so wurden im 12. Jahrhundert in die Felsen Reliefs von Jesus Christus sowie ein offenes Rundbogengrab geschaffen, dass dem Grab von Jesus in Jerusalem nachgebildet wurde. Diese Praxis war während der Christianisierung üblich, um die heidnischen Bräuche mit der neuen Religion zu übertünchen und die „teuflische“ Magie zu beseitigen.

Externsteine

Sternwarte aus der Steinzeit

Eine mysteriöse Höhenkammer der Externsteine, die mehr als 70 Millionen Jahre alt sind, enthält ein von Menschen in Stein gehauenes Loch, das in die Richtung weist, an der die Sonne zur Sommersonnenwende aufgeht. Astronomische Kenntnisse müssen daher in grauer Vorzeit auf germanischem Boden vorhanden gewesen sein, vielleicht ein Hinweis auf eine germanische oder alteuropäische Hochkultur? Eine in den Stein geschlagene Grotte und die Nachbildung eines Sarkophags werfen Fragen auf, wie und zu welchem Zweck die Externsteine noch genutzt wurden.
Ziemlich sicher kann man sagen, dass die Externsteine von den Germanen als ein Heiligtum verehrt wurden, wo Rituale und Zeremonien abgehalten wurden. Doch die Externsteine hatten nicht nur religiösen Charakter. In „Things“ haben Stammesführer Versammlungen abgehalten, und unter Zuhilfenahme von Orakeln der Seherinnen wurde hier über Krieg und Frieden entschieden, wie wohl einst vor der so bedeutsamen Varusschlacht im Teutoburger Wald.

Der Himmel öffnete seine mächtigen Schleusen gegen die Römer

Hermannsdenkmal

Welch übernatürliche Kräfte müssen dort mit im Spiel gewesen sein, wenn man bedenkt, dass das materiell und personell derart überlegene Heer der Römer von den aufständischen und primitiv ausgerüsteten Germanen geschlagen wurde? Denn in den Tagen und Nächten der Hermannsschlacht, die in unmittelbarer Nähe der Externsteine stattfand, öffnete der Himmel seine Schleusen und fegte mit einem heftigen Sturmregen auf die überforderten Römer hernieder, die, trotz ihrer zahlenmäßigen und kriegsbewaffneten Übermacht, nichts gegen die Angreifer ausrichten konnten. Das schwammige Geläuf auf dem engen Pfad machte den Marsch für die mit schwerer Ausrüstung beladenen Römer zum Höllentrip, und so war es für die aus dem Hinterhalt immer wieder angreifenden Germanen ein relativ Leichtes, mit ihrer Guerilla-Taktik die Römer erfolgreich zu bekämpfen.

Die Niederlage der Römer war der Beginn des Untergang des römischen Imperiums, und man frage sich, wie Europa und die Welt heute aussehen würde, wenn es Arminius, der als die deutsche Legende schlechthin gilt, sowie einen Aufstand gegen die römische Besatzungsmacht, nicht gegeben hätte? Würden wir in Deutschland heute eine Art romanisch-germanische Sprache sprechen? Wo wären die Grenzen heute gezogen?

Und heute?

Eine bewegte Vergangenheit erfuhren die Externsteine auch in ihrer jüngsten Geschichte. Ende des 19. Jahrhunderts fuhr eine Straßenbahn direkt durch einer der Felsen und brachte Touristen en masse an diesen mystischen Ort samt Volksfeststimmung. Esoteriker, Geomanten und Heiler suchen die Externsteine heutzutage gerne auf, um die Stille, gepaart mit der mächtigen Energie in sich aufzunehmen und der Natur mit all ihren Elementen zu huldigen.

© Alex Miller / germanen-magazin.de

http://www.germanen-magazin.de/2015/05/20/die-magischen-externsteine-kraftquelle-der-germanen/

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2 Kommentare zu “Die magischen Externsteine – Kraftquelle der Germanen

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