Wuppertal: Eine unangemeldeter Antifa-Aufmarsch in Wurfweite der Pegida-Kundgebung wurde von der Polizei zugelassen. Pegida-NRW aber wurde am Samstag der Spaziergang verboten. Danach warfen Hooligans Flaschen und Böller auf Polizisten, woraufhin die Pegida-Veranstaltung vorzeitig beendet wurde.
Nachdem die Salafisten um Sven Lau eine Solidaritäts-Kundgebung für die „muslimischen Gefangenen weltweit”, Pegida-NRW eine Gegenkundgebung sowie linke Gruppierungen Gegen-Gegenkundgebungen angekündigt hatten und die taz am Vortag erwartungsfroh „Morgen wird Wuppertal brennen” titelte, glich die Stadt am Samstag einer schwerbewachten Festung. Mehr als 1.000 Polizisten waren im Einsatz. Auch in anderen Stadtteilen, weit entfernt von Salafisten und Pegida-Anhängern, waren Polizisten in großer Anzahl präsent.
Dennoch wurde es allen potentiellen Störenfrieden von der Staatsmacht leicht gemacht: Während sich Pegida-Anhänger über die strengen Kontrollen durch die Polizei beklagten, wurde eine unangemeldete Gegendemonstration der linksextremen Antifa von der Polizei bis auf Wurfweite an die Pegida-Kundgebung auf der Bundesallee herangelassen. Die Linksextremisten hatten sich „spontan” etwa 20 Meter hinter der Pegida-Bühne aufgestellt. Ein Polizeisprecher bestätigte später gegenüber blu-News, dass die linke Gegenkundgebung nicht angemeldet war, begründete aber deren Erlaubnis damit, dass das Demonstrationsrecht „ein hohes Gut sei”. Die Linksextremisten, bei denen unter anderem auch eine Flagge der Grünen sowie eine der Gewerkschaft der Polizei (GdP) zu sehen war, nutzen das ihnen zugestandene hohe Gut dazu, die Teilnehmer der Pegida-Demonstration mit Eiern zu bewerfen und sich die Seele aus dem Leib zu schreien, in der vergeblichen Hoffnung, die Redner auf der Pegida-Kundgebung damit zu übertönen.
800 Menschen kamen zum Protest gegen Salafisten

Marco Carta-Probach debattiert nach dem vorzeitigen Ende der Kundgebung mit Polizisten (Bild: blu-news.org)
Und obwohl Pegida-NRW nach eigenen Angaben bereits im Kooperationsgespräch mit der Polizei darauf hingewiesen hatte, keine Hooligans auf ihrer Kundgebung dulden zu wollen und die Polizei auch am Samstag dazu aufgefordert hat, diese nicht zur Pegida-Kundgebung durchzulassen, machten die Polizisten den Hools den Weg frei und gestatteten ihnen die Teilnahme an der Pegida-Demonstration. Der Sprecher der Polizei begründete das später damit, dass die Pegida-Kundgebung eine öffentliche Veranstaltung sei, an der jeder teilnehmen könne. Die Hooligans nutzten das und mischten sich unter die friedlichen Pegida-Anhänger. Vorher jedoch posierten einige von ihnen noch schnell für die Vertreter der Medien, gleichzeitig brüllten andere von ihnen im Hintergrund lautstark „Presse, Presse, gibt was auf die Fresse”. Auch Dortmunder Rechtsradikale konnten sich ungehindert unter die Pegida-Demonstranten mischen.
Gegen 15 Uhr begann die Kundgebung von Pegida-NRW. Zuerst begrüßte Marco Carta-Probach, Chef des offiziellen nordrhein-westfälischen Ablegers des Dresdner Vereins Patriotische Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes (Pegida), die rund 800 Menschen, die seinem Aufruf zum Protest gegen die Salafisten gefolgt waren. Danach folgten Reden des Dresdner Pegida-Initiators Lutz Bachmann sowie des umstrittenen Münchener Islam-Kritikers Michael Stürzenberger. Als die Pegida-Anhänger „Wir sind das Volk” riefen, reagierten die linken Gegendemonstranten mit einem ohrenbetäubenden Steinwurf linker Gegendemonstranten schwer verletzt wurde und deswegen in Wuppertal nur mit einem Kopfverband auftreten konnte, hatte dafür eine Erklärung: „Die hassen alles.” Ihre Aussage, trotz ihrer Verletzung nicht vor „den linken Schlägertrupps” weichen zu wollen, fand bei den Pegida-Anhängern stürmischen Beifall. Als nach ihrer Rede die deutsche Nationalhymne angestimmt wurde, erhob sich erneutes Wutgeheul von Seiten der linken Gegendemonstranten.
„Die gehören nicht zu Pegida”

Die Wurfgegenstände der Linken (Bild: blu-news.org)
Etwas mehr als eine halbe Stunde nach Beginn der Kundgebung aber deutete sich eine nahende Auseinandersetzung an: Ein Wasserwerfer der Polizei wurde plötzlich auf die zu diesem Zeitpunkt friedliche Pegida-Kundgebung ausgerichtet, ein weiterer wurde zwischen der Pegida-Bühne und den linken Gegendemonstranten längsseits in Stellung gebracht. Ein Pegida-Ordner wies Polizisten darauf hin, dass einige der ungebetenen Gäste Vermummung anlegen würden: „Die gehören nicht zu Pegida.” Kurz darauf teilte Marco Carta-Probach den Kundgebungsteilnehmern mit, dass der Pegida-Spaziergang von der Polizei mit der Begründung untersagt worden sei, es seien nicht genug Kräfte zum Schutz des Umzuges vorhanden.
Während die Pegida-Anhänger friedlich blieben, bewarfen Hooligans die Polizisten nach dieser Nachricht mit Flaschen und Böllern. Sofort gab es Rangeleien, die Polizei reagierte mit dem Einsatz von Pfefferspray. Marco Carta-Probach schnappte sich das Mikrophon und forderte die Hooligans auf, „nicht alles kaputtzumachen, was Pegida aufgebaut hat.” Auch die Antifa reagierte, über die Köpfe der Polizisten und des Pegida-Teams hinweg flogen Gegenstände in beide Richtungen, die zur Bewachung der Linksextremisten abgestellten Polizisten mussten erneut verstärkt werden. Carta-Probach erklärte die Kundgebung von Pegida-NRW vorzeitig für beendet. Die Vertreter von Pegida-NRW waren wütend, weil nach ihrer Ansicht die Polizei der Antifa sowie den Hooligans deren Verhalten erst möglich gemacht hatte; mehrfach gab es hitzige Debatten zwischen dem Pegida-Orgateam und Polizisten. Auch der aus Dresden angereiste Pegida-Initiator war verwundert: „Anders als in Sachsen, wo man sich auf Aus- und Zusagen der Polizeiführung verlassen kann, ist dies in Nordrhein-Westfalen offensichtlich nicht der Fall”, so Lutz Bachmann gegenüber blu-News. (PH)
http://www.blu-news.org/2015/03/15/polizei-laesst-antifa-auf-wurfweite-heran/

Hat dies auf nwhannover rebloggt.
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Die Hilflosigkeit des Systems oder der Anfang einer Diktatur? Beides trifft wohl eher zu!
Die Folgen derartiger Prozesse sind noch nicht absehbar, Personen die aber derlei Dinge wortgewandt an das Volk bringen könnten mit den entsprechenden Techniken sollte sich daran setzen das zu tun. Das Wissen der Bevölkerung muß garniert werden mit den unsäglichen Ungerechtigkeiten des Staates, die dann kleine Früchte tragen könnten. Der Anfang ist gemacht eine revolutionäre Masse zu erzeugen die als Basis für auslösende Momente ein Bollwerk sein wird um Veränderungen zu erzeugen!
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Hat dies auf Oberhessische Nachrichten rebloggt.
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