Kerry: USA standen nie hinter einer Farbevolution

Mittwoch, 11. März 2015 , von Freeman um 18:00

US-Aussenminister John Kerry hat am 2. März in Genf bei einer Presskonferenz gesagt, Präsident Putin würde vieles, was Washington in der Ukraine macht, missverstehen. „Wir versuchen, Internationales Recht aufrecht zu erhalten, im Bezug auf die Souveränität und Integrität einer anderen Nation„, sagte Kerry. „Ich denke, Präsident Putin missversteht vieles, was die Vereinigten Staaten getan haben und versuchen zu tun.“ Und jetzt kommt die Hammeraussage, deshalb haltet euch fest: „Wir sind nicht in ‚vielfachen Farbrevolutionen‘ involviert, wie er behauptet, noch sind wir in einer besonderen persönlichen Weise hier (in der Ukraine) involviert.

Dazu kann ich nur den Kopf schütteln. Das ist Tatsachenverdrehung und Geschichtsrevisionismus pur. Wie bitte? Die USA respektieren die Souveränität von Staaten? Das ist ja ganz was neues. Und sie waren noch nie in einer Farbrevolution involviert, auch nicht in der Ukraine? Entweder ist der US-Aussenminister bewusst ein Lügner oder er lebt in einer Luftblase und ist völlig ahnungslos über die eigene Aussenpolitik. Natürlich ist er Ersteres, denn Kerry lügt, sobald er den Mund aufmacht. Was bezweckt er mit dieser Lüge, wo doch alle Informierten wissen, Washington kümmert sich nie um Souveränität und steht hinter jeder Farbrevolution? Belügt er sich selber?

Die Liste der Farbrevolutionen, die Washington in die Wege geleitete hat, ist lang. Angefangen mit dem Aufstand in Serbien im Jahre 2000 (die Bulldozer-Revolution), um den demokratisch gewählten Präsidenten Slobodan Milošević mit „Massendemonstrationen“ zu stürzen. Klar wurde auch er von der Westpresse mit Hitler verglichen. Davor lief 1999 der NATO-Bombenkrieg gegen Serbien, der ohne UN-Mandat illegal geführt wurde.

Wie üblich wurde Serbien vom Westen erpresst, entweder Milošević nach Den Haag auszuliefern oder es gibt keine Milliarden-Aufbauhilfe. Daraufhin hat Ministerpräsident Zoran Đinđić Milošević am 1. April 2001 festnehmen lassen und an den Internationalen Strafgerichtshof überstellt. Der darauf folgende Prozess war eine Farce und ein Rechtsbruch nach dem anderen, bis er dann 2006 im Gefängnis starb.

US-Botschafter in Belgrad im Vorlauf zum Sturz von Milošević war Richard Miles. Er gilt als der „Vater der Farbrevolutionen“ und ist die männliche Variante von Victoria Nuland. Nach seiner ersten erfolgreichen Farbrevolution in Serbien wurde Miles von 2000 bis 2005 nach Georgien entsandt, wo er dann in Tiflis die Rosen-Revolution organisierte und die amerikanische Marionette Saakaschwili einsetzte.

Im Jahre 2006 schied Miles aus dem „diplomatischen Dienst“ aus und wurde Geschäftsführer des „Open World Leadership Center“, wo er die Ausbildung und Rekrutierung von Tausenden pro-amerikanischen „Führungspersönlichkeiten“ in den ehemaligen Sowjetrepubliken organisierte. Mit diesem Washington hörigen Kader als 5. Kolonne werden die Länder unterwandert und für eine Farbrevolution vorbereitet.

Ich staunte nicht schlecht, als ich vorgestern hörte, der Experte für Farbrevolutionen wurde aus seinem Rentendasein zurückgeholt und vom US-Aussenministerium eiligst nach Kirgisistan berufen. Richard Miles ist zum „charge d’affaires“ in Bischkek bestellt worden und ersetzt Pamela Spratlen, die nach Usbekistan geht. Das heisst für mich, in Kirgisistan wird demnächst wieder was „farbiges“ passieren.

Wo liegt die Republik Kirgisistan? In Zentralasien, an der Grenze zu China und unter der Mitte Russlands. Der ideale Ort, um auch dort für Unruhe zu sorgen und eine „Revolution“ anzustiften. Passt doch, denn Kirgisistan soll ab Mai der Eurasian Union beitreten. Aus Sicht Washingtons muss es nicht nur im Westen von Russland brennen, sondern die Unruhe auch nach Süden und nach China gebracht werden. Aber wie Kerry sagte, Putin versteht das alles miss!

Die Lügerei von Kerry, über die bisherige Aussenpolitik der USA was Regimewechsel und Umstürze betrifft, ist eine Frechheit. Welche Farbrevolutionen hat Washington durchgeführt?

Nach der Bulldozer-Revolution in Serbien 2000 und die Rosen-Revolution in Georgien 2003, die Orangen-Revolution in der Ukraine 2004, die Violette-Revolution im Irak 2005, die Zedern-Revolution im Libanon 2005, die Tulpen-Revolution in Kirgisistan 2005 (ja, da lief schonmal eine), die Blaue-Revolution in Kuwait 2005, die Jeans-Revolution in Weissrussland 2006, die Safran-Revolution in Myanmar 2007, die Trauben-Revolution in Moldawien 2009, die Grüne-Revolution im Iran 2009, die Jasmin-Revolution in Tunesien 2010, die Lotus-Revolution in Ägypten 2011 und die Jasmin-Revolution in China 2011.

Nicht alle waren aus Sicht Washingtons erfolgreich.

Dazu kommt noch, der von den USA unterstützte gewaltsame Militärputsch in Kairo 2013, mit dem Sturz des ersten freigewählten Präsidenten Ägyptens, Mohammed Mursi, und Einsatz eines pro-amerikanischen Militärdiktators. Das sind die „westlichen Werte“, die man exportiert. So wie der gewaltsame Sturz des demokratisch gewählten Präsidenten Wiktor Janukowitsch in der Ukraine 2014. Dabei wurde ein Nazi-Regime in Kiew an die Macht gebracht, unter der Führung des Lieblings von Victoria Nuland, Arsenij Jazenjuk, und Washingtons Marionette, Petro Poroschenko.

Man kann die Aussenpolitik der Vereinigten Staaten und auch der Vasallen in der EU und NATO so verstehen: Statt Krieg zu führen, um Länder in die Einflusssphäre als Satelliten einzufangen, werden sie mit inszenierten Revolutionen, als „demokratischer Wandel“ ans naive westliche Publikum verkauft, destabilisiert und ein höriges Regime eingesetzt. Das kostet keine amerikanische Leben und erreicht das selbe wie eine militärische Eroberung. Erst wenn der Umsturz nicht funktioniert oder nicht möglich ist, wird ein Krieg geführt, wie gegen Saddam Hussein, Muammar Gaddafi und Bashar al-Assad.

Die ganzen vom US-Regime finanzierten Organisationen, wie das National Endowment for Democracy (NED), sind extra für den Umsturz von unliebsamen Regierungen geschaffen worden. Dazu kommen, die vielen Stiftungen und NGOs, die von den Oligarchen und Russlandhassern wie Geroge Soros üppig mit Geld ausgestattet sind. Alle zusammen bringen unter den Deckmantel der „Demokratisierung“ und Verbreitung von „westlichen Werten“ die Umstürze ins Haus.

Wie kann John Kerry jetzt in Genf die Tatsache bestreiten, der „Euromaidan“ war nicht von den USA finanziert, organisiert und inszeniert, wenn Obama sogar öffentlich zugegeben hat, Washington hat am Putsch teilgenommen und den Machtübergang vom gewählten Präsidenten zum Nazi-Regime vermittelt? Siehe „Obama – USA haben den Putsch in Kiew ‚eingefädelt'“. Aber das ist typisch für die westlichen Politiker, die uns jeden Tag täuschen. Nur Leute ohne Gedächtnis merken nichts und nicken mit dem Kopf, wenn sie angelogen werden!

Putin versteht da gar nichts falsch und weiß, was Washington in der Ukraine macht.
Alles Schall und Rauch: Kerry – USA standen nie hinter einer Farbevolution http://alles-schallundrauch.blogspot.com/2015/03/kerry-usa-stand-nie-hinter-einer.html#ixzz3UAFjKiSm

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