Weihnachts-Schloss-Predigt: Gauck fordert mehr Schutz für „Flüchtlinge“

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Ah, der Präsident der Migranten und Flüchtlinge predigt wieder aus seinem Schloss. Eine Weihnachtsansprache für das ganze Elend der Welt, nur nicht für die Deutschen. Weihnachts-und Jahresendansprachen unserer höchsten „Vertreter“ haben sich schon seit Urzeiten durch eine abgehobene und wirklichkeitsfremde Worthülsentechnik ausgezeichnet. Ein paar wohlfeile Sätze, vorformuliert durch teuer bezahlte Delegierte, abgelesen vom Teleprompter, sollen uns zum Jahresende noch einmal wachrütteln für die Ziele und Absichten unserer gewählten Spitzenkräfte, damit wir auch ja nicht in Gefahr geraten, unsere Contenance zu verlieren und abweichende Meinungen zur politisch vorgegebenen Marschroute zu entwickeln.

Herr Gauck hat außerdem noch die Fähigkeit erlangt, die Höhe des Elfenbeinturmes beliebig zu erhöhen, den Abstand zum gemeinen Wähler bis zur Wahrnehmungsgrenze zu vergrößern, um dann mit einer Fülle von sinnleeren Wortkonstruktionen möglichst aufwändig „Nichts“ zu sagen. Egal in welcher Situation, egal in welchen Zusammenhang, egal zu welchem Zeitpunkt, die verbale Inszenierung ist perfekt organisiert!

Auch Gauck nutzt jährlich die Weihnachtszeit, um seine sonderbaren Botschaften unter das Volk zu bringen. Gauck bestätigt zum wiederholten Mal, dass er für sein eigenes Volk kein Interesse zeigt. Immer wieder kommt unisono – man denke an die Weihnachtsansprache mit den Dunkelhaarigen die in S und U Bahnen von den bösen Deutschen bedrängt würden – dass gleiche Gesülze von Multikulti Friede, Freude, Eierkuchen, und wir sollen dankbar sein, um all die tägliche Bereicherung durch alle Flüchtlinge der Welt. Ausgerechnet Er, als wirklicher Kriegstreiber, der die Bundeswehr am liebsten zusammen mit den USA weltweit im Einsatz sehen will, die daraus resultierenden Flüchtlinge bedauert, die wegen solcher Kriege hier Zuflucht suchen, ist grotesk. Erst machen wir ein bisschen Krieg, und dann kümmern wir uns um die Flüchtlinge. Beides will das deutsche Volk nicht. Und wenn er sein „wenig Hilfreich“ noch mit einer obligatorischen Fingerraute betont, dann könnte man sagen: Gott sei Dank zeigen die Dresdner, das nicht alle Ossis so schräg drauf sind.

Es ist ein Hohn, dass ausgerechnet dieser Mensch ein Loblied auf die Demokratie singt. Heinrich Mann hat diesen Typus Mensch ja wunderbar schon vor hundert Jahren mit seinem Roman “Der Untertan” beschrieben. Einerseits beschwört Gauck die Freiheit der Märkte und uns Normalbürger hält er Moralpredigten über die Nächstenliebe. Gauck trennt scharf zwischen oben und unten, vom Gleichheitsgrundsatz des Grundgesetzes hat dieser Mensch offenbar noch nie etwas gehört. Demokratie? Lach! Wir dürfen alle vier Jahre unsere Stimme abgeben, dann ist sie für vier Jahre eingemottet. Wir dürfen nicht mal den Bundeskanzler direkt wählen. Wir haben keinen Einfluss auf die Listenplätze der Parteien, wir dürfen nur Bundestagsabgeordnete aus unserem Wahlkreis direkt wählen. Diese Demokratie existiert nur in homöopathischer Dosis! Und genauso sieht sie auch aus!

Gauck spricht von einem Jahr der Friedlosigkeit. Wer ist in großen Stücken die Ursache dazu? Monat für Monat sterben Menschen durch den Islamismus: ist das diese so friedfertige Religion, die Gauck vor einem Jahr als Teil von Deutschland bezeichnet hat? Die Perversion ist, Gauck plädiert dafür, immer mehr davon hier bei uns aufzunehmen, und das erzeugt die von ihm angesprochene Angst davor. Die Ursache liegt also bei ihnen und ihren Politiker und Freunden im Geiste. Ist ihnen also nicht bewusst, dass sie die Verursacher der Ängste sind?

“Gauck erinnerte daran, dass die friedliche Revolution in der DDR vor 25 Jahren gezeigt habe, dass sich Verhältnisse zum Besseren wenden lassen”. Ja, so ist es. Das Gleiche versuchen jetzt die PEGIDA. Auch sie will die Verhältnisse in unserem Land zum Besseren wenden. Aber Gauck beschimpft die Teilnehmer an der PEGIDA-Demo als “Spinner”! Uns das als Bundespräsident, da fehlen einem die Worte.

Gauck mahnt die Deutschen: “Unsere Kultur, unsere Demokratie steht gegen Unfrieden, Hass und Gewalt.” Nein Herr Gauck, unsere jetzige Kultur und unsere derzeitigen Repräsentanten fördern zurzeit Unfrieden, Hass und Gewalt. Ja und dazu gehören auch sie, sie spielen jetzt den Feuerwehrmann , obwohl sie vorher entscheidend gezündelt haben.

In Deutschland begreift sich das Staatsoberhaupt als Volkserzieher und Vormund. In den westlichen Demokratien dagegen als gewählter Interessenvertreter mündiger Staatsbürger. In Deutschland stellt der Präsident Forderungen an sein Volk. In westlichen Demokratien stellen die Bevölkerungen Forderungen an ihre Politiker. Der deutsche Bundespräsident richtet mahnende Worte an seine Regierten. Der US-Präsident lobpreist seine Amerikaner, seine great people, und bedankt sich für das Vertrauen.

Dieser Mann kann sich gerne jedes Jahr aufs Neue wiederholen, jedoch wird der Inhalt dadurch nicht wahrer oder ehrenwerter. Diese Rede könne man an jeder Stelle demontieren, aber mittlerweile kennt jeder die Grundpositionen der Polit-Elite, die dem Volk jeden Tag, auf jedem Sender und in jeder Zeitung, gewisse Dinge einzutrichtern versuchen. Mittlerweile sind diese Versuche zu einem Rauschen verkommen, welches der gebildete Bürger lediglich als Hintergrundgeräusch wahrnimmt.

Herr Gauck, das Volk hat sie nicht gewählt. Das Volk denkt anders: Achtgeben sollten wir in erster Linie auf unsere Kinder, unsere Alten und unsere Kranken. Das sollte auch die erste Aufgabe eines Staates sein, sich um die Schwachen der eigenen Bevölkerung zu kümmern. Wir sollten auch das Recht haben, Zuwanderer aus unserer Gesellschaft zu verbannen, die sich nicht beteiligen, obwohl sie könnten. Auch sollten Flüchtlinge auf die Rückkehr vorbereitet und nicht integriert werden.

Deutschland verdient einen Bundespräsidenten, der mit den Menschen spricht und nicht über sie. Deutschland verdient einen Bundespräsidenten, der sich neutral verhält. Zu beneiden ist Deutschland, wenn es einen guten Bundespräsidenten hat – doch zu bedauern ist es, wenn es einen guten Bundespräsidenten braucht!

http://www.netzplanet.net/weihnachts-schloss-predigt-gauck-fordert-mehr-schutz-fuer-fluechtlinge/18365

Die Jahrhundertlüge – Teil 2

Das neue Buch von Heiko Schrang ist erschienen:

Die Jahrhundertlüge, die nur Insider kennen 2
Heiko Schrang schreibt: „Die von Politikern – meist vor den Wahlen – gegebenen Versprechungen des Schuldenabbaus bzw. des in Aussicht gestellten ausgeglichenen Haushalts, sind nichts weiter als Lippenbekenntnisse, die aufgrund des Zinseszinseffekts nicht realisierbar sind. Solange die Geld- und Wirtschaftsstruktur nicht grundlegend

geändert wird, ist sie von vornherein zum Scheitern verurteilt. Sie werden alle irgendwann von dem unbarmherzigen Wachstum des Zinses und der Kapitalien eingeholt und aufgefressen…“

Wir begegnen dem Buddhisten Heiko Schrang als spirituellen Navigator durch das Dschungelgebiet von unerklärlichen Ereignissen. Er zitiert Mahatma Gandhi (1869 – 1948): „Sei Du selbst die Veränderung, die Du in der Welt sehen willst“ und macht den Leser auf den lebenswichtigen Weg nach innen aufmerksam:
„Die Zeit ist gekommen, sich nicht länger auf äußere Führung durch Medien, Politik, Schule etc. zu verlassen. Bei all dem haben wir den liebevollsten und größten Führer übersehen, unsere innere Instanz. Wir müssen endlich anfangen, von außen nach innen zu gehen und dann von innen transformiert wieder nach außen, um unsere Welt zu verändern.“


Nach dem Erfolg des ersten Buches „Die Jahrhundertlüge, die nur Insider kennen“ setzt dieses Buch neue Akzente. Unter anderem erhält der Leser Antworten auf folgende ungeheuerliche Fragen:

•    Welcher Geheimplan steckt hinter der Umerziehung des deutschen Volkes?
•    Warum musste Jörg Haider sterben?
•    Geldschöpfung der Banken – Lizenz zum legalen Betrug?
•    Wer steckt wirklich hinter den Anschlägen vom 11.09.2001?
•    Steht ein Geheimorden hinter den amerikanischen Präsidenten?
•    Arbeiten deutsche Medien im Interesse eines Geheimdienstes?
•    Existiert ein geheimer Staatsvertrag – Kanzlerakte?
•    Ist Deutschland eine Firma?
•    Ist Deutschland überhaupt souverän? u.v.m.

Wie bereits beim ersten Buch verbindet der Autor auch wieder gekonnt komplexe politische mit spirituellen Themen. 
Gleichzeitig befasst sich Heiko Schrang aber auch wieder mit folgenden Fragen und bietet praktische Tipps und Lösungen an, die Ihr Leben verändern können:

•    Wie bestimmen Gedanken unser Leben?
•    Was ist der Sinn des Lebens?

Mit einem Vorwort des bekannten TV-Moderators und Autors Michael Mross.
ISBN: 978-3-9815839-9-1
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Eine Leseprobe:

DER MARSCHALL PLAN – ODER: WIE MAN GESCHICKT „FREUNDE“ REINLEGT

„Die Räuber von Geld werden hingerichtet, 
die Räuber von Ländern zu Königen gemacht.“
(japanisches Sprichwort)

Das Interesse der Amerikaner lag aber nicht nur an Personen, die ihnen nützlich sein könnten, sondern es ging vielmehr um ganz handfeste Dinge. Die Rede ist von Devisen und Gold, insbesondere das Gold der Reichsbank. Kurz vor Kriegsende hatte die deutsche Industrie in weiser Vorrausicht nämlich Vorkehrungen getroffen, ihr Kapital in Sicherheit zu bringen. Sogar in der Reichskanzlei wurden, auf Befehl von Reichsminister Martin Bormann, solche Pläne geschmiedet. Es wurde ein Netz von Auslandsfirmen gegründet, um die Gelder sicher anzulegen.

Einer der bevorzugten Standorte war Monaco, wo sich bereits damals diverse Briefkasten- firmen befanden. Eine von ihnen war offiziell als Rundfunkstation getarnt. Im Aufsichtsrat saß unter anderem Kurt Georg Kiesinger, der im Dritten Reich für das Außen- sowie das Propagandaministerium gearbeitet hatte. Seine Vergangenheit war bei seiner Karriere jedoch nicht hinderlich, ganz im Gegenteil, er wurde sogar später Kanzler der Bundesrepublik Deutschland.

Da Gold bekanntermaßen Begehrlichkeiten weckt, wurde es kurz vor Kriegsende in diverse Depots gebracht. Vor den Zugriffen der Alliierten sollte es in den Bayerischen Alpen und der Salzmine in Merkers (Thüringen) in Sicherheit sein.

Dem war aber nicht so, da die Amerikaner Wind von dieser Geheimoperation bekamen. Ihr Ziel war es, noch bevor die Sowjets von dem Schatz erfahren konnten, ihn unbedingt in ihren Besitz zu bringen. Um dieses Ziel zu erreichen, drangen sie widerrechtlich sogar in die Besatzungszone der Sowjets ein und transportierten den Schatz aus Thüringen heraus. Es störte sie dabei auch nicht, das Abkommen von Jalta vom Februar 1945 damit zu verletzen.

Das Reichsbankgold deklarierten sie einfach um und es wurde so zum Naziraubgold. Die Amerikaner fanden im Versteck noch weitere Schätze, die sie dann auch gleich mitnahmen. Unter ihnen der italienische Staatsschatz und das Gold der Bank von Böhmen und Mähren. Da der Sieger nun einmal die Geschichte schreibt, wurde über diese Vorgänge nichts in den Medien berichtet. Nur diejenigen, die sich mit der Thematik intensiv befassten, sahen dies als Diebstahl an, so auch der Autor des Buches „Hitlers Gold, Devisen und Diamanten: Die geheime Kriegsbeute der USA“, Karl Bernd Esser.

Nachdem die Amerikaner Gold und Devisen des Deutschen Reiches in ihren Besitz genommen hatten, gewährten sie im Rahmen des Marshall-Plans als Wohltäter Kredite für den Wiederaufbau in Europa. Laut Esser hätten die Deutschen den Kredit für den Wiederaufbau so gleich zweimal beglichen – einmal durch das geraubte Reichsbankgold und zweitens durch die Rückzahlung mit der D-Mark.

Er bezeichnete es als eine gelungene Erfindung, wie man „Freunde“ reinlegt, ohne dass sie es merken. Oder anders formuliert: Es ist so, als ob Ihnen jemand 1.000,00 Euro, ohne dass sie es bemerken, wegnimmt und Ihnen dann 1.000,00 Euro Kredit mit Zinsen gewährt, welche Sie vereinbarungsgemäß zurückzahlen.

All dies ist nur machbar, wenn Geheimdienst und Medien eng miteinander kooperieren und zwar so eng, dass der Geheimdienst entscheidet, was die Medien berichten dürfen.

Heiko Schrang
http://www.macht-steuert-wissen.de

http://2012sternenlichter.blogspot.de/2014/12/die-jahrhundertluge-teil-2.html

Ewald Stadler: Merkel ist die Gouverneurin des US-Bundesstaates “Germany”

Von Maria Lourdes

Angela Merkel, anläßlich des 60-jähriges-Gründungsjubiläums der CDU am 05.Juli 2005: „Die Menschen Deutschlands haben kein Recht auf Demokratie und freie Marktwirtschaft in alle Ewigkeit.“

merkel-obamaAuch wenn die Kanzlerin im Ausland versucht, eine gute Figur zu machen, im Lande selbst nimmt man sie nur noch als machtbesessene und konzeptionslose Staatsmann-Darstellerin wahr, die die Macht, genau wie ihre Vorgänger, nie besessen hat.

Sie dient -genau wie ihre Vorgänger- den Alliierten, den Bankern und Lobbyisten im Hintergrund. Oh nein, Merkel dient nicht dem deutschen Volk -oder was davon übrig ist- sie dient letztendlich dem Mammon und betreibt “Verrat am deutschen Volke!”(mehr hier).

Ex-Europaabgeordneter aus Österreich Ewald Stadler über die Abhängigkeit Deutschlands und der EU von den US-Politik.

Ewald Stadler: Merkel ist die Gouverneurin des US-Bundesstaates “Germany”

http://marialourdesblog.com/ewald-stadler-merkel-ist-die-gouverneurin-des-us-bundesstaates-germany/

Die blauen Schwerter – DEFA-Film

Spielfilm über die Entdeckung des Meißner Porzellans, des „weißen Goldes“

Nach einer wahren Begebenheit. Um das Jahr 1700 reist der griechische Mönch Laskari nach Berlin, der Residenz des preußischen Königs Friedrich I. Er behauptet zu wissen, wie man Gold herstellen könne. Der König zeigt sich, zwecks Finanzierung seiner luxuriösen Wünsche, interessiert. Der Apothekerlehrling Johann Friedrich Böttger wird zum begeisterten Gehilfen des Goldmachers. Er muss jedoch erkennen, dass Laskari ein Betrüger ist. Böttger flieht vor dem König und einer drohenden Internierung in der Zitadelle Spandau nach Sachsen. Hier hofft er auf die Hilfe des Grafen von Tschirnhausen. Dieser hatte in Berlin von der Herstellung dünnen Porzellans, des „weißen Goldes“ gesprochen. Der besonders verschwenderische sächsische Herrscher August der Starke ist aber an der vermeintlichen Kunst Böttgers Gold herzustellen interessiert und lässt ihn festnehmen. Böttger wird auf eine Festung in Dresden, die Jungfern-Bastei, gebracht und mit allem versorgt, was angeblich für die Goldherstellung nötig ist. Sieben Jahre wartet der König darauf, dass Böttger ihm Gold herstellt. Böttger weiß, dass sich Gold nicht produzieren lässt. Er experimentiert stattdessen mit der Herstellung von weißem Porzellan. Dieser kostbare Stoff wird bis dahin nur in China hergestellt. Böttger hofft, dass ihn der König frei lässt, wenn er ihm dieses weiße Gold zugänglich macht. Um Druck auszuüben, lässt der König Böttger an der Hinrichtung eines anderen, als Betrüger entlarvten vermeintlichen Goldherstellers teilnehmen. Bei der durch das Schwert vollzogenen Hinrichtung fällt der Blick Böttgers auf zwei gekreuzte Schwerter an der Wand des Gerichtssaales.

Wer kennt die Hexe Babajaga aus dem Film „Die schöne Wassilissa“?

Hier kommt sie angeflogen – nach echtem Hexenbrauch auf dem Besenstiel

Hierzu paßt der Kommentar von Robert Knoche:

„Gerade Märchen sind für Kinder zur Bildung von Gerechtigkeitssinn und Empathiebildung von großer Wichtigkeit. Kinder brauchen einen Vergleich zwischen Gut und Böse, was sie in den Märchen wiederfinden.“ Netzseite: http://robertknoche.wordpress.com/

 

Und hier der russische Märchenfilm „Die schöne Wassilissa“

Das “gefährlichste Potential” für die USA? Ein Bündnis zwischen Deutschland und Russland!

Nach Einschätzung des Chefs des privaten US-Geheimdienstes Stratfor, sollte das Eingreifen der US-Regierung in den politischen Kurs der Ukraine vor allem darauf abgezielt haben, die Zusammenarbeit zwischen Russland und Deutschland zu torpedieren. Technologie und Kapital aus Deutschland in Verbindung mit natürlichen und menschlichen Ressourcen aus Russland bewerten die USA als „das gefährlichste Potential“.

George Friedman, Leiter des privaten US-Geheimdienstes Stratfor, erörterte in einem Interview mit der russischen Zeitung Kommersant welche genauen Ziele die US-Regierung mit ihrer Interventionspolitik innerhalb Europas verfolge und erklärte auch, dass das Eingreifen der USA in die Angelegenheiten anderer Staaten schlicht und ergreifend zur Sicherheits-Doktrin der Amerikaner gehöre.

Friedmans Einschätzung zufolge liegt eine große Gefahr für die USA in einem Bündnis zwischen Deutschland mit Russland. Durchaus deutlich zeige sich die Angst der amerikanischen Regierung beispielsweise im geleakten Telefonat zwischen der US-Sonderbeauftragten Victoria Nuland und dem US-Botschafter in Kiew, Geoffrey Pyatt.

Die USA mussten aufgrund der drohenden Gefahr, die mit einer Allianz zwischen Russland und Deutschland entstehen könnte, an einer Strategie feilen, die solch eine Verbindung durchbricht. Laut dem Leiter von Stratfor wird eine Zusammenarbeit beider Länder, die eine deutsche Technologie und Kapital mit russischen natürlichen und menschlichen Ressourcen vereinigt, als „das gefährlichste Potential“ gehandelt.

Um den historischen Rahmen der Ereignisse innerhalb des europäischen Kontinents einzufangen wertet er die politischen Situation in der Ukraine als einen Prozess der Neuorientierung. Trotz der Stabilität und dem Wohlstand die den Europäern seit einem halben Jahrhundert geboten wird, ist der europäische Kontinent jedoch „nie ein wirklich friedvoller Kontinent gewesen“, betonte Friedman.

Den Vorwurf der US-Regierung, Russland würde in Bezug auf die Krim erstmalig nach dem Zweiten Weltkrieg eine gewaltbereite Grenzziehung durchführen, erklärte Friedman für nicht gerechtfertigt:

„Die Amerikaner wissen, dass das völliger Unsinn ist. Die erste Änderung der Grenzen unter Anwendung von Gewalt fand in Jugoslawien statt. Im Kosovo erreichte dieser Prozess seinen Höhepunkt und die USA waren an diesen Ereignissen direkt beteiligt.“

Natürlich seien die USA an einer pro-westlichen Regierung innerhalb der Ukraine interessiert, und es sei auch unbestreitbar, dass sie versuchen den russischen „Vormarsch“ vor Ort zu verhindern, aber eindeutig ist auch, dass mit dem Sturz Putins viel gefährlichere nationalistische Kräfte in Russland an die Macht kommen könnten, betonte Friedman. So war das Ziel der USA weniger der Sturz Putins als vielmehr die Begrenzung der russischen Einflusssphäre.

Darüber hinaus betonte Friedman, dass sowohl der Sturz des ehemaligen ukrainischen Präsidenten Janukowitsch, wie die Maidan-Proteste von Beginn an von der US-Regierung unterstützt worden sind. Seinen Aussagen zufolge wurden ebenfalls Menschenrechtsorganisationen eingekauft und als „dieser Trend“ seinen Höhepunkt erreichte, war es für die russischen Geheimdienste bereits zu spät um gekonnt einzugreifen. „Sie verstanden nicht, was los war. Aber als sie es merkten, konnten sie keine Maßnahmen mehr ergreifen, um die Situation zu stabilisieren“, so Friedman abschließend.

Quelle: rtdeutsch

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Keine Sorge Herr Friedman. So lange die US-Agentin Merkel und ihre Hurensöhne die Befehle aus Washington befolgen und in Deutschland umsetzen, werden nicht nur die deutschen Bürger, sondern auch die deutschen Unternehmen ausgeplündert.

Mit diesen Volksverrätern in Berlin ist ein Bündnis zwischen Deutschland und Russland genauso wahrscheinlich wie ein kariertes Maiglöckchen zu finden. Dazu bedarf es eines Umdenkens in der Bevölkerung. Das große Übel sind die Parteiensümpfe und die darin ausbreitende Korruption.

Kein Mensch in Deutschland braucht einen derartigen Wasserkopf von über 600 Bundestagsabgeordneten. Maximal fünf Bundestagsabgeordnete aus jedem Bundesland würden vollkommen ausreichen. Außerdem müssten Fachleute an die Regierung und nicht irgendwelche Fliesenleger, Pastoren … (wobei ich diese Berufsgruppen nicht beleidigen möchte). Wie jeder Bewerber, der sich auf einen Arbeitsplatz bewirbt, müssen diese Fachleute ihre Fähigkeiten erst einmal unter Beweis stellen.

Politiker brauchen dies nicht. Sie müssen nur einigermaßen redegewandt sein und sich in einer Partei durchsetzen. Die größten Chancen haben dabei die besten und korruptesten Lügner. Psychopathen sind für die Unterdrückung der Bevölkerung besonders geeignet. Der beste Beweis ist die Namensliste des Bundestags und aller Landtage.

 

http://krisenfrei.de/das-gefaehrlichste-potential-fuer-die-usa-ein-buendnis-zwischen-deutschland-und-russland/

Deutungs-Adel und rebellierende »Dumpfbacken«: Der Aufstand gegen die Massenmedien

Markus Gärtner

Wir sollten das Wort des Jahres durch eine Bewegung des Jahres ersetzen. Nein, es ist nicht PEGIDA. Die größte, wuchtigste und folgenschwerste Bewegung 2014 war und ist der Aufstand des Publikums gegen die Massenmedien. Angekündigt hat sich die Revolte seit Jahren. Eskaliert ist sie mit der völlig einseitigen Berichterstattung über den Ukraine-Konflikt, in dem die Leitmedien fast geschlossen eine aggressive, anti-russische Position einnehmen.

hren vorläufigen Gipfel findet dieser Aufstand im Enthüllungs-Bestseller von Udo Ulfkotte überGekaufte Journalisten, aber auch in den lauten Chören der Dresdener Demonstranten von der »Lü-gen-pres-se«. Doch im Gegensatz zu PEGIDA findet die Medienrevolte nicht auf der Straße statt, sondern im Internet, bei den Netzmedien. Diese bilden sich als Gegen-Öffentlichkeit heraus. Man könnte sie auch den neuen Mainstream nennen.

Aber das würde sie staatstragend machen, was sie genau nicht sind. Sie sind die Brechstange an einem überkommenen System.

Aus Journalismus-Verdrossenheit droht inzwischen Journalisten-Hass zu werden. Blogs, die sich mit Manipulation, tendenziöser Berichterstattung und Falschmeldungen in den Mainstream-Medien beschäftigen – und die vielen Fehltritte aufs Korn nehmen – genießen unglaubliche Popularität und werden von Besuchern schier überrollt.

Käme jetzt ein Buch über das dauernde Versagen der etablierten Medien in den Handel, man könnte einen toten Hund zwischen die Buchdeckel kleben, es wäre trotzdem ein Bestseller.

Den Massenmedien wird vieles vorgeworfen: Zu große Nähe zu den Eliten, »gekaufte« Berichte, falsche Prognosen, nicht erkannte Krisen, dazu Agitation und das gemeinsame Eindreschen auf Unruhestifter wie PEGIDA. Und noch viel mehr.

Teil des Problems ist ein fast kantsches Aufklärungsbewusstsein, das Journalisten in diesen Beruf treibt und die Nachrichtenwelt wie ein zweigeschossiges Universum begreifen lässt: Oben der Deutungs-Adel, unten die Dumpfbacken und Ahnungslosen, die von den Erleuchteten zur Erkenntnis geschrieben und geführt werden.

In dieser News-Galaxie bricht jetzt die Decke ein. Der Deutungs-Adel stürzt.

Es bildet sich eine anarchistische Welt heraus, in der sich die Nachrichtenquellen exponentiell vermehren, weil jeder jetzt im Handumdrehen ein Journalist oder Verleger sein und mit den Profis unter den Nachrichtenleuten auf einer Augenhöhe kommunizieren kann – wenn diese das zulassen, was sie nicht tun.

Immer öfter wird über die »Revolution des Publikums« geschrieben, wie zuletzt von der Journalistin und Bloggerin Tara Hill in der Schweizer Tages Woche. Über die Wucht dieser Entwicklung schreibt Hill: »Zunehmend entwickelte sich der Aufstand der Leser in den Online-Foren zu einem Shitstorm epischen Ausmaßes.«

Doch fast nie reagieren die attackierten Journalisten im Mainstream so wie die Redakteure derTages Woche. Die startete kürzlich eine Leseraktion zum Thema »die verlorene Ehre der Massenmedien«. Begleitet wurde die Aktion, die 700 Zuschriften auf sich zog, von einem vielsagenden Kommentar. »Wir sind als Journalisten Teil des Problems«, war darin zu lesen.

Und dann diese Feststellung zur Art und Weise, wie etablierte Publikationen auf den Shitstorm ihres Publikums reagieren: »Greifen die Redaktionen doch einmal selbst in die Tasten, dann sind ihre Beiträge oft stärker von einer Verständnislosigkeit gegenüber der Kritik von außen geprägt.«

Dass Selbstreflexion und Beichte beim Mainstream so weit gehen kann, lässt ahnen, wie sehr die übrigen Massenmedien bei der Aufarbeitung der selbst verschuldeten Krise versagen.

Im Nachbarland Schweiz, wo es eine ähnliche Revolte gibt, nimmt man den Aufstand der deutschen Leser und Zuschauer genau unter die Lupe: »Deutsche Medien: Verlacht, verhöhnt, verspottet«, schreibt das Schweizmagazin.  Dort attestiert man den hiesigen Leitmedien, sie hätten den Einfluss auf ihre Leserschaft verloren. »Kaum noch ein Beitrag, der den Redakteuren nicht links und rechts um die Ohren gehauen wird«, heißt es dort. Das Zerbrechen der medialen Machtordnung wird als eine weitere deutsche Revolution dargestellt: »Die Deutschen haben sich von ihren Medien befreit und lassen sich nicht länger belügen und mit Halbwahrheiten von einer kleinen journalistischen Minderheit abspeisen.«

Ganz nebenbei wird im Schweizmagazin eine gute – sicher nicht die einzige – Erklärung dafür gegeben, warum die politische Kaste so allergisch reagiert, wenn sich etwas gegen die Leitmedien zusammenbraut wie in Dresden die PEGIDA. Der Machtverlust der Medien stellt nämlich – weil diese zwischen Politik und Bürgern stehen (aber auf der Seite der Letzteren sein sollten) – auch verlorenen Einfluss für die Parteien dar.

Das Wahlvolk holt sich Macht zurück, wenn es gegen die Massenmedien rebelliert und andere Quellen nutzt, und obendrein an den Medien vorbei auf Demonstrationen zu den Regierenden sprechen will. Doch diese Machtverschiebung geht zu Lasten aller anderen, einschließlich der Politik. Im fein geordneten deutschen Politik-Orbit, in dem die Große Koalition 90 Prozent des Spektrums abdeckt, ist eine Bewegung wie PEGIDA quasi automatisch eine Revolte am Rand.

Denn die Krake der politischen Kaste, die sich über die Mitte gestülpt und dabei möglichst viel Raum auf beiden Seiten besetzt hat, fühlt sich angegriffen und reagiert hysterisch, wenn Demonstranten die Frechheit besitzen, sich in den übrig gebliebenen politischen Schrebergärten einzunisten und das Megaphon anzuwerfen.

Die Massenmedien sind verunsichert und in Panik. Ihre Leserschaft bricht weg und damit die Auflagen. Gegen die Zwangsgebühren wird ebenfalls revoltiert. Die Häme der enttäuschten Leser nimmt zu. Enttäuschung schlägt in Verachtung um. Beim Presserat hat sich in den vergangenen Jahren die Zahl der Beschwerden verdoppelt.

Ausgedünnte Nachrichtenräume spielen dabei eine Rolle. Weniger Zeit zum Recherchieren bleibt. Die Migration ins Internet hat bei vielen Publikationen zu spät begonnen. Der Fehlstart in die eigene Webseite scheint sich jetzt beim Wechsel zu mobilen Nachrichtenlösungen zu wiederholen. – Und dann noch die Unfähigkeit der »Aufklärer«, von ihrem hohen Ross zu steigen.

Zur wachsenden Kritik an den Leitmedien gesellt sich deren Frust, beim Kampf um die Zukunft hinter der Kurve zu bleiben.

Der größte Fehler, der dabei begangen wird, ist das Ausblenden und Unterdrücken von Kommentaren, so nervig diese auch sein können. Wer in die neue – anarchistische – News-Welt migrieren will, muss die Physik in diesem neuen Universum akzeptieren, oder sterben.

Hier wird nicht mehr aufgeklärt, sondern eingebunden – und zwar von der Themenfindung, wie es die BBC im Pop-Up-Experiment beispielhaft vorführt, bis hin zur Kultivierung der Leser-Kommunikation.

Doch die Leserschaft ist, wenn man sie als Schwarm begreift, die beste Quelle. Auf keinen Fall ist sie ein Störenfried. Bis das erkannt wird, ebbt der Shitstorm auch nicht ab.

info.kopp-verlag.d

Julfest

Das Julfest dauert 12 Nächte, diese Zeit wird entsprechend auch Zwölfnächte („die Zwölften“) genannt. Über den Termin ist viel diskutiert worden. Da meist wert auf den 6. Hartung gelegt wird (christliches Dreikönigsfest / heidnischer Perchtentag – Tag der Frau Holle), lassen auch manche Heiden das Fest erst am 25. Julmond beginnen (also mit der „heiligen Nacht“ vom 24. auf den 25.), so daß sie aber 13 Nächte erhalten. Dem folge ich nicht:
JulbaumschmuckDe Vries schreibt, daß Mittwinter und Julfest nicht zu trennen seien. Von daher verlege ich den Beginn auf die Nacht, die dem Tag der Wintersonnenwende vorausgeht – und zwar der Wintersonnenwende in moderner Zeit, unabhängig davon, wann und vor welcher Kalenderreform die Sonnenwende in früherer Zeit begangen wurde. Meist ist das also die Nacht vom 20. auf den 21. (dem Tag der Sonnenwende), also Mittwinter / ‚ad midjum vetri‘. Mittwinter ist der Beginn des neuen Sonnenjahres, nun werden die Tage wieder länger und die Sonne wird bald wieder mehr „Kraft“ haben. Die Zahl 12 hat damit zu tun, daß das Mondjahr mit 354 Tagen eben diese zwölf Tage kürzer ist als das Sonnenjahr. Zum Ausgleich mußten Tage dazwischen geschaltet werden. Deshalb spricht man auch von der Zeit zwischen den Jahren, einer Zeit, die nicht so richtig zum Jahreslauf dazugehört und mit der man deshalb allerlei magisches verbindet.

Die Nacht vor der Wintersonnenwende, also meist vom 19. auf den 20. Julmond, wird auch alsMütternacht (modraneht) bezeichnet. Die Mütter, das sind weibliche Ahnen, auch Disen genannt. Der Begriff Mütternacht weist nicht auf eine „Große Göttin“ hin, die zu Mittwinter ein „Sonnenkind“ gebärt. Träume in dieser Nacht sollen prophetische Qualität haben. Diese Nacht bzw. der Tag vor dem Julfest sind der Frigg geweiht. Nach dieser Rechnung endet das Julfest am 1. Hartung. Der 2. Hartung ist wiederum ein Friggatag, der Tag, an dem die Hausarbeit, die während der Zwölfnächte ruhte, wieder beginnt. Man sieht, daß Frigg (die auch mit Frau Holle / der Berchta in Verbindung gebracht wird, s.u.) das Julfest sozusagen umrahmt, was auf den privaten, sippeninternen Charakter der Zwölfnächte hinweist. Da die Arbeit ruht, ist das Julfest eine Zeit der Einkehr und des Rückblicks auf das vergangene Jahr (Julfrieden).
Nordische Quellen lassen erkennen, daß die Julzeit um die 2 Monate dauerte und erst Mitte Hartung endete (evtl. zum Neumond dieses Monats). Das eigentliche Julfest wird dann z.B. alsHochjul bezeichnet. Die christliche Kirche hat übrigens erst im Jahre 325 (Konzil von Nicaea) den Geburtstag Jesu auf das Fest der wiedergeborenen Sonne (in Rom das Mithrasfest) gelegt. Hier wurde der Vergleich zwischen dem Gottessohn und der sol invictus gezogen. Erst die Synode von Mainz (813) schrieb die christliche Geburtsfeier für den deutschen Raum anstelle des Festes der Sonnenwende vor (und der letzte Tag des Jahres wurde nach dem Papst Sylvester benannt).

„Im 4. Jahrhundert hat Papst Julius I. den 25. Dezember in tatsächlicher Unkenntnis des Datums (von Jesu Geburt; V. Wagner) diesen Tag als Geburtstermin Jesu festgesetzt (!) Er gab damit dem alten Sonnenwendfest – das nach dem julianischem Kalender am 25. Dez. gefeiert wurde – ein christliches Fundament indem er die Daten vom Sonnengott Sol-Invictus und Jesus parallelisierte. Wenn man bedenkt das sich aus der Bibel keine Daten zum Geburtstermin extrahieren lassen, ist einsehbar das diese Parallelisierung von römischer Sonnenwendfeier und Jesusgeburt ein politisch – religiöser Schachzug war.“
[Krischan im Eldaring-Forum]

Julbaumschmuck

Rauhnächte heißt das Fest, weil die Menschen sich vorstellen, daß in den ‚rauhen Nächten‘ der Julzeit der Wilde Jäger Wotan (Wode) mit seinem Totenheer durch die Lüfte zieht und Mensch und Tiere erschreckt, dafür aber den Saaten Fruchtbarkeit bringt. Jul ist laut De Vrieseine Kombination aus Toten- und Fruchtbarkeitsfest, was man gerade an der Gestalt Wotans sieht. Es gibt eine enge Beziehung zwischen dem Wachstum der Erde und dem Wirken von Totengeistern. Es kann gefährlich sein, nachts in dieser Zeit unterwegs zu sein, viele Volksweisheiten ranken sich um des Wodes wilde Hunde und wie man ihnen und ihrem Herrn entgeht. Der Reiter kündigt sich mit Sturmbrausen, Hufgetrappel, Peitschenknallen und Hundebellen an. Es soll von Vorteil sein, sich dann flach auf den Bauch fallen zu lassen und nicht nach oben zu sehen. Grundy schildert in Rheingold Siegfrieds Begegnung mit dem Wilden Jäger.Henkler meint jedoch, daß die Rauhnächte nicht mit dem Julfest identisch seien. Die Rauhnächte setzt er früher an (christliche Adventszeit). Das macht Sinn, scheinen doch „St. Martin“ (11. Neblung) und „St. Nikolaus“ (6. Julmond) mit dem wilden Reiter, dem Schimmelreiter (Wittschimmel, Hackelbernd, Berndietrich, Hans Märten), etwas zu tun zu haben. Vielleicht kann man sagen, daß der dunkle, wilde Aspekt des Reiters auf den „Knecht Ruprecht“ (Beelzebub, Bartl, Butzenbercht, schiache Percht, Pelzebock, Leut- / Kindlisfresser, böser Klaus) übertragen wurde. Vielleicht wollte die christliche Kirche auch einfach dem „bösen Wode“ zwei „gute“ Gestalten gegenüberstellen. Ein thüringischer Kindervers spricht von „Herr Wude, Herr Wude, Nikolaus!“. Um den Wesen, die sich laut und mit Klopfen bemerkbar machen, etwas entgegenzusetzen, ziehen die Menschen auch verkleidet und lärmend umher („Klöpflesnächte“) – eine Form sympathetischer Magie. Interessant ist, daß sich für dieses Totenheer im französischen die Begriffe Mesnie und Herlequin gehalten haben. Herlequin kommt von Harilo, was Heerführer bedeutet und klar auf Wotan verweist.
Manche sagen, es müsse nicht Rauhnächte sondern Rauchnächte heißen, weil – wie weiter unten beschrieben – Wohnhaus, Stallungen usw. mit Wacholder ausgeräuchert werden, bevor das neue Jahr beginnt.

Während die Vorjulzeit also von einem männlichen wilden Reiter dominiert ist, spricht man vielerorts in der Nachjulzeit Anfang Hartung von der Perchta / Berchte (Berta, Frau Holle, Holda, Fru Gode, Frau Frigg, Frau Harke, Schimmelfrau), einer weiblichen Erscheinung, die mal gut, mal böse ist. Auch hier gibt es „Perchtenläufe“, bei denen sich vor allem die Jugendlichen verkleiden und lärmend durch die Gegend ziehen. Im Gegensatz zu den „Klöpflesnächten“ scheint hier ein fruchtbarkeitsmagischer Bezug gegeben zu sein. So wird manchenorts an Obstbäumen gerüttelt („Schlafe nicht, Bäumchen, Frau Holle kommt!“) oder sie werden mit einem Strohseil umbunden und dann mit einer „Lebensrute“ geschlagen. Auch junge Mädchen wurden nach einem Thüringer Brauch mit einer solchen Rute geschlagen. In der Mehrzahl der Fälle scheint die Berchte aber eher gutmütig zu sein und im Haushalt nach dem Rechten zu sehen. Sie wacht aber wohl auch darüber, daß in den Zwölften nicht gearbeitet wird, und sie straft diejenigen, die gegen dieses Gebot verstoßen. In manchen Überlieferungen wird die Berchte / Holle von „Heimchen“ begleitet, worunter man sich verstorbene oder ungeborene Kinderseelen vorstellt. Da mag etwas dran sein, ist es doch interessant, daß in der Vorjulzeit ein männlicher Reiter mit einem Totenheer durch die Lüfte zieht, wohingegen in der Nachjulzeit eine Frau mit einem „Kindertotenheer“ umherzieht.
De Vries verweist im Zusammenhang mit Vermummungen und dem Perchtenlauf auf den „gotischen Weihnachtstanz“, der am byzantinischen Hof des 10. Jahrhunderts aufgeführt wurde. Die Beschreibung habe große Ähnlichkeit mit späteren germanischen Volksbräuchen.

Julleuchter

Losnächte heißt das Julfest, weil man glaubt, in dieser ‚heiligsten Zeit des Jahres‘ könne man mittelsRunenweissagung (und allerdei anderen Methoden, wie z.B. dem Blei- oder Zinngießen) in die Zukunft schauen und erkunden, was das kommende Jahr bringt. Die Lose (Runen) wurden geworfen und gezogen, danach gedeutet.
Die Isa-Rune steht für die Kälte des Winters, für Ende und Erstarrung, Jera bildet (auch im bildlichen Sinne) das Scharnier zwischen den Jahren, Dreh- und Wendepunkt, steht für den Neubeginn des Jahreslaufs, auch für die Ernte des vergangenen Jahres. Eihwaz, die Eibenrune, steht für den Neubeginn, die Wende nach Jera, sie kann aber auch mit Odin und Weissagung assoziiert werden. Es sei darauf hingewiesen (auch ich wurde von einem netten Leser darauf hingewiesen), daß sich der Name des Julfestes nicht von „Rad“ ableitet, auch wenn ‚jul‘ (Julfest) und ‚hjul‘ (Rad) in den skandinavischen Sprachen gleich ausgesprochen werden. Hjul (Rad) teilt sich mit dem englischen ‚wheel‘ (oder dem altindischen ‚cakra‘) eine gemeinsame indoeuropäische Wurzel, wohingegen der Ursprung von ‚jul‘ (also im Sinne des Julfestes) umstritten ist.

Dies ist die dunkelste Zeit des Jahres, die mit unwirschem Wetter (Regen, Schnee, Kälte …) einhergeht. Der mythisch gedeutete Naturvorgang dieser Zeit ist die Sonnenwende, also die längste Nacht des Jahres. Die frühen Menschen haben vermutlich geglaubt, daß die Sonne nur durch entsprechende Rituale am nächsten Morgen wieder aufgehen würde. Die Wiedergeburt des Lichtes verheißt dann die neue Fruchtbarkeit.Wie I. Norden anhand der Betrachtung der Eddamythen feststellt, ist es keine germanische Tradition, zur Wintersonnenwende von der Geburt eines „Sonnenkindes“ zu sprechen. Auch kein einzelner Gott wird zu diesem Zeitpunkt „wiedergeboren“. Der Balder-Mythus (Tod zurSommersonnenwende und Wiedergeburt zu Jul = Wiedergeburt der Sonne / des Lichtes) ist völlig ungermanisch ausgedeutet worden. Norden weist schlüssig nach, daß die Ragnarök, der Untergang der Götter, nicht saisonal gedeutet werden können. Balder und Höd kommen erst mit der neuen Welt zurück und sitzen gemeinsam in einer Halle – das wäre unlogisch, hier kann kein Jahreszeitenmythus verschlüsselt worden sein. Nur einmal wird in der Edda die Geburt eines Kindes mit der Sonne verknüpft (Vafthrudnismal). Doch auch dabei geht es um das Überleben der Sonne nach den Ragnarök – eine einmalige Angelegenheit. Die Ragnarök, als äußerste Katastrophe, als „Weltuntergang“ sind wohl kaum mit dem Wechsel von Sommer zu Winter und neuem Frühling zu verbinden. Norden schließt: „no single deity, solar or otherwise, is the real ‚reason for the season‘ within Asatru theology. At best, several beliefs and practices exist – some related to the sun and nature, some unrelated.“
JulbaumschmuckWas also ehrt oder feiert man? Die Sonne, als abstraktes Objekt, als Sunna, die nun wiedererstarkt, als die Lichtbringerin. Das Feuerbrauchtum symbolisiert z.B. mit den Feuerrädern den Lauf der Sonne. Man feiert das Wiedererstarken des Lichtes, das den Frühling bringen wird.
Natürlich sind Gottheitenmit dem Julfest verbunden. So allen voranWotan (hier als Totengott, Gott der Ahnen, der wilde Jäger der Raunächte), und Freyr, der die Fruchtbarkeit im neuen Jahr sicherstellen soll. Freyr, Herr über Alfenheim, ist den Ahnen-Alfen sehr nah. Man kann sich auch vorstellen, daß Freyrs sehnsüchtige Blicke von Hlidskjalf aus Richtung Gerd mit der Zeit der Wintersonnenwende korrelieren, wenn man die Geschichte um Skirnirs Ritt als göttliches Frühlingserwachen deutet.
Weiterhin spielt Frigg / Frija als Mutter und Beschützerin des Haushalts eine Rolle. Vor allem aber wird den Ahnen gedacht, das Julfest ist ein Fest der Sippe, sozusagen das Hochfest der Alten Sitte. In Indien wird diese Zeit als pitrayanam – Weg der Vorväter – bezeichnet. Wir ehren die Toten an diesem Fest in einem eher familiären Sinn (im Gegensatz zum ‚Totenfest‘Winternächte). Mit dem Totengedenken korreliert die Hirschsymbolik, der Hirsch gilt als Totenbegleiter (nach Biber). Die toten Ahnen können als Alben oder Disen / Idisen vorgestellt werden, man lädt sie zu den Feiern ein, deckt am Tisch für sie, läßt ihnen Essen an der Tür stehen.

 

„Die Nordmänner senden in ihrer langen Winternacht Boten auf die Gipfel ihrer Berge, um die wiederkehrende Sonne zu erspähen. Dann erhebt sich ein unermeßlicher Jubel und man feiert das Fest der frohen Botschaft des Lichts.“
[Plinius, nach Biber]

Das eigentliche Julritual findet in der Sonnwendnacht statt, also der Nacht nach der Mütternacht. Schon seit den Winternächten brannte tief im Julleuchter eine kleine Kerze. Der Julleuchter ist ca. 20cm hoch und nach dem in Halland, Schweden, gefundenen Vorbild meist turmförmig. Auf den Seiten finden sich Symbole, meist das sechs- oder achtspeichige Jahresrad. Am Abend werden alle Lichtquellen und das Herdfeuer ausgelöscht, als einzige Lichtquelle brennt die Kerze im Julleuchter weiter. Das Haus wird dann mit Wacholder- oder Salbeirauch geräuchert. Das dient der Reinigung wie auch – nach anderer Deutung – der „Heimholung“ der Ahnenseelen (Biber). Man trägt die Räucherung durchs Haus und spricht z.B. „Glück ins Haus! Unglück hinaus!“ Kern der Feiern ist das Julfeuer (oder zumindest der Julleuchter), das als einzige Lichtquelle die ganze Nacht über brennt. Dieses Feuer besteht idealerweise aus dem „Julholz“, einem speziellen Eichenholz-Block. Man hält nun ein Blot ab, ein Julritual, in dem man den Göttern für das scheidende Jahr danken und um ein neues, gutes Jahr bitten kann. Man bleibt die ganze Nacht auf, singt und feiert und hält sozusagen Wacht bis die Sonne aufgeht. Man kann die Zeit auch dazu nutzen, den Julbaum aufzustellen, das Haus mit immergrünen Pflanzen zu schmücken usw. Beim Sonnenaufgang wird vom Julfeuer das Herdfeuer (symbolisch) neu entfacht. Die Kerze des Julleuchters wird nun oben auf diesen draufgestellt als Zeichen der Wiedergeburt des Lichtes. Diese Kerze (idealerweise das Julfeuer) sollte die Zwölfnächte über Tag und Nacht brennen. Am frühen Morgen, nach der Begrüßung der Sonne, bietet sich ein üppiges Frühstück an, wobei man für die Ahnen symbolisch den Tisch ebenfalls deckt. Die Asche des Julholzes wird als glücksbringend aufbewahrt. Hat man noch unverbrannte Reste des Holzes, dann bewahrt man sie ebenfalls auf und verbrennt sie im Julfeuer des nächsten Jahres. Die Asche kann auch dem Vieh unter das Futter gemischt werden. Wer nicht im eigenen Haushalt feiert, nimmt vom neuen Herdfeuer eine Fackel (Kerze in Laterne) mit nach Hause. Daraus kann man einen richtigen Fackellauf machen.
Feuerbräuche begleiten beiden Sonnenwenden: Brennende Räder werden Hügel hinabgerollt, große Feuer werden auf Hügeln entzündet (s.a. „Martinsfeuer“).

JulbogenAn den weiteren Abenden der Zwölfnächte wird ebenfalls zu Feiern zusammengekommen und es werden auch die sogenannten Juleide (jólaheiti) geschworen (also das heidnische Pendant zu den guten Vorsätzen von Silvester) und darauf der Julbecher (bragarfull; mehr dazu unter Sumbel) getrunken. „An diesem Abend wurden Eide geleistet. Der Opfereber wurde vorgeführt, die Männer hielten ihre Hand auf ihn und legten dann ein Gelübde ab beim Trinken des Eidesbechers.“ (Lied von Helgi Hjörwardssohn, nach Häny). Man beschenkt sich auch (Julklapp).
Weiterhin gibt es die Tradition, den „Drei Schwestern / Mägden“, den „Heiligen Schwestern“ oder „Saligen Fräulein“ (= den Nornen) abends eine Opferschale zu füllen und über Nacht stehen zu lassen. Noch im 11. Jahrhundert war dieser Brauch der christlichen Kirche ein Dorn im Auge: „Hast du, wie manche Weiber es zu gewissen Zeiten zu tun pflegen, zu Hause einen Tisch aufgestellt mit Speis und Trank, damit jene drei Schwestern, die man in alten, törichten Zeiten Nornen nannte, kämen und davon genössen?“ (Bischof Burchard von Worms, nach Biber)
Ein anderer Brauch sind lärmende Umzüge, um die Winterdämonen einzuschüchtern oder – nach anderer Deutung – die Natur wieder zu erwecken, damit im Frühjahr wieder alles grünt. Das lebt weiter in der heutigen Silversterknallerei.
In den Zwölfnächten soll man nicht arbeiten, da das Unglück bringen kann. Da das Rad des Jahres in diesen Nächten still steht, sollen bis zum Friggatag insbesondere solche Tätigkeiten nicht ausgeführt werden, bei denen sich Räder drehen (spinnen …).

Geschmückte Bäume (oder Eiben- / Wacholderzweige) gehören ebenfalls zur Jultradition, so unser „Weihnachtsbaum“, der eine lange Tradition hat, aber nicht wirklich als genuin heidnisch belegt werden kann. Die erste, mir bekannte Erwähnung stammt von 1419, als Freiburger Bäcker in der Adventszeit einen Baum mit Nüssen und Früchten behingen, der von Kindern zu Neujahr „geplündert“ werden durfte. Zwei Jahrhunderte später, 1611, wird von Herzogin Dorothea Sibylle von Schlesien berichtet, daß sie einen Weihnachtsbaum mit Kerzen schmückte – und es war Goethe, der den Baum mit „Wachslichtern, Zuckerwerk und Äpfel“(n) im „Werther“ in die deutsche Literatur brachte. Erst Mitte des 19. Jahrhunderts akzeptierte die katholische Kirche den Weihnachtsbaum und fügte ihn mit der Krippe zu dem christlichen Weihnachtssymbol zusammen. Zwar gibt es schon von 580 u.Z. ein kirchliches Verbot, nach dem es zu unterlassen sei, „mit dem Grün der Bäume die Häuser zu umgeben oder zu bekränzen“ (nach Ulbrich / Gerwin). Da Blumen- oder Blätterschmuck ja nichts ungewöhnliches sind, kann man vermuten, daß die Germanen dies auch kannten und nutzten. Die immergrüne Tanne bietet sich ja gerade im Winter als Symbol der Hoffnung auf einen neuen Frühling an. Schon sehr spekulativ ist es, wenn man das Schmücken des Baums mit Opfergaben in Verbindung bringt, die man in heidnischer Zeit auch in Bäume hängte. Auch Mai- oder Mittsommerbaum haben heidnisches Brauchtum als Ursprung. Ebenfalls zu dieser Tradition im weiteren Sinne gehören die Lichterbögen oder auch Weihnachtspyramiden, die z.B. aus dem Erzgebirge stammen.

„Der ‚Osservatore Romano‘, das amtliche Blatt des Vatikan, sprach noch 1935 von der ‚heidnischen Mode des Weihnachtsbaumes, eines Überbleibsels alter Naturgebräuche‘, und trat für die Abschaffung des nordischen Brauches ein.“
[Biber]

In früheren Zeiten wurde dem Vieh die letzte geschnittene Korngabe gegeben, die man von der Ernte dafür aufgehoben hatte (die allerletzte wurde ja für Sleipnir stehengelassen).
JulbaumschmuckIn der Julzeit spielen Äpfel und Nüsse, traditionelle Fruchtbarkeitssymbole (s. Idun), eine große Rolle. Das traditionelle Julgericht ist Wildschwein, alternativ wird heute z.B. auch Julkuchen in „Schweineform“ gebacken. Der Juleber(zu Ehren Freyrs) wurde früher laut Gulathingsgesetz mit der Bitte til ars ok til friðar geopfert, also mit der Bitte um ein gutes Jahr und Frieden. Ein weiteres traditionelles Mahl ist Pferdefleisch, da man früher Pferde dem Freyr, aber auchWotan / Odin opferte. Für die Missionare in Sachsen oder auch Hessen war der Verzehr von Pferdefleisch ein ausgesprochenes Zeichen für weiterbestehendes Heidentum (Simek). Neulich habe ich gelesen, daß die Form des heute noch bekannten Christstollens (Weihnachtsstollen) bewußt dem Schweinerücken ähnelt, Henkler schreibt allerdings, er soll das gewickelte Jesuskind darstellen – nun ja … Generell ist Jul die Zeit des Gebäckes („Weihnachtsplätzchen“) und es wird viel mit Honig als Zutat gebacken. Traditionelle Formen sind: Pferd oder Wilder Reiter, Hase, Storch, Schwan, Hirsch, Fisch, Radkreuz / Sonnenrad, Sterne, Schiff, Juleber, Hahn (der die wiedergeborene Sonne als erster begrüßt), Mann und Frau am Lebensbaum, ein Wickelkind.
Auch mit diesem Backwerk hatte die christliche Kirche so ihre Probleme. Der „Heilige Eligius“ (588 – 659) verordnete: „Niemand soll zu Anfang Januar verruchte oder lächerliche Vetteln oder Hirschlein oder andere Teigfiguren oder Liebessymbole backen.“ (nach Biber)

Zum Thema der Julzeit im schon christianisierten, aber doch grund-heidnischen Norwegen gibt es ein schönes Buch von Verhagen: Dreizehn Nächte in Norge. Die schönen Julbaumkugeln mit dem Irminsulmotiv gibt es z.B. beim Nordwelt-Versand.

Siehe auch die stimmungsvolle Seite Wintersonnenwen.de

„Rauch von Holz und Harz liegt in der Luft
ich atme ein den verlockenden Duft
Yulezeit ist da, Yulezeit ist da

Im tiefsten Winter, so einsam die Nacht
die Sonne wendet und Balder erwacht
Stellt das Sonnenrad auf, stellt das Sonnenrad auf

Der Tannenbaum in seiner Pracht
Der Yuleast lodert hell durch die Nacht
Stimmungsvolle Ruh, stimmungsvolle Ruh

Das Licht am Himmel die Hoffnung bringt
und Tor wild seinen Hammer schwingt
Kraft fürs kommende Jahr, Kraft fürs kommende Jahr

Frey und Freyas Sinnlichkeit
bringt Liebe, Lust und Fruchtbarkeit
Leben wird weitergehn, Leben wird weitergehn

Oh, Wintersonne, das Fest für Sie
Met, Korn und das Blut, unsere Gaben an Sie
Auf ewige Wiederkehr, auf ewige Wiederkehr
[© Hagalaz Runedance: Das Fest der Wintersonne (ein Weihnachtslied)]

Auf kahlem Felsen unter Sternen
Saß im rauhen Winterhauch
Eine Drossel und ich fragte
Warum wanderst du nicht auch

Warum bleibst du, wenn die Stürme
Brausen über Flur und Feld
Da dir winkt im fernen Süden
Eine sonnenschöne Welt

Antwort gab sie leisen Tones
Weil ich nicht wie andre bin
Die mit Zeiten und Geschicken
wechseln ihren leichten Sinn

Die da wandern nach der Sonne
Ruhelos von Land zu Land
Haben nie das stille Leuchten
In der eignen Brust gekannt

Mir erglüht’s mit ewgem Strahle
Ob auch Nacht auf Erden zieht
Sing ich unter Flockenschauern
Einsam ein erträumtes Lied

Dir auch leuchtet hell das Auge
Deine Wange zwar ist bleich
Doch es schaut dein Blick nach innen
In das ewge Sonnenreich

Lass uns hier gemeinsam wohnen
Und ein Lied von Zeit zu Zeit
Singen wir von dürrem Aste
Jenem Glanz der Ewigkeit

Lass uns hier gemeinsam wohnen
Und ein Lied von alter Zeit
Singen wir von dürrem Aste
Jenem Glanz der Ewigkeit
[O. Ernst, Wintermärchen; Vertonung: Darkwood]

„Song for the Midwinter Sacrifice

Now the nights of need are long;
darkness veils the settlements in Midgard.
Trolls and giants trample the roads;
wights walk freely in the world.

Now the nights of need are long;
breezes blow coldly and fiercely.
Hastily the spirit-procession rushes forth,
Odin’s Hunt on the winds of Yule.

Now the nights of need are long;
the winds of the winter sky are raging.
Bravely Thor fights against the giants,
defends the children of Embla eagerly.

Now the nights of need are long;
ice glistens on all fields.
The boar-god comes to farmsteads:
Freyr sees frost-hard earth on his path.

Soon the nights of need will be short;
a guardian-tree keeps its lonely watch.
The spirits of the kin — elves and Disir —
receive their gift from the farmstead’s people.

Soon the nights of need will be short;
the people of the farmstead are celebrating the sacrifice.
Many gods‘ memories are honored —
Æsir and Vanir without number.

Soon the nights of need will be short;
the fire glows from the farmstead,
and divine guests are joyfully welcomed.
Tradition and memory seldom betray one.“
[© Ingeborg S. Nordén]

Julleuchter

 

Die Alte Sitte

Forn Siðr (Forn Sed), das ist im skandinavischen Raum die Bezeichnung für die Religion der nicht-christlichen Ahnen, für die germanische Religion. Forn Siðr heißt „alte Sitte“. Damals sprach man offenbar nicht von „Religion“, so wie wir das heute insbesondere auch mit dem Begriff desGlaubens verbinden. Also nicht „glauben, was man nicht weiß“, sondern leben nach den überlieferten Traditionen, nach den Bräuchen der Ahnen, was auch impliziert, daß man nicht zwischen der religiösen Sphäre und dem säkularen Bereich getrennt hat. Sitte war Glaube, Kultpraxis, Soziales und Rechtliches in einem. Zu dieser Form des Glaubens schreibt Steinbock(sinngemäß): Man fragte nicht, an welche Götter glaubst du, sondern welchen Göttern opferst du?Daher kommt auch der Begriff der Treue, im Sinne von: dem die Treue halten, das man kennt und erfahren hat. Hierher kommt der im 19. Jahrhundert als neue Bezeichnung für den alten Glauben entstandene Begriff Asatru – Asentreue, Treue zu den Aesir und Vanir, – den beiden Göttergeschlechtern. (Getrennt geschrieben taucht das Wort Asatru allerdings schon in SnorrisProsaedda auf). Anhänger des Asatru heißen aber nicht, wie man so oft hört, „Asatruar“ – das ist nur der Plural von Asatru.
Auf diesen Seiten wird deutlich, daß diese Sitte am besten so zu verstehen ist, daß es sich dabei um einen kollektiven Kult einer Kultgemeinschaft handelt. Diese immer wiederkehrenden Bräuche formten (und formen) die „Sitte“, wozu auch die Kunst des richtigen Opferns gehört. Denn zwischen Menschen und Göttern steht die êwa, ein Vertrag auf Gegenseitig, woraus eben auch eine Opferpflicht (wie Steinbock schreibt) entsteht. Das wird im modernen Heidentum nicht gerne gehört, doch ist es so, daß man sich im Ritual den Göttern als ehrenhafter Mensch oder ehrenhafte Gemeinschaft zeigt; daß man sich des Heils würdig erweist, das die Götter spenden. Denn in bezug auf die Götter ist man überzeugt, daß sich Opfergabe und Gegengabe gegenseitig bedingen. Das hat sich bis heute nicht geändert.

Irminsul

Irminsul

Es gibt verschiedene Namen für die alte wie auch die neue Religion. Wir kennen schon Forn Siðr (Forn Sed) und Asatru. Auf das gemeinsame Opfern bezogen kommen dazu: blótdómr (Opfertum) und blótskapr (Opferschaft). Wer sich besonders zur anderen Götterfamilie, den Wanen, hingezogen fühlt, der nennt sich schon mal Vanatru. Im Deutschen wird die Asatru auch mit Asenglaube, Asentreue oder Göttertreu übersetzt. Im Nordischen spricht man auch von Nordisk Sed oder Hedensk Sed (nordische oder heidnische Sitte). Weitere Begriffe sind Odinismus, Theodish Belief usw. Wie die Südgermanen ihren Glauben nannten, wissen wir nicht. Am meisten wissen wir über die nordgermanische Mythologie, da es hier in Form der Eddas und Sagas eine gute Überlieferung gibt.

Ein paar Worte zum Thema Religion als solcher: Sehr aufschlußreich für eine Erstinformation ist z.B. der Text der Wikipedia [de.wikipedia.org/wiki/Religion]. Sie wird dort beschrieben als die „Vorstellung von der Existenz einer Gegebenheit (…), die über das direkt Erfahrbare hinausgeht.“ Wichtig ist die Erwähnung, daß der auf der christlichen Tradition basierende Begriff „Glaube“ nicht verallgemeinerbar sei, da es Religionen gebe, in denen er nicht existiere bzw. gar nicht das Hauptmerkmal der jeweiligen Religion sei. Und das ist bei der Alten Sitte ja genauso. Hasenfratz spricht von ‚Religion‘ als einem Symbolsystem, das der Kontingenzbewältigung, der biologischen und sozialen Programmierung diene und sich auf eine ‚Andere Wirklichkeit‘ beziehe. Symbolsystem, weil sich die ‚letzte Wirklichkeit‘ (Gott / Götter) nur durch Symbole ausdrücken läßt. Kontingenzbewältigung bedeutet, daß die Religion den Zufällen des Lebens eine Kohärenz gibt – eben durch den Bezug auf die letzte Wirklichkeit. Mit der biologischen und sozialen Programmierung sind sexuelle und soziale Regeln gemeint, die durch das Religionssystem verbindlich werden, wenn sie mit der letzten Wirklichkeit verknüpft werden. Religion gibt es, seit Menschen zur Symbolbildung fähig sind und diese Symbole für eine andere Wirklichkeit stehen können. Hasenfratz setzt 40000 Jahre an und schreibt, daß spätestens seit dem frühen Jungpaläolithikum Funde einen religiösen Bezug erlauben.

Nach Hasenfratz ist die Alte Sitte als Kultreligion – im Gegensatz zur Buch-(oder Offenbarungs-)-religion – einzuordnen, deren religiöses Symbolsystem „eidetisch-taktil“ (das Seh- und Tastvermögen betreffend und durch sie vermittelt) ist durch Kultbild und Kultstatue. Es gibt also Götterdarstellungen, während es keine heilige Schrift gibt. Bei den Götterdarstellungen der Germanen (z.B. den Statuen im Tempel in Uppsala oder den „Pfahlgötter“ aus verschiedenen Mooren) ist zu überlegen, ob die Gottheit als dem Bild immanent gedacht wurde oder ob eine Verehrung des Bildes sich auf das abgebildete „Urbild“, also die Gottheit, bezog. Ich selbst stelle es mir so vor, daß über das Bild als Medium die Gottheit geehrt wird.
Hier ist wichtig, noch einmal explizit festzuhalten, daß die Alte Sitte all das nicht kennt, was typischerweise mit einer Offenbarungsreligion verbunden wird: Monotheismus, auf Sünde aufbauende Moral, Paradies oder Hölle nach dem Tod, Priester als Vermittler zu Gott.
Ebenfalls festzuhalten ist, daß Kultreligion bedeutet, eine Gemeinschaft feiert und ehrt die Götter – die Alte Sitte ist kein individueller Heilsweg, es geht um das Heil aller an der Gemeinschaft beteiligten Sippen. Der Fortbestand der Sippen ist uns heilig, weil sich in ihnen vor langer Zeit unsere Götter manifestierten. Generation um Generation geht durch das Rad des Lebens, von der Geburt bis zum Tod. Neue Sippenmitglieder nehmen die Plätze der verstorbenen ein, ein ewiger Fluß (Ahnenreligion).

Die Alte Sitte kann aber auch Aspekte des dritten Religionstyps haben, der mystischen Religion. Dabei wird durch Versenkungsübungen versucht, die Einheit mit der Gottheit zu erlangen. Utisetaist z.B. so eine meditative Übung. Auch das Blot könnte man so erklären, da durch das gemeinsame Essen und das Essensopfer an die Götter eine mystische Einheit hergestellt wird.

„We see ancestral heritage as an innate part of our religion. We believe that we are connected with our ancestors, that we have duties to those ancestors and, at the same time, that we receive blessings from the ancestors. In many early cultures, death was seen as a semi-permeable membrane, and that the ancestors watch on. The ancestors, in a sense, are us. We are, in a sense, them reborn.“
[St. McNallen]

Stora Glå, Schweden

Die Alte Sitte wird heute von vielen Menschen im europäischen wie außereuropäischen Raum wiederbelebt. Wenn ich also heute von der Alten Sitte spreche, dann meine ich konkret den Versuch, die vorchristliche, heidnische Religion der Germanen für unsere heutige Zeit wiederzubeleben – in diesem Sinne ist es eine neu-heidnische Religion. Praktisch heißt das, daß in diese Rekonstruktion alles einfließen kann, was sich ursprünglich auf den mittel- und nordgermanischen Raum bezieht und was sich quellentechnisch aus dem 1. Jahrtausend v.u.Z. bis zum Ende der Wikingerzeit finden und belegen läßt. Dazu kommen noch ein paar Dinge, die historisch nicht belegbar sind, sich aber gut in das Gesamtbild einpassen. Die „Rekonstruktion“ ist somit eine Gratwanderung, bei der man sich bewußt sein muß, daß man niemals mehr die authentische Religion der Vorfahren zu 100% wiederbeleben kann.
Ich möchte weiterhin noch hinzufügen, daß diese Seiten auf der Basis „herkömmlicher Wissenschaft“ stehen, es gibt also weder Betrachtungen zur „Phantomzeit“ noch Diskussionen darüber, daß Tacitus‘ Germania eine Fälschung aus dem 15. Jahrhundert sein soll.

Uneinig sind sich heutige Anhänger der Alten Sitte / Asatru, wie exklusiv ihre Religion ist. In den 1990er Jahren wurde auf den amerikanischen Mailinglisten ganz intensiv der Unterschied zwischen „folkish“ und „universalist“ Asatru diskutiert. Es ist sicher mein nicht ganz so rühmlicher Verdienst, daß ich diese Debatten auch in die Diskussionen der deutschen Asatru eingebracht habe – so auf die Mailinglisten AsaGer und Asatru_Deutschland, die beide von mir gegründet wurden. Dieses bipolare Modell ging davon aus, daß man sich als Asatru entscheiden muß: entweder man ist folkish oder universalist. Folkish, das heißt, die ethnische Komponente des Glaubens wird deutlich betont. Die Herkunft des Menschen ordnet ihm nach dieser Sichtweise eine „eingeborene Religion“ (Asatru als der germanische Mosaikstein im Gefüge der Religionen der Menschheit) zu, zu der er einen besseren (bzw. exklusiven) Zugang hat als andere Menschen. Vertreter des Folkish Asatru glauben also, daß nur diejenigen gute Asatru sein können, die von germanischen Menschen abstammen. Die Universalisten hingegen erkennen zwar die Alte Sitte als eine „historisch regional geprägte Religion“ (Gründer) an, propagieren aber, daß jeder Mensch auf der Erde Asatru sein könne. Die germanischen Götter würden diejenigen „rufen“, auch wenn es sich um Buschmänner oder Maori handelt. Es handelt sich um eine hoch-individualistische Vorstellung von Menschen, die die Globalisierung als angenehme, erstrebenswerte Alternative zu „erstarrten Traditionen“ verstehen.
Es ist nun René Gründers Verdienst, hier eine dritte Kategorie eingeführt zu haben (Gründer2009, 2010), denn gerade aus seinem 2010er Werk Blótgemeinschaften wird deutlich, daß diejenigen, die in die Kategorie ‚Folkish‘ eingeordnet werden können, durchaus in der Nähe von Rassismus stehen. Ich selbst bin von dem Begriff ‚Folkish‘, den ich ab 2000 einige Zeit benutzt habe, aus diesem Grund abgegangen, da ich nicht mit Rassisten in einen Topf geworfen werden möchte. Hier führt Gründer nun die Kategorie „ökospirituell (tribalistisch)“ ein, mit der ich mich identifizieren kann. Er sieht z.B. die Germanische Glaubensgemeinschaft wie auch den VfGHinnerhalb dieser Kategorie, die er explizit als Übergangsbereich zwischen Folkish und Universalist versteht. Man kann Gründer (2009) so verstehen, daß sich in diesem Übergangsbereich sowohl moderate Folkish Asatru wie auch nicht so extrem universalistische zusammenfinden. Aus den daraus resultierenden Konflikten folge eine Konzentration der Religionsausübung auf einen rekonstruktionistischen bzw. traditionalistischen Ansatz, also der Wiederbelebung eines möglichst authentischen Glaubens der historischen Germanen (paraphrasiert nach Gründer 2009, S. 89).Gründer weiter: „Da Ökospirituelle bzw. tribalistische Asatruar ihren Glauben weder druch eklektizistische Beliebigkeit noch durch politische Ideologien verwässert sehen möchten, besteht eine deutliche Tendenz zum Rückzug auf ‚rein religiöse‘ Fragestellungen und zur Entwicklung einer umfangreichen relativ dogmatischen Ritualistik.“

Ich sehe mich in diesem Übergangsbereich, wenn ich von ethnischer Religion spreche, von der typischen Natur, also den regionalen Einflüssen, die die Menschen und ihre Religion geformt haben. Um Mißverständnissen vorzubeugen: Wer keine germanischen Ahnen hat, kann durchaus germanische Kultur und religiöse Gemeinschaft für sich wählen und einen Treuebund mit den Göttern und der Gemeinschaft eingehen. Wichtig ist dabei die Einbindung in eine Kultgemeinschaft: wer zur Gemeinschaft gehört, kann auch den Göttern opfern.

Heidnisch oder neuheidnisch wird oft als Gegenpol zum Christentum gewählt. Häufig ist damit auch jede Religion gemeint, in der es mehr als einen Gott gibt, richtiger wäre dann „polytheistisch“. Der Begriff Heide kommt von gotisch haithi, was auf die griechischen Arianer zurückgehen kann, die die Goten missionierten. In deren Bibel stand ethne für „Völker, Stämme“ (lat. gentes), womit die nicht-christlichen Völker gemeint waren, die ihrer eigenen Stammesreligion anhingen.
Der englische Begriff ‚pagan‘ kommt von lat. paganus, Landbewohner (von pagus = Landbezirk). Es ist jedoch nicht so, wie vielfach zu lesen ist, daß die heidnischen Landbewohner von den städtischen Christen so bezeichnet wurden und der Begriff dadurch seine religiöse Bedeutung bekam. Vielmehr war pagani in der römischen Soldatensprache die Bezeichnung für die Zivilisten und als das Christentum zur Staatsreligion und damit auch der Religion der kaiserlichen Truppen geworden war, waren die (römischen) Zivilisten die pagani – Zivilisten eben, aber auch Anhänger einer alten Religion. (Mehr hierzu im Text von F. Steinbock).

Die Alte Sitte ist keine Naturreligion in dem Sinne, daß die Natur und ihre Erscheinungen als heilig verehrt werden und auch nicht in dem Sinne, daß die Germanen eine Art „frühe Ökos“ gewesen wären. Allerdings ist die Natur der Urgrund des Lebens und unserer Existenz und wir achten sie. Aber selbst wenn wir an heilige Haine oder Berge denken, sehen wir nichts um uns herum als „übernatürlich“ an (s. dazu auch Naturreligion). Darüber hinaus glauben wir (hier „glauben“ bewußt gesetzt, nicht (Götter-)Treue) an die Existenz weiterer, nicht für jeden Menschen wahrnehmbarer Wesen in der Natur (s. Niedere Mythologie). Zum Thema „Naturreligion“ findet sich auch etwas auf der Seite über das Gottesverständnis.

„The Teutonic way as we know it now was born out of the stormy and turbulent times of these migrations (der Völkerwanderung). Although its most traceable roots are those stemming from the original Indo-European religion, it swiftly became something wholly unique, shaped by the harsh weather and mountains of the North, the fierce warrior spirit of the Migration Age, and the troth (unfailing loyalty and honor) to kin and folk without which the Germanic people could never have survived the rigors of their world. It is to regain that strength and that troth that we who follow the way of the North struggle each day; to reclaim the religion that grew from the souls of our ancestors and the heritage in which we can take rightful pride. We have come far from the rocky mountains of Scandinavia and the misty depths of the German forests, but our gods are still with us, hidden in our souls, in our hearts – in the very days of your week – Tiw’s Day, Woden’s Day, Thunar’s Day, Frigg’s Day – knowingly or not, we have honored them all our lives.“
[Gundarsson]

Sveinbjörn BeinteinssonDie Alte Sitte  als Rekonstruktion der einstigen Religion – kann mittlerweile auf eine recht lange Geschichte zurückblicken, die Anfang der 1970er Jahre in Island begann. Dort hat der ‚religiöse Pionier‘ Sveinbjörn Beinteinsson diese Religion wieder aus dem Dunkel hervorgezogen und sogar durchgesetzt, daß Asatru in Island wieder eineoffiziell anerkannte Religion wurde (Ásatrúarfélagið). Siehe dazu auch das Interview G. Graichens in ihrem Buch „Die neuen Hexen“.
Auch in Schweden und Norwegen sind Vereinigungen rechtlich anerkannt. Die norwegischen Gruppen Bifrost und Forn-Sed.orgdürfen z.B. rechtlich wirksame Zeremonien wie Eheschließungen durchführen – eine von diesen Gruppen geschlossene Ehe ist genauso „offiziell“ wie die von einer christlichen Kirche geschlossene. In Deutschland ist derzeit ein Aufbruch zu erkennen: Asentreue schließen sich in eingetragenen Vereinen zusammen, um ihre Form „germanischer Religion“ zu leben. Ich halte hier für den deutschsprachigen Raum v.a. den Verein für Germanisches Heidentum und den Eldaring für erwähnenswert.

Der Isländer Sveinbjörn Beinteinsson wurde am 4. Heuert 1924 als Sohn des Bauern Beinteinn Einarsson (aus Litlabotni am Hvaljarðarstroend) und der Helga Pétursdóttir (aus Drághals in Svíndalu) geboren. 1972 gründete er den Ásatrúarfélag, die heidnisch-nordische Organisation Islands, der er bis zu seinem Tod am 24. Julmond 1993 als oberster Gode (Allsherjargóði) vorstand. Beinteinsson war auch führender Vertreter der Edda-Rezitatoren im rímur-Stil. (s.a.Anerkennung in Island)

Inoffiziellere Formen sind „Clans“ oder „Sippschaften“, in denen die Jahresfeste gemeinsam gefeiert werden (im Englischen ‚kindred‘, ‚hearth‘ oder ‚garth‘). Ich halte von diesen „künstlichen Sippschaften“ nicht soviel. Das liegt daran, daß ich den Begriff ‚Sippe‘ im traditionellen Gewand sehe und ihn im Zusammenhang mit einer Ahnenreligion sehe. Sippe ist die natürliche Gemeinschaft miteinander verwandter Individuen. Alles andere fällt eventuell unter felag (eine Art Interessengemeinschaft, Begriff aus der Wikingerzeit). Das Ziel der Alten Sitte muß jedoch sein, wieder echte, heidnische Sippen zu haben, die zusammenstehen und ihre Werte an die jeweiligen nachfolgenden Generationen weitergeben.

Positiver beurteile ich ein Schlagwort, das seit ein paar Jahren die Runde vor allem in den Diskussionen der amerikanischen Asamenn macht: Tribalism. Gemeint sind damit Gemeinschaften, die von einem ganz engen Band der Freundschaft und Gegenseitigkeit zusammengehalten werden und die dadurch neu gegründeten „Stämmen“ gleichen. Somit stehen diese Gemeinschaften zwischen dem lokalen „kindred“ (als oft recht zusammengewürfelter Gruppe) und der überregionalen, durchorganisierten Vereinigung. Ziel sind „community minded groups“ mit gemeinsamer Identität. Um dies zu erreichen, müssen die Mitglieder eng zusammenarbeiten und darüber hinaus solche Personen fernhalten, die dem „tribe“ schaden würden. Deswegen ist die Selektion bei der Aufnahme ein besonderes Kriterium des Tribalism. Gemeinsame Identität wird durch miteinander harmonierende Mitglieder, gemeinsame Riten und Traditioen oder auch einen spezifischen Moralkodex erreicht. Über die Organisationsstruktur schreibt Swain Wodening (dort auch weitere Infos):
„Inherent in tribalism structurally are 1) an elected head or chief. 2) A democratically run tribal council. The chief can be elected for a term or life, and the council can take the form of a representative council or the entire adult oathed membership. This is the true core of neo-tribalism. Nothing else needs be added to the structure of the organization to make it tribal.“

Als gelebte Religion bedeutet die Alte Sitte das Abhalten von Ritualen an den Festtagen im Jahreskreis. In diesen Ritualen werden die Gottheiten kontaktiert und die Bindung zwischen ihnen und den Menschen erneuert. Dabei gibt es zwei Hauptritualformen: das Blot und das Sumbel. Dazu mehr auf den Seiten über Feste und Rituale. Weiterhin kommt eine grundsätzliche Einstellung zum Leben und zu Werten dazu, die ich auf meiner Seite über Ethik darlege.

In seinem Buch Northern Magic teilt Thorsson die wiederbelebte, nordische Religion in drei Bereiche auf: Den im eigentlichen Sinn religiösen Weg, der mit dem Glauben (Treue!) an die Götter und Verbundenheit mit germanischer Kultur einhergeht, nennt er Troth. Dazu gesellen sich zwei magische Bereiche, zum einen Rune-Galdor, die mit Odin verknüpfte, eher intellekt-betonteRunenmagie, und zum anderen Seidhr, die intuitivere, trance-artige, mit Freya verbundeneSeidhr-Magie. Daß diese Einteilung (zumindest die Zuordnung von Seidhr als „weiblicher Magie“) falsch ist, hat Kurt Oertel in seinem Artikel zu Seidhr belegt.

Die Alte Sitte ist in dieser Hinsicht nicht nur Religion, sondern Lebensweise und -auffassung, mithin auch Gegenkultur zur „mainstream“-Gesellschaft. Zyklisch wiederkehrendeJahreszeitfeste, Kontakt zur Erde und den alten Göttern und Ablegen des Christentums, natürlicheRiten und die Betonung einer auf Selbstverantwortung, Ehre und Sippengedanke fußenden Ethikmüssen zur Umwälzung der Lebensumstände des Individuums (mithin seines Umfeldes, seiner Sippe) führen. Heraustreten aus der Masse, mündig werden, sich den Mysterien von ethnischer Spiritualität und Bestimmung öffnen, das sind die Ziele, auf die die Alte Sitte nach dem Verständnis des Autors programmatisch hinweist.

„Mag der heiße Süden locken
mit der Trauben edlem Wein,
mit der Blüten zarten Flocken
und mit stetem Sonnenschein.
Meine Liebe gilt dem Norden,
seinem sturmumwehten Strand,
wo des Bernsteins goldne Orden
leuchten aus dem Dünensand,
wo die mächtgen Riesenföhren
ragen wie ein Mastenwald,
wo die rauhen Winde röhren
und die Lüfte herb und kalt,
wo der Fluß in Winternächten
mit des Eises Panzer klirrt,
und, beschwingt von Frühlingsmächten,
Kranichpfeil nach Norden schwirrt,
wo der Elch trägt seine Krone
majestätisch durch den Forst
und auf schwankem Wipfelthrone
wiegt sich kühn der Falken Horst,
wo die weißen Nächte schimmernd
durch den kurzen Sommer gehn
und des Nordlichts Fahnen flimmernd
hoch vom dunklen Himmel wehn …
Mag der Süden lockend winken
mit der Palmen Fächerhand –
seinen Wein will gern ich trinken
auf dein Wohl, mein nordisch‘ Land!“
[R. Jacquemien, Bekenntnis]