Die Zwangsräumung der alten deutschen Rentnerin

Christel Haack  hat  nicht gepackt. Sie hofft inständig:  „Vielleicht kann ich doch bleiben.“

Es ist unerwartet, dass die Berliner Kurier in der Adventszeit ein Herz für eine alte deutsche Rentnerin entdeckt. Man nennt sie beim Namen: Christel Haack. Man erzählt ihr anständige, biedere und redliche Lebensgeschichte, die noch vor dem Krieg angefangen hatte, sich als Trümmerfrau fortsetzte und heute mit einer Zwangsräumung endet.

Christel Haack weint. Am Freitag fliegt die 78-Jährige aus ihrer Wohnung in Prenzlauer Berg. Auf die Straße – kurz vor dem Ersten Advent. Denn für 10 Uhr hat sich der Gerichtsvollzieher zur Zwangsräumung angekündigt. Die Rentnerin ist verzweifelt.

Christel Haack hat im Erdgeschoss des schmuck sanierten Hauses zwei Zimmer, Küche, Bad. Die Wohnung zeigt deutlich Zeichen der Zeit, denn sanieren lassen wollte die Frau ihre Räume nicht. Im Wohnzimmer überall die stummen Zeugen eines langen und schweren Lebens. Fotografien der sechs Geschwister von Christel Haack stehen auf einem Tisch.

Nennen wir die  Dinge beim Namen: Die gierigen Profiteure der Asylindustrie, die Flüchtlings- und Einwanderungsdiktatoren sind die Täter,  die die Mietpreise hierzulande in die Höhe treiben. Das wird in diesem Artikel, der endlich mal sein Herz für die armen alten Einheimischen im Not entdecken, hier verschwiegen:

„Wir wohnten in Mitte, wurden im Zweiten Weltkrieg zweimal ausgebombt“, erinnert sich die Frau mit den wachen Augen. Auch an der Wand hängen Fotos. „Das ist mein Mann Erich, der hier in der Straße eine Werkstatt für Ballettschuhe betrieb.“ Seit 1960 wohnt Christel Haack in Prenzlauer Berg. Vor 30 Jahren bezog sie ihre jetzige Wohnung. Es ist seit Jahrzehnten ihr Kiez. Heute gilt er bei vielen als angesagt, Wohnungen hier, ganz nah an der Schönhauser Allee, sind begehrt.

„Es sind Rückstände bei Miete und Betriebskosten aufgelaufen, mehrere tausend Euro, es geht jetzt nicht mehr“, sagt sie und fügt hinzu: „Wir haben seit sieben Jahren alles versucht, um uns mit Frau Haack gütlich zu einigen, haben ihr sogar eine gleichwertige Wohnung in Prenzlauer Berg angeboten. Doch Frau Haack hat unsere Unterstützung nie angenommen.“

Christel Haack hingegen beteuert, die Miete immer bezahlt zu haben. Sie zeigt den KURIER-Reportern Kontoauszüge. 583,66 Euro werden monatlich abgebucht. Begleichen kann sie das nur, weil sie vom Sozialamt zusätzlich zu ihrer Rente Grundsicherung erhält. „Schulden habe ich nicht“, ist sie sich sicher. Als das Amt von der drohenden Zwangsräumung erfuhr, beauftragte es die „Gebewo Soziale Dienste“, zu helfen. Die zuständige Sozialarbeiterin: „Wir haben Frau Haack mehrere Wohnungen und auch ein Seniorenheim angeboten, doch sie wollte nicht.“

Berliner Kurier

Hinterlasse einen Kommentar