Gold-Schocker: Marine Le Pen will Frankreichs Barren aus den USA heimholen

Redaktion

Jetzt auch noch die Franzosen. Marine Le Pen von der Front National, die bei der EU-Parlamentswahl im Mai Frankreich schockierte und derzeit laut Umfragen eine Präsidentenwahl gewinnen könnte, fordert von der Zentralbank die Rückführung der gesamten Goldreserven aus dem Ausland.

Le Pen hat einen Brief an die Banque de France geschrieben. Darin stellt sie zusätzliche Forderungen auf: Der Stopp jeglicher Goldverkäufe sowie der Erwerb von zusätzlichem Gold bei Preiskorrekturen. Der Brief ist auf den 24. November datiert, also Montag.

Le Pen hebt hervor, dass es zwischen westlichen Industrieländern und der BRICS-Gruppe mit Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika einen eskalierenden Gold-Konflikt gebe.

Laut dem World Gold Council hat allein Russlands Notenbank im dritten Quartal des Jahres mehr Gold gekauft als alle anderen Zentralbanken zusammen.

Das Schreiben von Le Pen ist ein weiterer Hinweis dafür, dass vor allem China und Russland rasant am Aufbau ihrer Reserven arbeiten, als Teil ihrer Strategie, den Petro-Dollar möglichst schnell abzulösen und ihre eigenen Währungen mit Gold zumindest optisch zu unterlegen. Die Politikerin verlangt außerdem eine genaue Prüfung der französischen Goldreserve sowie deren Qualität durch einen unabhängigen Prüfer.

Die Initiative von Le Pen reiht sich in die anstehende Abstimmung am Sonntag in der Schweiz ein. Die Schweizer stimmen über die »Rettet unser Gold«-Initiative ab. Der Antrag verlangt, dass die Zentralbank künftig 20 Prozent ihrer Aktiva in Gold halten muss.

Die Eidgenossen würden damit zu einem massiven Goldkäufer aufsteigen. Experten schätzen die zusätzliche Nachfrage, die ausgelöst würde, auf etwa 1.500 Tonnen, die Hälfte der jährlichen Minenproduktion.

Teil der Initiative ist die Forderung, das Gold auf heimischem Boden zu lagern und kein Gold mehr zu veräußern.

Verschiedene Finanzmarkt- und Rohstoffanalysten spekulieren zudem, dass die EZB als Teil einer weiteren Lockerung ihrer Geldpolitik auch Gold kaufen könnte.

Und die Niederlande haben erst am vergangenen Freitag angekündigt, dass sie einen Teil ihrer Goldreserve von 612 metrischen Tonnen aus den USA zurückholen wollen. Auch das geht auf wachsenden Druck in der Öffentlichkeit zurück. Die Notenbank räumte einen »positiven Effekt« dieser Maßnahme auf »das öffentliche Vertrauen« ein.

Der Anteil des im Inland gehaltenen Goldbestandes an den gesamten Reserven soll von elf Prozent auf 31 Prozent steigen. Niederländische Goldbarren in Kanada und Großbritannien sollen bleiben, wo sie sind. Erst im vergangenen Jahr hatte die Bundesbank angekündigt, einen Teil der deutschen Reserven aus den USA und Frankreich zurückzuholen. Das ist bisher aber nur zu einem kleinen Teil gelungen.

Die wachsende Zahl solcher Forderungen – vor allem aus Europa – ist ein absolutes Warnsignal. Das sind deutliche Hinweise auf einen Vertrauenseinbruch, was die Versorgung mit physischem Gold angeht.

Hier braut sich ein Unwetter zusammen, das die Goldnotierungen blitzartig nach oben schießen könnte. Auslöser wäre ein kleiner aber verlässlicher Hinweis darauf, dass Papierforderungen nicht mehr, oder nur noch teilweise, durch physische Lieferungen erfüllt werden können. Dass der Goldpreis trotzdem Probleme hat, sich wieder über die Marke von 1.200 Dollar je Feinunze zu schwingen, zeigt das Ausmaß der Manipulation an diesem Markt.

http://info.kopp-verlag.de/hintergruende/europa/redaktion/gold-schocker-marine-le-pen-will-frankreichs-barren-aus-den-usa-heimholen.html

 

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