Im Jahr 1974 machten die chinesischen Bauern von Lintog in der Provinz Shaanxi den wohl größten archäologischen Fund des 20.Jahrhunderts.
Beim Versuch einen neuen Brunnen für ihr Dorf Xiyang zu graben, stießen sie auf eine gewaltige Ansammlung von in Ton gebrannten Kriegerfiguren und dazu passenden Tonpferden. Die Nachricht über diese Entdeckung verbreitete sich weltweit wie ein Lauffeuer und die sogenannte Terrakotta Armee der Qin-Dynastie gelten seitdem als das achte Weltwunder.
Bei einer Reise durch das asiatische China sollte man sich also einen Besuch der naturalistisch wirkenden Terrakotta Armeen im Mausoleum QIn ShIhuangdi nicht entgehen lassen. Archäologen konnten mittlerweile feststellen, dass es sich dabei um die Grabstätte des ersten Kaisers Chinas, Shi Huang Di, handelt. Zum König gekrönt beseitigte dieser im Jahr 230 vor Christus als grausamer Herrscher alles und jeden auf seinem Weg zum ersten feudalen Kaiserreiches der chinesischen Geschichte.
Er schuf die Terrakotta Armee und nannte sich den König der Könige, selbst seine eigene Mutter fand keine Gnade bei ihm. Den Ort seiner Grabstätte wählte Shi Huang Di, aufgrund der reichen Gold-und Jadevorkommen, zwischen dem Berg Li und dem Fluss Wei. Heute steht dieser außergewöhnliche Ort mit der Terrakotta Armee als einziger Chinas auf der Liste des UNESCO Weltkulturerbes und zu recht unter staatlichem Kulturdenkmalschutz.
Starr vor Ehrfurcht beschreiben Besucher den Anblick der chinesischen Terrakotta Armee. Sie gilt als eindeutiger Beweis dafür, dass die Chinesen ihrer Zeit weit voraus waren. In ein raffiniertes System von drei Grabkammern ließ ihr grausamer Gebieter einst bereits im zarten Alter von 13 Jahren über 700 000 Menschen diese Anlage errichten um mit seiner Terrakotta Armee für ein Leben nach dem Tod gerüstet zu sein. Ihr ursprünglich pyramidenförmige Grundriss erstreckt sich 345 Meter von Osten nach Westen und 350 Meter von Süden nach Westen. Die 1,80 Meter großen Soldatenfiguren der Terrakotta Armee sind in elf unterirdischen Korridoren in Schlachtformation aufgestellt.
Bei der Besichtigung empfiehlt es sich dabei vor allem auf deren Gesichtszüge zu achten. Denn unfassbarer Weise gleicht keine Figur der anderen, jeder einzelne der tausenden Soldat der Terrakotta Armee besitzt individuelle Gesichtszüge. Der 47 Meter hohe Grabhügel unter dem der Kaiser selbst begraben liegt wurde bis heute nicht geöffnet. Interessierte Touristen haben jedoch die Möglichkeit in der Haupthalle des Mausoleums ein realistisches Modell des Hauptgrabes zu bewundern.
In zwei weiteren Nebengebäuden können die Figuren der Terrakotta Armee und deren Waffen genauer betrachtet werden. Als das Herzstück der Qin-Dynastie gilt in dieser Ausstellung jedoch ein bronzener Streitwagen mit passendem Kutscher und Pferdefiguren. Sie krönen eine unvergessliche Reise ins Reich der Mitte und zum achten Weltwunder.
Von Julia Marlen Lang
China – Die Terrakotta Armee 1von2
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