
„Wer von seinem Tag nicht zwei Drittel für sich selbst hat, ist ein Sklave.“ Das sagte der deutsche Philologe und Philosoph Friedrich Nietzsche bereits im 19. Jahrhundert. Die ständige Zunahme der Arbeitszeiten und Überarbeitung der breiten Bevölkerung machen diese These wieder topaktuell.
16 Stunden, mahnt uns Nietzsche, müsse man vom Tag “für sich sebst haben” . Zwischen 35 und 40 Wochenstunden arbeiten die Deutschen im Durchschnitt. Damit wäre man noch knapp unter Nitzsches Grenze – doch dessen Arbeit ist damit nicht getan. Während Sie vielleicht nun ausatmen und denken wie knapp sie der Sklavenschaft entronnen sind, sollten wir uns weitere Fragen stellen.
Wieviele Stunden an Tag schlafen Sie denn? Würden sie weniger schlafen – und damit den Tag mehr nutzen, hätten sie keine so schweißtreibende Arbeit? Wieviele Stunden schlaf benutzen Sie also nur um für die tagtägliche Arbeit wieder fit zu sein? Würde Sie Nietzsche noch als freier Mensch sehen, wenn Sie diese Schlaf-Arbeitszeiten von Ihren Freistunden abziehen? – Vermutlich ja, trotzdem würde er nachhaken. Was machen Sie in der verliebenen Freizeit? Kümmern Sie sich nur um Ihre Belange oder begleitet Sie die Arbeit auf Schritt und Tritt?
Fakt ist, die postmoderne Gesellschaft verbringt ihr Leben am Rande der Sklaverei – freilich, das klingt etwas merkwürdig und polemisch – doch stellen Sie sich mal die Frage: Arbeiten Sie um zu leben oder Leben sie mittlerweile um zu arbeiten? Wenn Sie nachdenken mussten, dann passen Sie gut auf! Der Weg zur Sklaverei ist kürzer als man denkt.
http://www.neopresse.com/gesellschaft/anotherview/sind-sie-ein-sklave/