»Die Leute haben Muffe«: Ferguson bereitet sich auf das Urteil der Geschworenen vor

Redaktion

Die Waffenverkäufe sind 300 Prozent in die Höhe geschossen. FBI-Agenten infiltrieren die Stadt. Die Nationalgarde reserviert Unterkünfte für Verletzte und festgenommene Randalierer. Die Einwohner werden angewiesen, Nahrung, Wasser und Medizin zu horten, wenn es losgeht.

Die Vorstadt Ferguson trifft Vorbereitungen auf das unmittelbar bevorstehende Urteil des Geschworenengerichts, das seit dem 20. August Beweise zum Tod des 18-jährigen Teenagers Michael Brown aufnimmt. Brown war am 9. August von dem weißen Polizisten Darren Wilson erschossen worden.

Weil Brown dem Polizisten in einem Handgemenge in dessen Dienstwagen die Waffe abnehmen wollte, sagt die lokale Polizei. Wilson schoss, obwohl der Teenager die Hand in die Höhe streckte und sich ergab, sagen Angehörige und Freunde des Opfers.

Die Wut, die sich Bahn brechen könnte, wenn der Polizist freigesprochen wird, schüchtert Behörden, Firmen und lokale Organisationen in Ferguson schon seit Wochen ein. Der Gouverneur von Missouri hat den Ausnahmezustand erklärt. Die Nationalgarde steht bereit.

Die Bezirkspolizei – nicht die in Ferguson – soll die Einsätze leiten, wenn es zu Unruhen kommt. »Viel Stress, wenig Vertrauen«, fasst eine Anwohnerin in Ferguson die Situation vor dem Tag X zusammen, mit dem hier jeder seit Tagen rechnet.

Beim Privatdetektiv und Sicherheitsberater Thomas Mitchell stehen die Telefone nicht mehr still. Seine Wachmänner und Bodyguards sichern lokale Bürogebäude, patrouillieren Wohnkomplexe und begleiten Film-Crews zu Drehorten.

Der Schuldistrikt hat den lokalen Staatsanwalt gebeten, das anstehende Urteil nach 17 Uhr bekannt zu geben, damit alle Kinder zu Hause sind, wenn es Unruhen gibt.

Die »Don´t Shoot-Koalition« mit 50 Organisationen, die sich nach Browns Tod gebildet haben, wollen ebenfalls vom Staatsanwalt vorgewarnt werden. Sie brauchen 36 Stunden, um Freiwillige und sichere Unterkünfte bereitzustellen.

Im Internet-Forum St. Louis Cop Talk, wo Polizisten ihre Einschätzung preisgeben, schreibt ein »besorgter Bulle«,»wenn Ihr noch keine Waffe habt, holt Euch schnell eine, wir werden Euch und Eure Familie nicht beschützen können.«

»Die Leute haben richtig Muffe«, erzählt Steve King, der Inhaber des Waffengeschäfts Metro Shooting Supplies CNN. Normalerweise verkauft King 30 bis 40 Waffen pro Woche, jetzt 250. »100 Prozent der Käufer kommen wegen Ferguson«, sagt er.

Das FBI warnt unterdessen, dass reisende Randalierer und Extremisten versuchen werden, den Spruch der Geschworenen auszunutzen.

Aber nicht nur in Ferguson, im ganzen Land weisen Polizeichefs ihre »Cops« an, sich noch einmal genau die internen Anweisungen für Massendemos durchzulesen.

Bis hin im weiter südöstlich gelegenen Bundesstaat Georgia – wo es besonders viele arme Schwarze gibt – stockt die Polizei ihre Bestände mit Plastikstöcken und Schutzschildern auf. Die Flughäfen bereiten sich mit möglichen Schließungen vor, sollte es große Proteste geben und die Gewalt eskalieren.

Schon am vergangenen Wochenende verlegte das Heimatschutz-Ministerium gepanzerte Fahrzeuge nach St. Louis.

Die Hacker-Gruppe »Anonymous« stellte in dieser Woche eine Karte ins Internet, auf der dicke rote Linien markieren, wie Sicherheitskräfte im Ernstfall die Stadt – inklusive mehrerer Nachbargemeinden – abriegeln werden.

Auf Info Wars wird eine »verfassungsfreie Zone« befürchtet. Der Heimatschutz soll demnach schon 80 Agenten in der Region postiert haben, um Gerichtsgebäude und öffentliche Einrichtungen des Bundes zu schützen.

Info Wars hat einen Livestream eingerichtet, der Realtime Informationen aus Ferguson liefert.

http://info.kopp-verlag.de/

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