Mit großem Dank für das ausführliche Interview an den Botschafter der Ukraine in Deutschland, Herrn Pavlo Klimkin. Und natürlich DANK den ukrainischen Tschernobyl-Liquidatoren für den beispielhaften Mut und die Unermüdlichkeit gegen das gegen sie gerichtete Unrecht öffentlich zu protestieren. Gerade das Wachhalten und das Informieren der Öffentlichkeit führten in meinen Augen direkt zum Maidan 2013/2014! Ich danke Ihnen allen dafür, dass Sie diese, meine journalistische Arbeit so großherzig und gewissenhaft unterstützt haben! Die Geschichte der Liquidatoren und ihres Protestes sind die Inhalte dieses Features. Übersetzerinnen aus dem Russischen: Marina Schubarth, Natalia Kutepova, Cathrin Bach.
Verstrahlter Ruhm – Die Liquidatoren von Tschernobyl
Ein Radiofeature von Axel Reitel
aka Tschenobyl und die Folgen:
Alle Texte: der Autor.
Übersetzungen: Marina Schubarth, Catharina Bach, Natalja Kutepova
Prolog:
Das Standbild zeigt eine Aufnahme des Parkplatzes vor dem Tschernobyl-Museum in Kiew. Die Kraftfahrzeuge, die auf dem Parkplatz zu sehen sind, waren in Tschernobyl im Einsatz. Foto: Axel Reitel, Kiew 2012
Pressetext:
Nach dem GAU vom 26. April 1986 wurden insgesamt 800.000 Männer mit Schaufeln versehen und zu den Reaktorblöcken von Tschernobyl geschickt. Sie werden Liquidatoren genannt, da sie im Denken der Verantwortlichen die Folgen der Katastrophe beseitigen. Die ersten wurden geschickt, als der Reaktor noch brannte.
Mit ihren Schaufeln sollten sie das herausgeschleuderte Grafit und sonstige strahlende Brocken in den Krater zurückwerfen. Roboter, die ebenfalls für die Aufräumarbeiten eingesetzt wurden, blieben einfach stehen, die hohe Strahlenbelastung zerstörte ihre Elektronik.
Den Männern wurde gesagt, sie sollen Wodka trinken, alle zwei Stunden ein Glas. Nur alle drei Monate durfte jeder für ein paar Tage nach Hause. Niemand sagte den Liquidatoren, in welcher Lebensgefahr sie sich befanden.
Zehntausende Liquidatoren sollen an den direkten Folgen ihres Einsatzes gestorben sein. Die meist schwer erkrankten Überlebenden kämpfen heute um finanzielle Beihilfe. Weltweit hieß es nach dem Gau, eine derartige Katastrophe dürfe es nie wieder geben. 25 Jahre später geschah der Supergau in Fukushima.
DLF/MDR 2013
Und die Wahrheit über Tschernobyl