Unruhen bis 2016: Düstere Prognosen für das »Pulverfass« USA

Markus Gärtner

Der bekannte US-Ökonom Martin Armstrong sagt wegen der eskalierenden sozialen Ungleichheit in den USA bis spätestens 2016 Unruhen voraus. Die wachsende Unzufriedenheit in der Bevölkerung und die Wut gegen grassierende Korruption seien groß genug, um »beim nächsten wirtschaftlichen Abschwung eine Revolution« auszulösen.

Armstrong wurde bekannt durch seinen »ökonomischen Zuversichts-Index«, der wirtschaftliche Zyklen mit einer Länge von jeweils 8,6 Jahren – oder jeweils 3.141 Tagen – unterstellt. Am Ende jeder wirtschaftlichen Wellenbewegung stehe eine Krise. Mit Blick zurück zur Finanzkrise 2008 scheint Armstrongs Prognose realistisch.

»Es sieht mehr und mehr danach aus, dass es bis 2016 zu einem ernsthaften politischen Aufruhr kommen wird«, sagt er, wenn bis dahin die Wirtschaft stagniert oder die USA in eine Rezession schlittern.

Genau das sagen verschiedene US-Ökonomen und Finanz-Experten vorher.

Einer der bekanntesten ist Paul Singer, der Gründer des Hedgefonds Elliott Management. Singer schoss in dieser Woche eine Breitseite auf die US-Wachstumszahlen ab und kritisierte, dass die offiziellen BIP-Zahlen (3,5 Prozent für das dritte Quartal) die Inflation zu niedrig und das Wachstum zu hoch angeben.

Die Turbulenzen an den Börsen im Oktober seien das Vorspiel für den nächsten Crash gewesen, der in »einer heftigen Finanzkrise enden« könne. »Niemand kann vorhersagen«, so Singer, »wie lange sich Regierungen mit gefälschten Zahlen, manipuliertem Geld, getürkten Arbeitsmarkt-Berichten und verlogenen Einkommens-Statistiken durchmogeln können

»Wenn die Zuversicht verloren ist, kann der Einbruch sehr ernst, sehr plötzlich und flächendeckend in einer ganzen Reihe von Märkten eintreten

Eine andere aktuelle – und prominente – Warnung stammt von dem Prognose-Profi David Levy, dessen Familie über Jahrzehnte hinweg eine hohe Trefferquote bei der Vorhersage von Finanzdebakeln nachweisen kann.

Vor fast einem Jahrzehnt warnte Levy vor dem Platzen der Immobilienblase in den USA. Die Notenbank habe keine andere Wahl, als die Wirtschaft massiv anzuschieben, sagte er damals voraus.

Jetzt sagt Levy für das kommende Jahr eine Rezession in den USA vorher. Diese soll schlimmer ausfallen als diejenige, die der Finanzkrise von 2008 folgte. Levys Großvater hatte den Crash von 1929 prognostiziert, der Vater wurde für seine Prognosen von Konjunktur-Zyklen bekannt.

Zurück zu Martin Armstrong: Er macht seine Vorhersage zum Teil an einem Vorfall fest, der gerade die US-Medien beschäftigt.

In Fort Lauderdale drohen dem 90 Jahre alten Weltkriegs-Veteranen Arnold Abbott 60 Tage Gefängnis, weil er unter Missachtung einer neuen Stadtverordnung Wohnsitzlosen Essen ausgegeben hatte.

Das Beispiel zeigt laut Armstrong, »wie komplett verrückt die Gesetze in den USA geworden sind«. Armstrong darf für sich beanspruchen, dass er sowohl den »Schwarzen Montag« 1987 als auch den russischen Finanzkollaps 1998 vorhersagen konnte.

Die Demokraten, so Armstrong, könnten sich kaum vorstellen, wie wütend die 315 Millionen Amerikaner auf ihre Volksvertreter sind. Aus Polizisten seien Strolche mit Dienstmarken geworden. Die Polizei in den USA beschütze nicht mehr das Volk, sondern die Politiker gegen deren Wähler.

Das erinnert an einen Bericht auf der Webseite Infowars im August, wonach sich die US-Armee auf größere Unruhen einstellt.

In einem 132 Seiten langen Dokument mit dem Titel »US Militärtechnik-Publikation 3-39.33« wird demnach vorsorglich festgelegt, wie Soldaten bei Aufständen mit »renitenten und gewalttätigen Mengen« umzugehen haben, wenn die öffentliche Ordnung wiederhergestellt werden soll.

Die jüngsten Unruhen in der Stadt Ferguson, die jederzeit wieder aufflammen können, sind ein lebhafter Beleg, wie realistisch die Prognosen von Armstrong, Levy und Singer sind.

Und die massiven Proteste am Donnerstag in Brüssel haben einen starken Eindruck davon vermittelt, wie die Volksseele auch außerhalb der USA kocht. In den USA selbst zeigen Umfragen, dass drei Viertel aller Amerikaner wütend oder unzufrieden mit ihrer  Regierung sind.

Auch hier gibt es einen aktuellen und vielsagenden Beweis aus dieser Woche. Es war die Zwischenwahl am Dienstag, die zu einer dicken Watsche für Barack Obama und seinen Demokraten wurde und dem Land einen von Republikanern geführten Kongress bescherte, der nun die wenigen Reformen von Obama eilig zurückdrehen will.

Darunter sind die mit einem schlimmen Fehlstart eingeführte Gesundheitsreform und das neue Finanzmarkt-Reformgesetz »Dodd-Frank« von 2010. Wird daran gerüttelt, könnte sich auch dies als Zündschnur am Pulverfass USA erweisen.

http://info.kopp-verlag.de/hintergruende/geostrategie/markus-gaertner/unruhen-bis-2-16-duestere-prognosen-fuer-das-pulverfass-usa.html

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