Wenn sich im reichen Deutschland die Armut ausbreitet

Nach der heutigen Meldung des Statistischen Bundesamts war im vergangenen Jahr fast jede sechste Person in Deutschland armutsgefährdet – das entsprach 16,1 % der Bevölkerung oder rund 13 Millionen Menschen. Gegenüber dem Vorjahr kam es trotz des immer wieder beschworenen Aufstiegs am Arbeitsmarkt zu keiner Verbesserung. Eine Person gilt nach der EU-Definition als armutsgefährdet, wenn sie über weniger als 60 % des mittleren Einkommens der Gesamtbevölkerung verfügt (Schwellenwert für Armutsgefährdung 2013: 979 Euro im Monat, bei zwei Erwachsenen mit zwei Kindern unter 14 Jahren: 2056 Euro).

Bei den Frauen ab 65 Jahren fiel das Armutsgefährdungsrisiko mit 17,0 % deutlich höher aus als bei den Männern derselben Altersklasse mit 12,7 % (Abb. 18536). Im Jahr 2013 waren mehr als ein Drittel der Personen aus Alleinerziehendenhaushalten armutsgefährdet. Auch bei den Alleinlebenden lag der Anteil der armutsgefährdeten Personen 31,9 % sehr hoch. Unter den Arbeitslosen ab 18 Jahren waren sogar mehr als zwei Drittel armutsgefährdet, bei den überwiegend Erwerbstätigen allerdings immer noch fast 9 %.

Seit den 70er Jahren ist das Armutsrisiko in Deutschland erheblich angestiegen; gegen Ende des vergangenen Jahrhunderts lag es noch bei wenig mehr als 10 % (Abb. 17960).

Die deutsche Armutsquote wird in W-Europa nur noch von den Eurokrisenländern sowie Belgien und Großbritannien überboten (der Wert für Deutschland ist bei Eurostat höher als beim Statistischen Bundesamt, Abb. 18071). Noch schlechter sieht es im internationalen Vergleich bei den deutschen Frauen aus (Abb. 18537)

Auch die Zahl derer, die in Deutschland auf Hilfe zum Lebensunterhalt (Sozialhilfe) angewiesen sind, ist 2013 um 8 % auf 370.000 gestiegen. Seit 2005 sind das bereits 36 % mehr, außerhalb von Anstalten lebend sogar 54 %.

Ein reiches Land kultiviert rücksichtslos die Armut. Die Soziale Marktwirtschaft war einmal:

„In times of universal deceit, speaking the truth is a revolutionary act.“ George Orwell

 

http://www.jjahnke.net/rundbr108.html#3195

2 Kommentare zu “Wenn sich im reichen Deutschland die Armut ausbreitet

  1. Ich bin 47 Jahre alt und lebe schon immer von der Grundsicherung. Solange die Kasse noch voll ist, habe ich auch kein schlechtes Gewissen. Die Asylanten verbrauchen eh jetzt unser Geld.
    Lieber Asozial, als Asylant!!

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