Mehr Waffen für mehr Krieg

von Eckart Spoo

Im Spätsommer 2014 – kaum hatte ein australischer Historiker die Schuld am ersten Weltkrieg gleichmäßig auf alle europäischen Mächte verteilt, die nämlich in gemeinsamem Tiefschlaf in den Ersten Weltkrieg hineingeraten seien (wer schläft, sündigt bekanntlich nicht) – fühlten sich Politiker der regierenden Parteien in Berlin erquickt und ermutigt, endlich wieder offen und ehrlich Waffen in Spannungsgebiete zu liefern. Bis dahin hatten sie alle Sorgen darüber, daß Deutschland zum drittgrößten Waffenexporteur der Welt aufgestiegen war, mit der Zusicherung beschwichtigt: Deutschland habe sich verpflichtet, keine Waffen in Spannungsgebiete zu liefern, und dabei bleibe es. Das hatte irgendwie plausibel geklungen. Viele glaubten es, weil sie es glauben wollten.

Aber nun gilt der schöne Grundsatz nicht mehr. Stattdessen setzen sich die verständlichen marktwirtschaftlichen Interessen der deutschen Rüstungsfabrikanten durch. Aus deren Sicht ist es allemal wünschenswert, daß ihnen möglichst viele Staaten möglichst viele Waffen abkaufen. Wenn sich aus diesem Geschäft ein saftiger Gewinn ziehen läßt, möchten sie nicht bescheiden hinter anderen Anbietern zurückstehen. Sie wollen vielmehr stolz darauf sein dürfen, daß sich alle erdenklichen ethnischen oder religiösen Bewegungen aus der ganzen Welt für die vorzüglichen Waffen »Made in Germany« interessieren.

Aus nationaler Verantwortung muß unsere Regierung darauf bedacht sein, daß nicht etwa ausländische, sondern deutsche Firmen das große Geschäft machen. Und die IG Metall kann aus beschäftigungspolitischen Gründen kaum anderer Meinung sein; das gilt vor allem für die Betriebsräte der Rüstungsunternehmen. Aus Verantwortung für die Arbeitsplätze muß der Waffenexport immer wieder angekurbelt und verstärkt werden. Sagen wir es frei heraus: Die ganze deutsche Volksgemeinschaft kann nur hoffen, daß in möglichst vielen, möglichst heftigen, möglichst langdauernden Kriegen möglichst viele deutsche Waffen gebraucht und verbraucht und dann durch neue, möglichst noch viel teurere ersetzt werden. Kann es ein besseres Konjunktur- und Wachstumsprogramm geben?

So realistisch gesehen machen sich regierende Politiker besonders verdient, wenn es ihnen gelingt, Konflikte zu schüren und Völker oder Volksgruppen dermaßen gegeneinander aufzubringen, daß die Fanatisierten ihre gemeinsamen Interessen, vor allem das gemeinsame Interesse am Frieden, vergessen. Unsere US-amerikanischen Bündnispartner verstehen sich glänzend auf diese Aufgabe. Beispiel Libyen: Die US-Regierung erklärte dieses Land mit dem höchsten Lebensstandard in Afrika zum Schurkenstaat, hetzte diverse Stämme und Milizen aufeinander, und so breitete sich ein Bürgerkrieg aus, der nach dem Mord an Gaddafi längst nicht zu Ende war, im Gegenteil, dort herrscht jetzt Dauerkrieg. Oder Irak, unter Saddam Hussein einstmals ein reiches Land. Hussein mußte entmachtet und getötet werden, damit der Staat auseinanderbrach. Jetzt kämpfen Kurden, Schiiten und diverse besonders gottesfürchtige Milizen gegeneinander, und je länger der Krieg anhält, desto größer wird die Feindschaft, der Haß. Und desto schwächer werden sie alle im Verhältnis zu den USA und zur gesamten »westlichen Wertegemeinschaft« – so schwach wie zum Beispiel die Mini-Staaten Montenegro oder Kosovo, die in den 1990er Jahren durch die Zerschlagung Jugoslawiens entstanden, wozu die deutsche Politik nach Kräften beitrug. »Teile und herrsche.«

http://www.kritisches-netzwerk.de/forum/mehr-waffen-fuer-mehr-krieg

2 Kommentare zu “Mehr Waffen für mehr Krieg

  1. Hat dies auf Aussiedlerbetreuung und Behinderten – Fragen rebloggt und kommentierte:
    Der Zooologische Garten hat geschlossen, siehe Oberstleutnant der Tiere aus der Fimra BRD GmbH, siehe deren Staatenlosigkeit und unter Unterwerfung der Gesetze der USA Maschinerie! Siehe, das ein normaler Bürger vor Gerichten der BRD nur noch mit Anwalt und bei Hilfen Aussicht auf Erfolg eine Gerichtsverhandlung erhält!! Anders, bei Reichsdeutschen, die sich zur Verfassung des Reiches oder anderer Deutscher Länder bekennen, wiue auch das der Franzosen oder Asylanten! Ätsch, Bätsch meine Damen und Herren tirischer Werdung in den USA, unser Volk wird Moses lehren, wohl, siehe Demenz im Bundestag und die Verwahrlosung vieler Personalien in den Obdachlosenunterkünften und da als Alte und Rentner untergebracht! Siehe, es kommen Tabletten-Einnahme-Wächter, aber keine Hilfen zu Behinderten, geschweige Sozialwohnungen! Glück, Auf, meine Heimat! Modernste Euthanasie nennt man das, wenn sich die Bürger selber behelfen und sich aus der Politik verabschieden, siehe Wahlbeteiligungen der letzten und illegalen Wahlen, seit 1990!

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