ZDF zerreißt Ukraine-Berichterstattung

Ukraine Die ZDF-Sendung „Die Anstalt“ provoziert in ihrer Satire-Sendung erneut die deutschen Medien mit schweren Vorwürfen, die sie mit Fakten und Beispielen unterlegen.

Ein Nutzerbeitrag von Julian K.

Max Uthoff und Claus von Wagner haben erneut die deutschen Leitmedien kritisiert. Die ganze Sendung vom 23.09.2014 war voll von kritischer journalistischer Aufarbeitung aktueller und vergangener Politik, die man sonst eher selten zu hören bekommt. Zb Informationen über die fortdauernden Interventionen der USA in anderen Ländern wie Irak, Syrien, Afghanistan, Lybien usw.

Auch Anders Fogh Rasmussen bekommt sein fett weg. Kabarettitstin Simone Solga bezeichnet Rasmussen als „Vuvuzela“, denn der Job Rasmussens, ist der des Sprechers der Nato, nicht der des Generals. Es kommt auf die Zwischentöne an und nicht pures aufplustern gegenüber Russland. Rasmussen fordert den Westen auf die Verteidungsausgaben zu erhöhen, damit man überhaupt eine Chance hat gegen Russland. Dass die Nato zehn mal mehr für Rustung ausgibt als Russland (alleine USA 6mal soviel), das bleibt unerwähnt und ebendso, dass Russland in jedem Weltkrieg die meisten toten hatte, aber anscheinend seien sie „einfach nicht tot zu kriegen“.

„Wenn Sie sich fragen sollten:“ Woher kommen denn diese Zahlen, die habe ich ja noch nie gehört?“ „Das sind die ganz normalen Haushaltszahlen vom Friedensforschungsinstitut Sipri… Die werden sie bei uns hier aber sehr selten zu sehen bekommen, weil die Redakteure vielleicht sagen:„Friedensforschungsinstitut, die sind ja nicht objektiv, dass heißt die sind nur einseitig und an Frieden interessiert“..Nicht so wie die Nato.“ so Simone Solga.

Das war der Übergang zu der Kritik an der Ukraine-Berichterstattung, die ganz am Ende der Sendung kam.

Die beiden Gastgeber und die 3 Gäste kritisieren sehr offensiv die vorrausgegangene Berichterstattung der Medien. Manche Journalisten scheinen sich wohl als kalter Krieger zu sehen, die eine Generalmobilmachung herbeischreiben. Genug gesprochenTagesspiegel, Stärke zeigenFAZ, Jetzt oder nieSüddeutsche Zeitung, Ende der FeigheitSpiegelDann startet der eigentliche Beitrag, in dem sich die beiden Gäste als Reporter ausgeben und Meldungen von sich geben und Max Uthoff und Klaus von Wagner spielen die Journalisten die über die Ukraine schreiben. „Jegliche Ähnlichkeit mit aktueller Berichterstattung ist weder beabsichtigt noch zufällig, sondern unvermeidbar„. Mit diesem Satz startet die Kritik an vorangegangener Berichterstattung.

Über Odessa wird berichtet, man konnte nur tote pro russische Seperatisten in dem verbrannte Gebäude finden. Das passte nicht ins Bild von den friedlichen Maidan Aktivisten also entschloss man sich nur von 48 Toten zu berichten anstatt von 48 verbrannten pro-russischen Separatisten.

Weiter wird der MH17 Abschuss gemeldet, man gibt sofort den Separatisten die Schuld. „Aber wir wissen doch noch gar nichts genaues“ wird gesagt. „Wunderbar, dann können wir ganz unabhängig von den Fakten operieren“ erwidert Max Uthoff. („Stopt Putin jetzt“- Spiegel Cover wird eingeblendet) Anschließend wird vom vorläufigen Untersuchungsbericht der Holländer berichtet. Es gab einen Abschuss aber keine Hinweise auf schuldigen. „Wunderbar, dann schlussfolgern wir „dass es jetzt nahezu keinerlei Zweifel gibt, dass es die Seperatisten waren“

Dann eine Meldung über eine Rüge des deutschen Presserates am Spiegel wegen politischer Instrumentalisation von Opferfotos auf dem Spiegelcover. Max Uthoff dazu: „nur ein Blindgänger, eine Rüge des Presserates, das muss die Zeitung nicht abdrucken, davon wird niemand erfahren…wenn es nicht vor einem Millionenpublikum im Fernsehen gezeigt wird“. ( Damit war die geradige Bekanntgabe gemeint)

Was sind das bloß für Menschen- Putrins Rebellen treten die Würde der Opfer mit Füßen“- Sonntags Blick. Das Bild des Separatisten an der MH17 Absturzstelle mit Teddybär in der Hand wird eingeblendet. (Mehrere Zeitungen benutzten dieses Bild).

Separatist

Der Berichterstatter sieht sich bestätigt. Der Grausame Separatist „würgt den Teddybären“ und macht sich über die Opfer lustig. Dann wird das Video eingespielt in dem gezeigt wird, dass der Separatist den Teddy beiseite legt und sich bekreuzigt. „Ich würde sagen in dem Fall reicht uns das Standbild“ sagt Claus von Wagner anschließend.

Nächste Meldung: „Da sagt jemand das die Separatisten an der Absturzstelle hervorragende Bergungsarbeit geleistet haben“ „welcher idiot war das?“ „Der Leiter der holländischen Untersuchungsgruppe“ „ Uff,Wir müssen jetzt alle sehr tapfer bleiben..ignorieren sie es“

Dann versuchte man in der Redaktion verzweifelt etwas zu finden, was man dem russischen Hilfskonvoi anhängen kann aber man fand nichts. Auch über die finanzierten Nazi-Bataillone die auf ukrainischer Seite kämpfen wird berichtet aber man entschließt sich sie weiter Freiwilligen-Bataillone zu nennen weil es sonst nicht ins Bild passt.

Darauf die Meldung über einen russischen Armeekonvoi der die Grenze überschritten haben soll und zerstört wurde. „Ukraine greift Russen Konvoi an“-Bild. Ebenfalls unbestätigt aber man korrigiert sich nicht.

Die Nato legt Satellitenbilder vor die einen russischen Einmarsch beweisen sollen. „Na also, da haben wir doch die Bestätigung“ „Naja, ehemalige US-Geheimdienstler sehen darin keine standhaften Beweise“ „Dann suchen sie jemanden der etwas erkennen kann, zb jemanden von der CSU..die sind zurzeit Experten im erfassen ausländischer Fahrzeuge (CSU Politiker Uhl sieht keine Zweifel an russischem Einmarsch, Im Gegensatz zu Ex-Geheimdienstlern und ex-Nato-Generalen)

„Aber was berichten wir denn jetzt, wenn wir keine eindeutigen Beweise haben?“ „Wir benutzen die Bewährte Doppelstrategie. Behauptung in die erste Zeile, Journalismus in den letzten Satz! Z.B. so:„Russischer Armeekonvoi zerstört…nach bishber unbestätigten Angaben“

Wieder neue Meldung von Simone Solga:“Die Journalisten und Redaktionen werden von den Lesern unter Feuer genommen.“ Reaktion Claus Von Wagner:„Was? Machen sie die Foren dicht, moderieren sie, blockieren sie, löschen, löschen!“ „Aber wir kämpfen doch für die Meinungsfreiheit?“ „Aber doch in russland, nicht hier!“ (Verschiedene Online-Medien haben die Kommentarfunktionen zum Thema Ukraine geschlossen; alle die sich gegen die Berichterstattung und Politik aussprechen sind Putin-Versteher und bezahlte Trolle)

Ganz am Ende die Meldung, dass der ARD-Programmbeirat die Ukraine-Berichterstattung als tendenziös und einseitig bezeichnet und dann der Hinweis, dass sich gerade eine Satire Sendung über die Journalisten lustig macht. Claus von Wagner:„Überziehen sie sie mit Unterlassungserklärungen bis sie nicht mehr laufen können“ „Dafür haben wir doch jetzt keine Zeit“ „ Doch dafür haben wir Die Zeit“ ( Die Zeit Redakteure haben Klage eingereicht, weil die Anstalt die Verbindungen zwischen Journalisten und Politik-Organisationen dargestellt haben)

Das Video gibt es hier:

Über Rasmussen wird ab Minute 41 gesprochen und über die Berichterstattung ab Minute 45

Seperates Video nur mit der Berichterstattung über die Ukraine:

8 Minuten für die man sich die Zeit nehmen sollte.

Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.

„Dass es solche Sendungen wie “Die Anstalt” gibt, in der die Macher ja ganz offensichtlich frei von inhaltlichen Zwängen ihr Ding machen können, sollte den Kritikern des angeblich gleich geschalteten Medien-Mainstreams eigentlich zu denken geben. Wäre eine Sendung wie “Die Anstalt” in dieser Form in Russland möglich? Oder in Saudi Arabien? Max Uthoff und Claus von Wagner wissen die Freiheit, die sie hier genießen bestimmt zu schätzen.“

Sollte es nicht eher zu denken geben, dass einem diese Tatsachen in einer Satire-Sendung erzählt werden müssen?

Ich kann mich hier in Deutschland natürlich frei als Putin-Versteher äußern. Aber wer nimmt mich denn ernst, nachdem von den Medien Monatelang erzählt wurde, dass jegliche Putin-Versteher keine Ahnung haben und der russischen Propaganda verfallen sind und die westlichen Medien als einzige seriös berichtigen.

In Russland werden die Medien von der Regierung kontrolliert und im Westen von Nichtregierungsorganisationen. Denen beugen sich nach und nach die letzten seriösen Journalisten, die Angst um ihren Job haben und schließlich berichten die anderen ja auch so. Also wird schon irgendwas drann sein.

Der Großteil der Zeitungsberichte ist ja auch einfach aus Agenturberichten zusammen gesetzt. Investigativer Journalismus erfolgt kaum noch. Wenn man einen Agentur-Reporter bestechen sollte und sagt er solle doch den Westen im Guten Licht lassen, wirkt sich das auf dutzende Berichte aus, die sich aus den Agentur-Berichten zusammen bauen. Achten sie doch mal darauf, unter wievielen Zeitungsartikeln Wörter wie Reuters, dpa, AFP oder anderes steht. Das sind dann Informationen von Nachrichten-Agenturen und nicht etwas, was der schreibende Journalist der Zeit oder Bild oder sonstiges selbst untersucht hat.

https://www.freitag.de/autoren/julian-k/zdf-zerreisst-ukraine-berichterstattung

Ein Kommentar zu “ZDF zerreißt Ukraine-Berichterstattung

  1. Pingback: Eva Herman: Aufruf zum Tag der Wahrheit | Gegen den Strom

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s