sagt: http://einarschlereth.blogspot.de/
Da hört sich doch alles auf! Das ist ja kein Rückzieher, sondern ein salto mortale rückwärts. War alles nur ein kleiner Scherz? Die Sanktionen, die anti-Terror-Operationen in der Ostukraine? Tausende tote Zivilisten – Frauen, Kinder und Alte? Tausende tote Kämpfer der Volksrepubliken Donetsk und Lugansk? 40 000 tote ukrainische Soldaten? 1 Million Zivilisten, die in der Ostukraine ihre Häuser und Wohnungen verloren? War alles nicht so gemeint, wir wollten nur einen kleinen Test machen, wie? In dem Fall ist der Test wohl nicht so ausgegangen, wie ihr euch das vorgestellt habt, wie? Die Armee der Staatsstreich-Banditen in Kiew mitsamt ihrem Faschistenanhang ist von entschlossenen Frauen und Männern in Grund und Boden gehauen worden, diese Milizen haben eine moderne Armee geschlagen und haben so große Beute gemacht, dass sie jetzt eine reguläre Selbstschutzarmee bilden konnten, die ohne weiteres die Bande in Kiew auseinanderjagen könnte.
Sicher gab es einige Hitzköpfe in Novorossija, die gern nach Kiew durchmarschieren wollten. Aber die politische und militärische Führung hat mit Unterstützung von Putin den Weg der Mäßigung und des Friedens eingeschlagen, den Weg, den Putin von Anfang an als den einzig richtigen genannt hat. Aber nein, das wurde wieder und wieder arrogant in den Wind geschlagen. Wurde von dem ohrenbetäubenden Gebrülle in Kiew übertönt: Wir wollen die Colorados (Kartoffelkäfer) in Nowrossija ausrotten, diese Untermenschen mitsamt ihrer Sprache und allem, was russisch ist.
Nun, der Schuss ging nach hinten los. Und zwar mit ungeheurer Vehemenz. Was man zuvor absolut ausgeschlossen hat – mit den „Terroristen“ überhaupt nur zu reden – jetzt konnten sie auf einmal nicht schnell genug an den Verhandlungstisch in Minsk kommen, um eine Feuereinstellung zu unterschreiben.
Die Waffenruhe ist gestern um 17.00 Uhr in Kraft getreten und wird seither von allen Seiten eingehalten, nachdem Poroschenko den Befehl zur Feuereinstellung gegeben habe. Womit die Neue Zürcher Zeitung quasi unterstellt, dass der Schokolade-Kasper in Kiew der Friedensfürst gewesen sei. Es wurde auch ein Gefangenen-Austausch, der schon heute durchgeführt werden soll, vereinbart, der eindeutig zugunsten von Kiew ausfällt, da Novorossija etwa 10 mal so viele Gefangene hat als Kiew. Aber man will die natürlich schnell los werden, um die Nahrungsmittel für die eigene Bevölkerung verwenden zu können.
Obama, Merkel & Co faseln natürlich wie gewöhnlich viel dummes Zeug – Man müsse sehen, ob der Waffenstillstand von Dauer ist, ob die russischen Phantom-Einheiten wirklich abgezogen werden etc. – um zu kaschieren, dass man mit seinem Abenteuer eine kollossale Niederlage erlitten hat. Selbstverständlich gilt es, eine Menge Hürden zu nehmen. Wobei der Schwarze Peter in Kiew liegt und nicht, wie die westlichen Medien insinuieren, bei den Volksrepubliken Donetsk und Lugansk. Die Bevölkerung dort hat genug gelitten und sehnt sich am meisten nach Frieden. Wie genau solch ein Friedensvertrag aussehen wird, ist schwer vorauszusagen. Aber dass er eher dem 7-Punkte-Friedensplan von Putin, den dieser von Donetsk/Lugansk nur weitergegeben hat, ähneln wird als dem Poroschenko-Plan, dürfte klar sein, auch wenn die Faschos in Kiew schon jetzt Zeter und Mordio schreien. Da wird der Westen noch etliche Schwierigkeiten haben, diese bösen Geister, die er rief, unter Kontrolle zu kriegen.
