Tony Cartalucci
Die angebliche brutale Ermordung des amerikanischen Journalisten James Wright Foley hat in der westlichen Öffentlichkeit eine Welle der Empörung und Aggression ausgelöst. Diese Welle verfolgt zwei Ziele: Zum einen soll damit jeglichen Hinweisen darauf, dass der Westen selbst für die Entstehung der Terrorgruppe Islamischer Staat (IS, früher Islamischer Staat im Irak und in der Levante, ISIS) verantwortlich sei, das Wasser abgegraben und zum anderen ein Vorwand geschaffen werden, ein erneutes direktes militärisches Eingreifen der USA in der Region zu rechtfertigen.

NATO unterstützten terroristischen Kräfte zurückgedrängt oder vernichtet und in Städten und Ortschaften, die seit Jahren vom Krieg heimgesucht wurden, wieder Ruhe und Ordnung hergestellt.
Gegen die IS-Hochburgen in der Region um die Stadt ar-Raqqa am mittleren Euphrat im Osten Syriens konnte die syrische Armee lange Zeit nicht vorgehen, da ihre Kräfte durch andere dringlichere Aufgaben in den Gebieten um Hama, Homs, Damaskus, Dar’a, Idlib und Aleppo gebunden waren. Gegenwärtig sind die syrischen Streitkräfte nun dabei, Kräfte nach Osten zu verlegen.
Während der Westen jetzt als »empörter« Gegner des IS auftritt, war er es doch selbst, der dieses Monstrum geschaffen hat, um auf diese Weise dem zunehmenden iranischen Einfluss, der sich von Teheran über Bagdad und Damaskus entlang des Mittelmeers bis in den Libanon hinein erstreckt, entgegenzuwirken. Würden der IS und andere Terrororganisationen, die entweder direkt oder indirekt unter dessen Führung kämpfen, besiegt und zerschlagen, ohne zuerst einen Regimewechsel in Damaskus herbeizuführen, bedeutete dies eine schwere Niederlage für die USA und ihre Mitstreiter in der Region des Nahen und Mittleren Ostens.
Um sich letzte Handlungsoptionen offenzuhalten, bevor die von der NATO unterstützten Terrorgruppen in Syrien vernichtet werden und sie danach auch ihre Machtposition im Irak verlieren, könnte der Weste versuchen, über Provokationen, inszenierte Ereignisse oder auf andere Weise einen Vorwand zu schaffen, um militärisch in Syrien einzugreifen und seine Militäroperationen im Irak auszuweiten.
Noch weitere ermordete Journalisten … ein weiterer Abschuss eines Passagierflugzeuges …
Die mutmaßliche Ermordung James Wright Foleys hat in der internationalen Öffentlichkeit für heftige Empörung gesorgt. Zugleich hat sie auch den Eindruck einer Konfrontation zwischen dem IS und den USA hervorgerufen und dient dazu, den IS noch weiter zu dämonisieren.
Die westlichen Medien versuchen derzeit, die Illusion aufrechtzuerhalten, der IS unterscheide sich grundsätzlich von anderen Terrorgruppen in Syrien, und vor dem Hintergrund dieses Narrativs geht der Westen gleichzeitig daran, den IS in Syrien unter dem Deckmantel der Bewaffnung und Unterstützung »gemäßigter« Rebellen zu stärken, während die USA gleichzeitig Luftangriffe gegen den IS im Irak fliegen.
Am Ende des Videos, das die Ermordung Foleys zeigt, wird enthüllt, dass IS ebenfalls den vermisstenTIME-Journalisten Steven Sotloff in seiner Gewalt hat. Er war zuletzt in Aleppo gesehen worden und wird Berichten zufolge gegenwärtig in der belagerten syrischen Stadt ar-Raqqa festgehalten.
In einem englischsprachigen Artikel der Zeitung Epoch Times mit der Überschrift »Steven Sotloff: Der vermisste TIME-Reporter Steven Joel Sotloff wurde laut Bericht von ISIS bedroht« heißt es:
»Laut Wire hielt er sich vor seinem Verschwinden am 4. August in Aleppo auf. Seine Familie erklärte, sie sei über seine Situation informiert, wolle mit den Informationen aber nicht an die Öffentlichkeit gehen. Er werde in ar-Raqqa festgehalten.«
Ein weiterer ermordeter amerikanischer Journalist würde vielleicht endgültig das Blatt wenden, was die Unterstützung der Öffentlichkeit für ein mögliches amerikanisches militärisches Eingreifen in Syrien in naher Zukunft zu diesem kritischen Zeitpunkt angeht. In dem schon genannten Artikel verweist eine aktuelle Meldung der Nachrichtenagentur Associated Press (AP) darauf, dass (Hervorhebungen vom Verfasser):
»… Warnungen einer internationalen Forschungsgruppe und der amerikanischen Bundesluftfahrtbehörde Federal Aviation Administration (FAA) die wachsende Gefahr für zivile Flugzeuge angesichts der hunderten Flugabwehr-Waffen [unterstreichen], die sich jetzt in den Arsenalen der bewaffneten Gruppen in Syrien befinden und leicht extremistischen Gruppen in die Hände fallen könnten.
Bewaffnete Gruppen, die gegen das Assad-Regime in Syrien kämpfen, verfügen bereits
über schätzungsweise einige hundert tragbare Luftabwehrraketen (MANPADS), die sehr beweglich und nur schwer aufzuspüren sind, deren Zielgenauigkeit aber gleichzeitig ausreicht, um niedrig fliegende Passagierflugzeuge zu zerstören, wie die angesehene Forschungsorganisation Small Arms Survey aus der Schweiz, die die weltweiten Waffenströme untersucht, in ihrem neuen Bericht feststellt.«
Natürlich versucht AP weiterhin an der Unterscheidung zwischen bewaffneten Gruppen und »extremistischen Gruppierungen« festzuhalten, aber die Tatsache, dass die »Extremisten« des IS/ISIS Sotloff in Aleppo entführten, wo doch angeblich »bewaffnete Gruppen« operieren, lässt vermuten, dass nun auch die »Extremisten« dank der Unterstützung seitens der USA, Europas, der Türkei, Saudi-Arabiens und Katars über zahlreiche Luftabwehrsysteme verfügen.
Die Warnungen, diese Waffen seien jetzt möglicherweise Extremisten in die Hände gefallen, während diese doch schonseit Jahren über derartige Systeme (vor allem aus Libyen) verfügten, könnte das Gambit eines geostrategischen Schachspiels sein, das auch den Abschuss eines weiteren zivilen Passagierflugzeuges einschließen könnte, der dann als Deckmantel für die weitere Umsetzung der Pläne des Westens diente.
Die tragische Katastrophe des malaysischen Passagierflugzeuges MH-17 in der Ukraine ist schon seit längerem aus den Schlagzeilen der westlichen Medien verschwunden, nachdem zuvor haltlose Beschuldigungen gegen Russland erhoben wurden, die dem Westen den Grund für neuerliche Sanktionen gegen Moskau und weitere militärische Unterstützungfür das Regime in Kiew lieferten.
Ein Abschuss eines zivilen Passagierflugzeuges über der Region des Nahen und Mittleren Ostens – oder anderswo in der Welt −, für den dann in Syrien und dem Irak operierende »Extremisten«verantwortlich gemacht würden, könnte dem Westen den Vorwand für ein direktes militärisches Eingreifen in diesen Ländern liefern.
Der Westen hat schon oft bewiesen, dass er vor nichts Halt macht, um seine Ziele auch mit den drastischsten Mitteln zu verwirklichen. Ob und wie viele Menschenleben dabei geopfert werden, ist für sie und ihr Streben nach Vorherrschaft nicht von größerem Belang, als das eingeplante Opfer eines Bauern in einem Schachspiel. Und solange es ihnen immer noch gelingt, große Teile der Bevölkerung mit ihren inszenierten und manipulierten Provokationen hinters Licht zu führen und die öffentliche Wahrnehmung wirksam zu beeinflussen, werden sich derartige Tragödien auch tatsächlich ereignen. Um weitere tragische Ereignisse wie den Abschuss von Flug MH-17, den sinnlosen Tod von Foley und das Sterben tausender und abertausender Syrer und Iraker in der nahen Zukunft zu verhindern, müssen diese Provokationen und Manipulationen offengelegt und diese Waffen denen, die nach Weltherrschaft streben, unbedingt aus der Hand geschlagen werden.
Copyright © 2014 by GlobalResearch
Bildnachweis: ISIS
Dieser Beitrag stellt ausschließlich die Meinung des Verfassers dar. Er muss nicht zwangsläufig die Meinung des Verlags oder die Meinung anderer Autoren dieser Seiten wiedergeben.
Der Ausnahmezustand in der amerikanischen Kleinstadt Ferguson geht weiter. Seitdem der unbewaffnete schwarze Jugendliche Michael Brown am 9. August von einem weißen Polizisten auf offener Straße erschossen wurde, kommt die Stadt nicht zur Ruhe. Friedliche Proteste, Riots und Plünderungen wechseln einander ab, immer begleitet von massiver Gewalt durch den Staat. Die hochgradig militarisierten Polizeieinheiten besetzten tagelang die Stadt, feuerten Tränengas, Gummigeschosse und Blendgranaten auch auf friedliche Demonstranten und nahmen zahlreiche Journalisten mit fadenscheinigen Begründungen fest. Mittlerweile ist sogar die Nationalgarde im Einsatz.




