Kurt Nimmo
»Islamischer Staat«, ehemals ISIS, hat weitere Menschen aus dem Westen entführt. Zu den jüngsten Gefangenen der Organisation zählen Reporter, Fotografen und Mitarbeiter von Hilfsorganisationen, auch zwei Italienerinnen und ein japanischer Staatsbürger sind darunter.

Während der vergangenen sechs Monate haben islamische Dschihadisten in Syrien mindestens zehn Geiseln aus westlichen Nationen wie Spanien, Dänemark und Frankreich entführt. Einige Gefangene wurden gegen Lösegeld freigelassen, aber wie die mutmaßliche Hinrichtung des Journalisten James Foley zeigt, droht den aktuellen Geiseln ein grässlicheres Schicksal, während der Propaganda-Krieg im Vorfeld eines US-Einmarsches in Syrien Fahrt aufnimmt.
Das nächste Opfer wird möglicherweise Steven Sotloff sein, ein freischaffender Journalist, der für Time und Foreign Policy schreibt. Er wurde vor einem Jahr nahe der türkisch-syrischen Grenze aufgegriffen. Nach der mutmaßlichen Hinrichtung Foleys kündigte ISIS an, Sotloff zu enthaupten, sollten die USA ihre Luftangriffe im Irak fortsetzen.
Aber genau danach sieht es aus. Die Regierung Obama und das Pentagon haben angekündigt, ISIS weiter anzugreifen. Am Mittwoch sagte Obama, die USA würden alles unternehmen, »was in unserer Macht steht, um unsere Leute zu schützen«.
Man habe nicht die Absicht, in Syrien einzumarschieren, erklärte Obama. Die Regierung räumte allerdings später ein, dass sich mehrere Dutzend Spezialkommandos dort aufhalten. Weiter hat das Pentagon angekündigt, Bodentruppen zu entsenden, um »die Einrichtungen des Außenministeriums in Bagdad besser vor Angriffen von ›Islamischer Staat‹-Milizen schützen zu können«, meldete ABC News Radio.
ISIS wolle die USA dazu verleiten, in Syrien einzumarschieren, berichten Mainstream-Medien: »Die Terroristen versuchen die Vereinigten Staaten einzuschüchtern und bis zu einem gewissen Grad zu provozieren«, sagte der ehemalige US-Botschafter James Jeffrey auf Fox News.
»Sie haben am Mosul-Damm eine schwere Niederlage erlitten. Jetzt wollen sie die Botschaft vermitteln: ›Wir sind zurück. Wir werden unsere Strategie des totalen Kriegs gegen die Völkergemeinschaft fortsetzen … wollen wir doch mal sehen, ob ihr etwas dagegen unternehmen könnt‹«, so Jeffrey.
Am Mittwoch war bekanntgegeben worden, dass die USA nahezu ein Dutzend Luftangriffe auf ISIS-Stellungen beim Mosul-Damm geflogen hatten. Inzwischen steht der Stausee offenbar unter kurdischer Kontrolle.
Die Luftangriffe im Norden Iraks seien ein Erfolg, so Jeffrey:»Alle Weichen sind gestellt, damit Präsident Obama weitermachen kann … vorsichtig zwar, aber weitermachen mit seiner Kampagne gegen diese Leute. Früher oder später werden wir sie bekämpfen«, lautet Jeffreys Prognose. »Denn sie wollen gegen uns kämpfen.«
Das National Journal berichtete am Mittwoch aus Washington von parteiübergreifenden Forderungen nach einer Ausweitung der amerikanischen Aktivitäten im Nahen Osten. »Wenn sich im Kapitol ein Demokrat aus der Parteimitte, ein republikanischer Falke, ein Freidenker und ein Mitglied der Tea-Party-Bewegung auf eine gemeinsame Position verständigen können, dann ist dieses ungewöhnliche Ereignis durchaus eine Meldung wert. Die Senatoren Tim Kaine, James Inhofe, Rand Paul und Ted Cruz vertreten allesamt die Ansicht, das Weiße Haus solle beim Kongress um die Erlaubnis nachsuchen, neue Militäroperationen im Irak durchführen zu können. Präsident Obama sollte den Senatoren genau das geben, was sie fordern«, schrieb James Kitfield für das Magazin.
ISIS könne auch in den USA zuschlagen, sagte am DonnerstagMike Morell, ehemaliger stellvertretender CIA-Direktor und heute Experte für Fragen der nationalen Sicherheit bei CBS News. »Auf kurze Sicht besteht die Sorge, dass ISIS die Amerikaner und die Westeuropäer, die an ihrer Seite gekämpft haben, dafür ausbilden, in die Vereinigten Staaten zu kommen und hier kleinere Anschläge zu verüben«, so Morell bei CBS This Morning. »Es würde mich nicht überraschen, wenn morgen ein ISIS-Mitglied mit einem AK-47 in einem Einkaufszentrum irgendwo in den USA auftaucht und eine Reihe Amerikaner tötet.«
Um das zu verhindern, müssten die Vereinigten Staaten ISIS im Irak und in Syrien angreifen. Morell sagte, zu den Anstrengungen würde es gehören, »ihnen Territorium wegzunehmen, damit sie es nicht als sicheren Zufluchtsort für Ausbildungszwecke verwenden können. Dazu sind Luftangriffe erforderlich und dazu ist es nötig, das irakische Militär für seine Aufgabe vorzubereiten. Außerdem ist es notwendig, die ISIS-Führung vom Schlachtfeld fernzuhalten. Das bedeutet, sie gefangen zu nehmen oder sie zu töten.«
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