
Luftbild einiger der neuentdeckten Nazca-Bodenbilder. | Copyright/Quelle: E. Herran, G. de la Torre / elcomercio.pe
Nazca (Peru) – Mit Geschwindigkeiten von bis zu 100 Stundenkilometern haben starke Höhenwinde und Sandstürme vergangene Woche im El Ingenio Tal in der peruanischen Nazca-Hochebene bislang unbekannte Bodenbilder, sogenannte Geoglyphen, freigelegt.
Wie die peruanische Tageszeitung „El Comercio“ berichtet, wurden die Scharrbilder von dem Piloten Eduardo Herran und dem Nazca-Forscher Gómez de la Torre vergangene Woche bei einem Überflug entdeckt.
Zu den neuentdeckten Geoglyphen gehören demnach eine Zickzacklinie, kamelartige Tiere, ein Vogel und eine 60 Meter lange Schlange auf zwei gegenüberliegenden Hügelflanken des El Ingenio Tals nahe San Jose und Pampas de Jumana, rund 400 Kilometer von Lima entfernt. Der Forscher ordnet die Darstellungen der Übergangszeit von der Paracas zur Nazca-Kultur zu und vermutet ihr Alter somit auf rund 2000 Jahre.
Schon jetzt wurden die „neuen“ Bodenbilder von der National Registry of Cultural Property registriert, um ihre Zerstörung zu verhindern.
Weitere Informationen:Vorläufer von Naca entdeckt

Blick auf eine der neu entdeckten Bodenlinien in der peruanischen Wüste des Chincha-Tals. | Copyright: Stanish et al.
Während sich in Nazca neben den ausgedehnten Linien und rein geometrischen Figuren auch eine ganze Galerie von bildhaften Tierdarstellungen gen Himmel richten, sind es im Chincha-Tal vornehmlich kilometerlange Linien, die wenige Zentimeter tief in den Boden gescharrt oder mit Steinen markiert wurden. Viele dieser Linien gehen entweder von ebenfalls künstlich errichteten Erdhügeln, Plattformen, Grabhügeln und kleinen Siedlungen aus oder laufen auf diese zu. Andere weisen auf astronomisch markante Punkte am Horizont – wie etwa den Sonnenaufgangspunkt zur Wintersonnenwende vor rund 2300 Jahren.

Satellitenbild eines Anlagenkomplexes mit Linien und Grabhügeln. | Copyright: Stanish et al.
Wie die Forscher um Charles Stanish von der University of California in Los Angeles im Fachjournal „Proceedings of the National Academy of Sciences of the United States of America“ (PNAS, DOI: 10.1073/pnas.1406501111) berichten, konnten sie bislang auf rund 30 Quadratkilometern 71 Bodenlinien dokumentieren. Hinzu gibt es Grabhügel und Siedlungen. Die Forscher vermuten, dass die Anlage rituellen Zwecken dienten und die Parcas-Gemeinschaften die Landschaft sorgfältig umgestaltet hatten und so „ritualisierte Landschaft“ schufen, um soziale Ereignisse und jahreszeitliche Rituale markieren.
Älteres Material, welches damit im Zusammenhang steht:
Mysteriöse Nazca-Geoglyphen: Forscher entdecken bislang unbekanntes Bodenlabyrint

Blick auf Teile der neuentdeckten Geoglyphe aus der Luft. | Copyright: Clive Ruggles,cliveruggles.net
Bei dem Fund des Labyrinths, so die Pressemitteilung der University of Leicester, handele es sich um eines der ersten Ergebnisse der umfangreichen Studie durch Professor Clive Ruggles von der University of Leicester’s School of Archaeology and Ancient History und Dr. Nicholas Saunders vom Department of Archaeology and Anthropology von der University of Bristol.
Auch Vorbild für die britischen Forscher Ruggles und Saunders: Die Nazca-Pionierin Maria Reiche beim Abgehen der Geoglyphen vor Ort
Wie die Forscher aktuell im Fachjournal „Antiquity“ berichten, sind die Untersuchungen Teil einer fünfjährigen Untersuchung der Geoglyphen durch das Abgehen der Muster am Boden – ganz so also, wie auch schon die Nazca-Pionierin Maria Reiche die Muster einst erkundet hatte. Diese Erfahrung kombinierten die Wissenschaftler mit neuen wissenschaftlichen Daten beispielsweise von Satellitenaufnahmen, digitaler Kartierung, Untersuchungen des Untergrunds auf bzw. in den die gewaltigen Bilder und geometrischen Formen gescharrt wurden und zu lokalen Keramikfunden. Das Ergebnis bezeichnen die Forscher als die „bislang detailreichste Studie“ über die Nazca-Linien überhaupt.

Blick entlang des Labyrinths aus der Bodenperspektive. | Copyright: Clive Ruggles,cliveruggles.net
Hinweise auf das nun erstmals beschriebene Labyrinth wurden von den Forschern erstmals 1984 entdeckt und nach einer bald 20 jährigen Forschungspause nun vervollständigt werden: „Als ich begann dieses Labyrinth von seiner Mitte aus abzulaufen, hatte ich noch überhaupt keine Vorstellung davon, um was es sich handelt“, erinnert sich Ruggles. „Erst nach und nach wurde mir die gewaltige Ausdehnung bewusst und dass dieses Muster zum Abschreiten gedacht war. Wahrscheinlich war ich der erste Mensch nach 1.500 Jahren, der das Muster erkannt und wieder von Anfang bis Ende abgeschritten hatte.“
Tatsächlich entziehe sich das Labyrinth in seiner Gesamtausdehnung dem heutigen Betrachter größtenteils – selbst aus der Vogelperspektive. „Erst wenn man es am Boden abschreitet, offenbart sich seine Gesamtlänge von 4,4 Kilometern, auf denen der breite Pfad immer wieder seine Richtung wechselt.“

Grafische Umsetzung der Labyrinthpfade am Boden. | Copyright: Clive Ruggles,cliveruggles.net
„Das Labyrinth ist in der flachen und an Merkmalen armen Landschaft nahezu vollständig verborgen. Erst wenn man darauf entlang geht, erkennt man den sich vor einem öffnenden und weiterführenden Weg. Aus diesem Grund macht das Muster auch aus der Luft betrachtet zunächst keinen (zusammenhängenden) Sinn.“
Laut Ruggles erschuf und nutze das antike Nazca-Volk die Geoglyphen durch eben dieses Ablaufen der Muster am Boden. Somit – so spekuliert das Forscher-Duo – liege die Bedeutung der Bodenmuster vielmehr in deren ursprünglicher Herstellung statt in ihrer darauf folgenden Nutzung.
http://grenzwissenschaft-aktuell.blogspot.de/2012/12/mysteriose-nazca-geoglyphen-forscher.html
Hat dies auf Aussiedlerbetreuung und Behinderten – Fragen rebloggt und kommentierte:
Offenbarung! Glück, Auf, meine Heimat!
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