Peter Boehringer
Bevor wir wieder mit Hinweisen und Rückfragen zum (untenstehenden) KWN-Interview / Artikel von Grant Williams »Shocking Truth About The Missing U.S. & German Gold Hoards« zugeschüttet werden, gleich hier das offizielle Statement der Bürgerinitiative »Holt unser Gold heim« dazu.

1. Es ist wahrscheinlich, dass Williams weitgehend recht hat! Wobei (wie ja schon oft erläutert) »weg« auch bedeuten könnte, dass die Goldbarren zwar physisch vorhanden sind – buchhalterisch aber »mehrere Eigentümer« haben, was auf dasselbe hinausläuft (für fast alle vermeintlichen Eigentümer wäre es dann »weg«, wenn es etwa in einer Währungskrise darauf ankäme, Physisches in der Hand zu haben); was im Interview auch so gesagt wird.
2. Wie alle – speziell US-amerikanischen – Quotensucher kann auch Grant Williams imKWN-Interview seine Aussagen nicht gerichtsfest belegen. Und wie andere Schreiber vor ihm (etwa Jim Rickards oder William Kaye u.v.a.) hat auch Grant keinerlei Insiderwissen über den Zustand des Goldes in den Kellern derFed oder der Bundesbank. Die Indizien, die zu seiner »shocking« Überschrift führen, stellt er aber recht gut dar – es sind noch lange nichtalle… Und natürlich zeigen die Wortwahl und die Frequenz solcher Artikel im angelsächsischen Raum eindrucksvoll auf, für wie relevant die internationale Finanzwelt die Frage nach der unangetasteten Existenz speziell des deutschen Goldhorts nimmt!
3. Weil Beweise noch nicht erbracht sind, macht die Aktion »Holt unser Gold heim« auch weiterhin keine apodiktischen und alarmistischen Aussagen (»Oh Schreck – es ist weg!« / »Shocking truth about the missing gold!«). Unser Vorgehen ist und bleibt Insistenz bzw. öffentliches Nachhaken bei BuBa undFed um aussagekräftige Antworten samt Beweisen!
4. Die Beweislast allerdings liegt bei diesen Volksvermögen eindeutig bei der Fed und der Bundesbank! Alleine das deutsche Gold hätte einen Wert von über 140 Mrd. Dollar; das US-eigene Gold über 340 Mrd. Dollar. Das von uns vermutete Fractional gold banking scheme trägt maßgeblich dazu bei, dass die Zinsen von (»risikolosen«…) Staatsanleihen inmitten der totalen Überschuldung der Welt in groteske Tiefen geschraubt werden konnten, weil der Preis der einzigen tatsächlich Emittenten-Risiko-freien Konkurrenz der Staatsanleihen namens »Gold« auf diese Weise künstlich gedrückt werden konnte und kann. Der den Sparern der Welt dadurch entstehende Zinsschaden liegt noch um einVielfaches über dem direkten Risiko für unser goldenes Volksvermögen. Von allen anderen Folgen der durch absurd-künstliche Niedrigstzinsen ermöglichten Kreditorgien, Falschgelddruckerei und Makroklempnerei in unseren Gesellschaften ganz zu schweigen.
5. Selbst wenn das Gold (was zu vermuten ist) in seiner originalen Barrenform der 1960er Jahre teilweise oder gar ganz »weg« wäre, dann müssten die »Treuhänder« Fed und/oder BuBa das fehlende Gold eben im Markt zurückkaufen und ausliefern. Dann wäre zwar der Fall erst recht interessant für Kriminalisten und für Historiker (heimliches Fractional gold banking der vergangenen Jahrzehnte?!) – aber der materielle Schaden heute wäre heilbar; und das mit der heutigen Verwahrungs-, Verleihungs- und Bilanzierungspraxis der ZBs denkbare und kriminelle Fractional gold banking wäre dann beendet! Mit potenziell dramatischen Konsequenzen – denn es könnten u.U. Tausende Tonnen an ZB-Gold tatsächlich fehlen.
6. Grant macht im Artikel viele korrekte Aussagen – darunter diese wichtige: »So if we do get to the point where gold can’t be delivered, as long as everybody keeps quiet about it, maybe nobody will panic.« (»Und wenn daher eine Situation entstehen sollte, in der Gold nicht geliefert werden kann, wird keine Panik ausbrechen, solange alle Stillschweigen bewahren.«) Leider sind wir noch nicht an dem von Williams dann im Folgesatzvorausgesagten Punkt: »But ultimately entities who are not in the ›club‹ will want their gold back and they are going to start making some noise about it.« (»Aber irgendwann werden Länder oder Einrichtungen, die nicht zum ›Club‹ gehören, ihr Gold zurückfordern, und damit werden sie einige Turbulenzen auslösen.«) Die Kabale der Zentralbanken, Geschäftsbanken und der System-devoten Medien hält speziell bei dieser so kritischen Frage zum Status der (vorgeblich seit 1971 fast unveränderten) 30 000 Tonnen an ZB-Gold noch immer eisern zusammen bzw. golden schweigend den Mund.
7. Grant Williams kommt hier aber zur richtigen Forderung: Physisches unabhängiges Audit in allen relevanten Tresoren samt Offenlegung und Prüfung aller Barrennummern auf Doppeleigentümerschaften. Dann könnte es für die weltweiten institutionellen »Goldexperten« im lügenden Mainstream sehr große Überraschungen zu fehlenden Beständen geben! Soweit solche seriösen, gleichzeitigen und physischen Audits nicht möglich sind bzw. nicht zugelassen werden, muss die Ware in die jeweiligen Eigentümer-Länder repatriiert werden. Genau unsere langjährigen Forderungen also: »Holt unser Gold heim!« !
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