Für die meisten Leute, die die Machenschaften der Federal Reserve (Fed) genau verfolgen, waren die Ereignisse der vergangenen Woche von großem Interesse, denn die Fed-Präsidentin Janet Yellen machte eine ziemlich überraschende Äußerung. Am Mittwoch sagte sie in einer Rede vor dem Internationalen Währungsfonds in einem Satz zusammengefasst, es sei nicht Aufgabe der Fed, Blasen zum Platzen zu bringen.

Während einige Marktakteure dies umgehend als Aufforderung im Sinne der amerikanischen Comedy-Serie The Honeymooners der 1950er Jahre verstanden, in der das Motiv, wie man mit geringem Einsatz schnell sehr reich werden kann, eine große Rolle spielt, und begannen, im großen Stil Wertpapiere zu kaufen, gibt es noch eine andere mögliche Erklärung für Yellens Verweis auf die fehlende Bereitschaft der Fed: Die Fed könnte daran arbeiten, genau das Gegenteil von dem zu tun, was sie öffentlich zurückgewiesen hatte.
Eine kurze Zusammenfassung der Vorgeschichte: In dem vor Kurzem veröffentlichten jüngsten Jahresbericht der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) in Basel, die man auch als »Zentralbank der Zentralbanken« bezeichnet, richtete die BIZ zwischen den Zeilen eine eher Unheil verkündende Empfehlung an ihre Mitgliedsbanken: »Lasst die Blase jetzt platzen.« Ihre Wortwahl war zwar nicht so drastisch, ließ aber keinen Zweifel an der zugrunde liegenden Botschaft:
»Die Gefahr, dass die Normalisierung zu spät und zu langsam erfolgt, sollte daher nicht unterschätzt werden…
Besonders in denjenigen Ländern, die sich in einer späten Phase des Finanzbooms befinden, gilt es nun abzuwägen zwischen dem Risiko, den Eintritt in die Abschwungphase zu beschleunigen, und dem Risiko, später einen umso größeren Abschwung zu erleben…
Nur wenige sind bereit, Finanzbooms zu zügeln, die allen die Illusion vermitteln, sie seien reicher. Oder auf die schnellen Rezepte zur Ankurbelung der Wirtschaft zu verzichten, selbst wenn untragbare Finanzbooms dadurch noch angeheizt werden könnten. Oder die Bilanzprobleme inmitten des Abschwungs ernsthaft anzugehen, wenn scheinbar einfachere Maßnahmen zur Verfügung stehen. Die Versuchung, eine Abkürzung zu nehmen, ist einfach zu groß, obwohl die Gefahr besteht, dass sie ins Leere führt. Der Weg vor uns kann lang sein. Ein Grund mehr also, die Reise lieber früher als später anzutreten.«
Wie wir bereits in der vergangenen Woche bemerkten, gibt es im Zusammenhang mit dieser Empfehlung einige faszinierende Aspekte, die man berücksichtigen muss. Zunächst einmal sollte für jeden, der der Ansicht ist, das Konzept eines absichtlich herbeigeführten Zusammenbruchs des Aktienmarktes sei nur Stoff für Verschwörungstheorien, nun klar sein, dass dieses Verständnis völlig überholt ist.