Thomas Bachheimer, Präsident des Goldstandard Instituts Europa, im Gespräch über die Politik der Zentralbanken, gebrochene Poltikerversprechen, Budgets die nie eingehalten werden und warum er den Euro für einen Fehler hält.

Foto: http://www.boerse-express.com/media/Frontwave/Imagedata/data/396837/scalex/150;.jpg
Börse Express: Herr Bachheimer, Sie waren lange Jahre als Anleihenhändler Teil des derzeitigen Geld- und Finanzsystems. Heute gelten Sie als einer der schärfsten Kritiker dieses Systems. Warum dieser Wandel und was war der Auslöser?
THOMAS BACHHEIMER: Ich war Händler für Anleihen bzw. die Derivate darauf in Dublin bei Greenhouse plc, wo wir täglich bis zu einer viertel Million Kontrakte Umsatz gemacht haben. Ich war sozusagen mittendrin. Und so eigenartig das jetzt klingen mag, es gab tatsächlich so etwas wie ein Aha-Erlebnis. Es war Weihnachten kurz vor der Euro-Einführung, als meine Großmutter unterm Christbaum sagte: “Das ist jetzt die vierte Währungsreform, die ich erlebe, und bisher habe ich immer alles verloren.” Von da an habe ich begonnen zu recherchieren und alles Wissen über Geld und dessen Funktionen bzw. die diesbezügliche Rolle des Staates in mich geradezu hineingesaugt. Ich wusste schon länger, da rennt etwas falsch, wobei sich meine Kritik damals in erster Linie an den Dollar richtete, weil die Probleme schon damals eher sichtbar waren als im Euro. Wenn die USA ein Inflationsproblem haben, wird das kurzerhand exportiert. Ein Beispiel: der Ölpreis hat sich zwischen 2004 und 2008 versiebenfacht, der Bedarf ist aber nicht um 700 % sondern um lediglich 7 % gestiegen. Weshalb also ist der Preis derart explodiert? Irgendwann ist mir dann bewusst geworden es geht um ganz andere Dinge, um Inflationsexport.
Was waren Ihre Überlegungen bzw. wie ging es für Sie persönlich weiter?
Eine Grundthematik, die mich seit langem beschäftigt ist die Frage nach dem Einfluß des Staates in der Geld- und Währungspolitik, aber auch die Vorteile der Politik in einem ungedeckten Geldsystem, die langfristigen katastrophalen Schäden, die daraus resultieren. Aber auch die Frage nach dem, was wir denen hinterlassen, die in 50-100 Jahren hier leben. Nicht viel und mir ist klar, dass ich allein das auch nicht reparieren kann.
Persönlich habe ich mit eine Firma in Zürich gegründet (2007 bis 2011), die sich mit dem Rohstoffhandel (Gold und Öl) beschäftigt hat. Dabei haben wir ein automatisiertes Handelssystem eingesetzt, dass die Unze Gold in Relation zum Barrel Öl setzt. Ob der Ölpreis hoch oder niedrig ist definiere ich nicht über den Dollar sondern das Gold. Mit einer Versicherung in Liechtenstein wiederum haben wir eine Möglichkeit für jedermann geschaffen, einfach und günstig in einen Fond zu investieren der überwiegend in physisches Gold investiert. Die Juristen der Versicherung haben dann eine Lebensversicherung darübergestülpt. Etwas was bis zu diesem Zeitpunkt rechtlich nur schwer möglich war. Die Vorteile gegenüber den herkömmlichen LVs liegen natürlich auf der Hand.
Mir geht es vor allem darum die Menschen aus dem momentanen System rauszuholen, um ihnen ihre Kaufkraft zu sichern. Weil das, was derzeit passiert nichts anderes ist als Bürgerbetrug. Ein Betrug, der ein Ende haben muss.
Bürgerbetrug ? – Harte Worte …?
Was waren Ihre Überlegungen bzw. wie ging es für Sie persönlich weiter?
Eine Grundthematik, die mich seit langem beschäftigt ist die Frage nach dem Einfluß des Staates in der Geld- und Währungspolitik, aber auch die Vorteile der Politik in einem ungedeckten Geldsystem, die langfristigen katastrophalen Schäden, die daraus resultieren. Aber auch die Frage nach dem, was wir denen hinterlassen, die in 50-100 Jahren hier leben. Nicht viel und mir ist klar, dass ich allein das auch nicht reparieren kann.
Persönlich habe ich mit eine Firma in Zürich gegründet (2007 bis 2011), die sich mit dem Rohstoffhandel (Gold und Öl) beschäftigt hat. Dabei haben wir ein automatisiertes Handelssystem eingesetzt, dass die Unze Gold in Relation zum Barrel Öl setzt. Ob der Ölpreis hoch oder niedrig ist definiere ich nicht über den Dollar sondern das Gold. Mit einer Versicherung in Liechtenstein wiederum haben wir eine Möglichkeit für jedermann geschaffen, einfach und günstig in einen Fond zu investieren der überwiegend in physisches Gold investiert. Die Juristen der Versicherung haben dann eine Lebensversicherung darübergestülpt. Etwas was bis zu diesem Zeitpunkt rechtlich nur schwer möglich war. Die Vorteile gegenüber den herkömmlichen LVs liegen natürlich auf der Hand.
Mir geht es vor allem darum die Menschen aus dem momentanen System rauszuholen, um ihnen ihre Kaufkraft zu sichern. Weil das, was derzeit passiert nichts anderes ist als Bürgerbetrug. Ein Betrug, der ein Ende haben muss.
Bürgerbetrug ? – Harte Worte …?
Ja, Bürgerbetrug. Man enteignet die Menschen durch die Geldpolitik. Was die Nationalbanken gerade tun ist reinste Alchemie, ganz im Sinne von Faust 2. Die Produktion der Wirtschaft hält ja längst nicht mehr mit der Geldproduktion Schritt, und die Politik freut sich über das viele künstlich geschaffene Geld. Es ist schon seltsam: Die Banken borgen dem Staat via Staatsanleihen Geld und dann gibt der Staat den Banken das Geld wieder. Dieses Geldsystem, das mit dem Ende der Goldpreisbindung 1971 gestartet ist, begünstigt die falschen Gruppierungen, denn nicht die Fleißigen profitieren, sondern jene, die besonders nah an der undemokratischen politischen Entscheidungsfindung, bzw. an der Geldproduktion und Geldverteilung sitzen. Siehe OENB-Gehälter, Pensionen, Bankerboni und andere unfaire Absurditäten, über die unsere Enkel nur den Kopf schütteln werden. Das Geld geht derzeit immer den Weg zu den gleichen Leuten, eine Umverteilung nach unten findet überhaupt nicht statt. Eine Umverteilung wie es die aufrechten Politiker der 70er Jahre, wie etwa ein Bruno Kreisky, im Sinn hatten. Im Gegenteil: diejenigen, die die falschen Entscheidungen treffen werden exkulpiert. Und der unschuldige Bürger steht für die Kosten, die aus den Fehlern der wildgewordenen Banker und Politiker entstehen, grad. Und durch die freie Handhabe, die das Polit- und Finanzsystem haben, haben wir den Wohlstand der nächsten und übernächsten Generation verfrühstückt.
Aus meiner Sicht ist es nicht sozial, wenn der Staat A etwas wegnimmt um es B zu geben. Der Staat produziert sich seine Abhängigen vom Sozialsystem selbst, weil er diese besser lenken kann. Und so nebenbei schneidet er für die Verwaltung des Systems noch 30% an den Steuerinnahmen mit. Und trotzdem kommt kein Staat mehr mit seinem Budget aus und muss zu Tricks greifen um sich über die Runden zu retten. Staatsversprechen, Ja, Bürgerbetrug. Man enteignet die Menschen durch die Geldpolitik. Was die Nationalbanken gerade tun ist reinste Alchemie, ganz im Sinne von Faust 2. Die Produktion der Wirtschaft hält ja längst nicht mehr mit der Geldproduktion Schritt, und die Politik freut sich über das viele künstlich geschaffene Geld. Es ist schon seltsam: Die Banken borgen dem Staat via Staatsanleihen Geld und dann gibt der Staat den Banken das Geld wieder. Dieses Geldsystem, das mit dem Ende der Goldpreisbindung 1971 gestartet ist, begünstigt die falschen Gruppierungen, denn nicht die Fleißigen profitieren, sondern jene, die besonders nah an der undemokratischen politischen Entscheidungsfindung, bzw. an der Geldproduktion und Geldverteilung sitzen. Siehe OENB-Gehälter, Pensionen, Bankerboni und andere unfaire Absurditäten, über die unsere Enkel nur den Kopf schütteln werden. Das Geld geht derzeit immer den Weg zu den gleichen Leuten, eine Umverteilung nach unten findet überhaupt nicht statt. Eine Umverteilung wie es die aufrechten Politiker der 70er Jahre, wie etwa ein Bruno Kreisky, im Sinn hatten. Im Gegenteil: diejenigen, die die falschen Entscheidungen treffen werden exkulpiert. Und der unschuldige Bürger steht für die Kosten, die aus den Fehlern der wildgewordenen Banker und Politiker entstehen, grad. Und durch die freie Handhabe, die das Polit- und Finanzsystem haben, haben wir den Wohlstand der nächsten und übernächsten Generation verfrühstückt.
Aus meiner Sicht ist es nicht sozial, wenn der Staat A etwas wegnimmt um es B zu geben. Der Staat produziert sich seine Abhängigen vom Sozialsystem selbst, weil er diese besser lenken kann. Und so nebenbei schneidet er für die Verwaltung des Systems noch 30% an den Steuerinnahmen mit. Und trotzdem kommt kein Staat mehr mit seinem Budget aus und muss zu Tricks greifen um sich über die Runden zu retten. Staatsversprechen, die vor den Wahlen abgegeben werden, werden nie eingehalten, weil die Politiker das nicht müssen. Die ganze Debatte um die Deflation ist doch absurd. In Wirklichkeit geht es darum, dass die Deflation die Entschuldungsfantasien der Politiker bedroht.
Was ist aus Ihrer Sicht der Ausweg, was muss sich ändern?
Wir müssen das Unrecht, das jetzt passiert ändern. Wir müssen den Boden herstellen der Gleichheit garantiert. Das geht aber nur dann wenn Banken und die Verjubler des Geldes zur Verantwortung gezogen werden. Der Bürger darf nicht mehr dafür gerade stehen und wir müssen endlich die EU-Charta ernst nehmen. Dort ist das Recht auf eine gute Verwaltung ja verankert und das müssen wir umsetzen. Dieses Grundrecht ist aber durch die fehlende Transparenz gestört. Denken sie nur an die letzten Wahlen, wo vor der Wahl nichts vom Budgetloch, das dann nach den Wahlen aufgetaucht ist, offengelegt wurde. Man wollte vor den Wahlen nichts aufkommen lassen. So geht es sicher nicht.
Sie haben bei der letzten Wahl selbst beim Team Stronach mitgemacht. Sind sie von dem Wahlergebnis enttäuscht?
Ja, ich war Leiter des Euro-Expertenrates und hatte dabei die Unterstützung von Professor Hankel (Anm. d. Red.: Eurokritiker und deutscher WirtschaftswissenschafterWilhelm Hankel, verstorben im Jänner 2014, mehr hier:http://bit.ly/1jBhERT). Das war eine sehr spannende Zeit und ich habe Frank Stronach als sehr gescheiten, hellwachen Kopf erlebt. Ganz anders als das was in den Medien rübergekommen ist. Nach den Wahlen war ich natürlich enttäuscht. Zu dem was sich jetzt abspielt möchte ich mich nicht äußern.
Noch einmal zurück zu den letzten Wahlen. Ich bin der Ansicht, dass diese Wahl eigentlich ungültig ist. Die Österreicher haben unter falschen Gesichtspunkten gewählt. Nicht zuletzt deshalb weil eine Finanzministerin mit Deckung der Regierungsparteien vor den Wahlen komplett falsche Budget-und Verschuldungs- und Bankabbaukosten-Daten kolportiert hat. Eine Finanzministerin, die wusste, dass sie diese Position nach den Wahlen nicht mehr bekleiden wird. Sie und die gesamte Regierung haben das Grundrecht des Bürgers auf Transparenz (s. EU-Charta) und somit das Recht auf „gute Verwaltung“ wissentlich gebrochen. Die Demokratie wurde mit Füssen getreten, aber auch unsere Politiker nehmen die Verfassung in keinster Weise ernst. Am Ballhausplatz und anderen Orten der Regierung haben sie vergessen wofür die Verfassung geschrieben wurde – nämlich zum Schutz des Volkes vor der Politik für das Volk.
Noch einmal zur ihrer Kritik am Euro. Was stört Sie an der gemeinsamen Währung?
Da muss man zu den Ursprüngen zurück. Der Euro ist ja eigentlich ein Verfassungsersatz, weil sich die Politiker nicht auf eine europäische Verfassung einigen konnten. Man hat geglaubt, wenn man schon keine gemeinsame Verfassung hat, kann man mit dem Euro eine Gemeinsamkeit schaffen, mit der sich die Europäer identifizieren können. Außerdem wurde uns die Währung per Dekret top down von der Politik aufgezwungen und die wahren Nutzer der Währung konnten überhaupt nicht mitsprechen.
Fragen sie sich doch einmal die berühmte Frage: Cui bono/wem nutzt’s ? Natürlich demjenigen, der die Währung erschaffen hat. Politik und Großbankenlobby. Natürlich kann diese Währung nie funktionieren. Außerdem hat man über gänzlich unterschiedliche Wirtschaftsräume und -systeme in unterschiedlichen Entwicklungsstadien eine einzige Währung gestülpt. Wirtschaftsräume, die früher die Abwertung ihrer Währung nutzen konnten, um ihre Wirtschaft wieder auf Trab zu bringen (und umgekehrt) wurden der Möglichkeit der einfachen Anpassung an realwirtschaftliche Gegebenheiten beraubt. Diesen Ausgleichmechanismus des Wechselkurses brauchen wir aber letztlich. Für ein starkes Europa hätte es keine gemeinsame Währung gebraucht. Man muss den Euro verändern, sonst endet das Ganze in einer Katastrophe.
Sind Sie Europäer?
Natürlich hoffe ich auf ein friedliches gemeinsames Europa mit souveränen Nationalstaaten. Im Moment ist davon nichts zu erkennen. Eine Gruppe von abgehalfterten Möchtegernpolitikern will zusammen mit der Bank und Industrielobby den gesamten Kontinent diktatorisch regieren, ausbeuten und so ihre Macht auf alle Zeiten hinaus sichern. Das wird sicher nicht funktionieren und könnte in einer veritablen Katastrophe enden. Daher kann die Beantwortung Ihrer Frage nur wie folgt lauten: in erster Linie bin ich Obersteirer, dann Österreicher und natürlich auch Europäer. Aber in keinster Weise fühle ich mich als Bürger eines Europas, so wie die in Brüssel sich das vorstellen.
Danke für das Gespräch.
Zur Person:
Thomas Bachheimer, geboren 1966, war lange als Anleihe- und Derivatehändler tätig. Für das Team Stronach leitete er vor den Wahlen das Euro-Expertenteam. Er ist ehrenamtlicher Präsident des Goldstandard Instituts Europa (siehe hier:http://bit.ly/1m0Ex5T), welches vom Australier Philip Barton 2009 gegründet wurde. Er ist außerdem Redakteur bei der Internetplattform hartgeld.com (hier:http://bit.ly/1oLPMT6).
Quelle: http://www.boerse-express.com/pages/1461109/fullstory?page=all
Die Politik ist im gesamten ein eigenes System wie viele Behörden es schon sind.
Die einen schröpfen dich, die anderen ziehen dich aus.
Und die danach kommen, verkaufen dich.
Alles ganz Christlich!
LikeLike