Europawahl: Wer sind Europas Feinde wirklich?

Gerhard Wisnewski

In der Diskussion um Europa herrscht Begriffsverwirrung. Immer wieder ist die Rede von »Europafeinden« und »Europaskeptikern«. Dabei kritisieren die »Europagegner« natürlich gar nicht Europa, sondern die staatliche Organisation Europas in der Europäischen Union (EU) – also den europäischen Zentralstaat. Nur Medien und Parteien setzen den Kontinent Europa frecherweise mit ihrem künstlichen Konstrukt in Brüssel gleich. So machen sie jeden EU-Kritiker zum »Europafeind«. Dabei ist ja ganz klar, wo die Europafeinde wirklich sitzen, nämlich in Brüssel selber.

 

Mit Begriffen wird Politik gemacht – wir kennen das: »Verschwörungstheoretiker«, »Homophobe«, »Populisten«: Alles Totschlagwaffen der Politisch Korrekten. Und nun also die »Europa-Hasser«: »Wie gefährlich sind die Europa-Hasser?«, plärrte die BildWebsite am 7. Mai 2014 in Riesenlettern. In Großbritannien seien die »Europafeinde stark wie nie«, lamentierte das Handelsblatt (online, 23.5.14). Und die Westdeutsche Allgemeine Zeitung beklagte nach der Europawahl vom 25. Mai 2014 einen »Erdrutschsieg der Europahasser«.

Unversehens kidnappen die EU-Ideologen gleich ganz Europa und erklären die Kritiker der EU zu Feinden des gesamten Kontinents. Nun wollen wir doch mal schön die Kirche im Dorf lassen – nichts könnte falscher sein. In Wirklichkeit sind die angeblichen »Europa-Hasser« dessen beste Freunde.

Ein glitzernder Diamant

Wie das? Ganz einfach: Das Projekt der Europäischen Union ist nicht Vielfalt, sondern Einfalt. Es ist nicht Multikulti, sondern Monokulti. Es ist nicht bunt, sondern grau. Es ist nicht Toleranz, sondern Laissez-Faire. Es ist nicht Heimat, sondern Entwurzelung. Es ist nicht Identität, sondern Entfremdung. Es ist nicht Gleichberechtigung, sondern Gleichmacherei. Die glitzernde Vielfalt Europas und seiner Menschen wird zerstört und in einheitliche Normen gezwungen. Die schillernden Kulturen werden eingeschmolzen und unter ein Regime gestellt. Die EU hat Europa gekidnappt und behauptet, mit dem Kontinent der Kulturen identisch zu sein. Wer gegen die EU sei, der sei gegen Europa.

Dreister geht’s kaum. Dabei ist es genau anders herum: Der wirkliche Feind Europas ist die EU. Dort sitzen die schlimmsten »Europahasser« – nämlich diejenigen, die den glitzernden Diamanten der Nationen stumpf und blind schleifen wollen. Hier in Europa hat sich auf engstem Raum die moderne Zivilisation entwickelt – und die EU wird sie mit ihrer Gängelei und Gleichmacherei wieder abschaffen. Jedes Land war ein Organ des Ganzen. Die Grenzen zwischen den Nationen wegzunehmen ist in Wirklichkeit so, wie die Grenzen zwischen einzelnen menschlichen Organen aufzulösen. Dann stirbt der Mensch. Und nimmt man die Grenzen zwischen den europäischen Nationen weg, stirbt auch Europa – und zwar das erfolgreiche und prosperierende Europa, das wir einmal kannten: also der reale Kontinent und nicht das künstliche Konstrukt der EU.

 

Umzug in die Turnhalle

Die totale Entgrenzung und Vereinheitlichung führt zum Abbau sämtlicher Spannungen, und damit sind nicht militärische, sondern kulturelle Spannungen gemeint. Wo Spannungen beseitigt werden, wird bald gar kein Strom mehr fließen. Das künstliche und kalte Konstrukt EU wird leben, während Europa vor sich hin stirbt. Denn die Faszination Europas lebte von der kulturellen Arbeitsteilung: Der Organisation und Rationalität der Deutschen, der Emotionalität und Vitalität der Italiener, dem Stolz der Franzosen und Spanier, um nur einige mentale Eigenschaften zu nennen.

Schließlich würde ja auch kein Dorf bei allen Häusern die Türen ausbauen – oder haben Sie schon mal ein so irres Dorf gesehen? Bis jetzt sind auch noch in keinem Dorf alle Bewohner in die Turnhalle umgezogen. Und bis jetzt sind auch noch nirgends alle Hauswände eingerissen und durch ein gemeinsames Dach ersetzt worden. Schließlich lebt auch ein Dorf von seinen kleinen Organisationseinheiten, nämlich den Häusern und Familien.

Die Grenzen müssen wieder her

Geschlossene Türen (=Grenzen) bedeuten auch nicht Krieg. Sondern Türen sind genau wie Grenzen nur ein Verkehrsmanagement. Trotzdem kann man sich zum Kaffee besuchen. Oder im Gästezimmer schlafen. Dafür bietet das Haus seinen Bewohnern eine Heimat und eine Identität und seinen Besuchern eine eigene Atmosphäre und Originalität. Dass die Europäische Union ein Friedensprojekt sei, ist nur eine fromme Lüge. Der Einheitsstaat EU ist kein Friedensprojekt, sondern der totale Krieg gegen Europa.

Anders als Stalinismus und Hitlerismus ist die EU-Diktatur bis jetzt allerdings eine »sanfte Diktatur«. Die Macht wurde nicht »ergriffen«, sondern erschlichen. Die Diktatur funktioniert nicht durch physische Repression, sondern durch Einschmeichelung und Überredung, genauer: durch Einseifung, Hinterhalt und Intrige – eben jesuitisch. Denn von Jesuiten und Geheimdiensten wurde die EU ja auch gegründet. Praktisch möglich wurde diese sanfte Diktatur durch die technische Entwicklung und die Allgegenwart hypnotischer Medien, hauptsächlich des Fernsehens.

Starke Bilder, einschmeichelnde Stimmen und lächelnde Gesichter gaukeln guten Willen und Geborgenheit vor, die beide Illusion sind. Guten Willen gibt es bei den globalen Strategen und Strippenziehern der EU nicht, sondern nur den unbedingten Willen – nämlich, Europa zu beherrschen und durch Einschmelzung zu unterwerfen.

Die Lebenslüge der EU

Während die angeblichen »Europafeinde« die (nationale und kulturelle) Organisation des Kontinents wieder herstellen wollen, wird die EU Europa »platt machen«. Entweder durch Desorganisation und Einschmelzung oder durch Krieg. Oder durch beides. Dass die Nationen die Krankheit und die Einheitsnation die Heilung sei, ist schließlich nur die Lebenslüge der EU. Erzählt werden kann sie nur, weil man sich weigert, die wirklichen Ursachen der beiden Weltkriege des 20. Jahrhunderts zu analysieren. Denn das ist, man ahnt es schon: politisch nicht korrekt.

Diese Ursachen bestanden nicht in der nationalen Organisation des Kontinents, sondern in den Intrigen bestimmter imperialer Geostrategen, deren Wirken wir zurzeit wieder beobachten können. Nach dem Ersten und Zweiten Weltkrieg steht nun der Dritte auf ihrem Programm – und dagegen wird auch die EU nichts helfen. Im Gegenteil: Wie das hinterhältige Assoziierungsabkommen mit der Ukraine und der NATO-Putsch in Kiew beweisen, arbeitet die EU bereits kräftig am Dritten Weltkrieg mit.

 

Quelle: http://info.kopp-verlag.de/hintergruende/europa/gerhard-wisnewski/europawahl-wer-sind-europas-feinde-wirklich-.html

 

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