Das Glühbirnenverbot

Über Glühbirnen, Energiesparlampen.

Das Aus nach 130 Jahren für die herkömmliche Glühbirne in Europa ist beschlossen. Am Montag den 8.12.08 einigten sich die EU-Experten in Brüssel, die Glühbirnen aus Gründen des hohen Stromverbrauchs vom Markt zu nehmen.

Stufenweise Abschaffung der Glühbirne

Ab September nächsten Jahres wird der Verkauf stufenweise abgebaut, so dass bis zum 1. September 2012 keine Glühbirnen in den Regalen der Läden zu kaufen geben wird.

– September 2009 wird zunächst der Verkauf aller matten Birnen sowie der von klaren Birnen mit 100 Watt Leistung verboten.

– September 2010 werden dann klare 75-Watt-Birnen, ein Jahr darauf die 60- Watt-Leuchten untersagt.

– September 2012 müssen die 40- und 25-Watt-Birnen vom Markt genommen sein. Der Fahrplan steht fest, Europaparlament und Ministerrat müssen noch zustimmen.

Warum das Glühbirnenverbot?

Der Stromverbrauch bei Leuchtkörpern bei Haushaltslampen soll um mehr als ein Drittel gesenkt werden.
Wenn ein durchschnittlicher Haushalt seine Glühbirnen gegen Energiespalampen eintauscht, kann er damit laut EU im Jahr 50 Euro sparen ? der höhere Kaufpreis schon eingerechnet. Die Verbraucher können erst ein mal zu Hause weiter ihre alten Glühbirnen brennen lassen. Sind diese dann endgültig durchgebrannt, können sie aber nach 2012 nur noch Energiesparlampen kaufen. Dazu gehören auch die LEDs und Halogenlampen. Die sogenannte Energieklasse C allerdings soll ab September 2016 verboten werden.

Australien, der Klimasünder Nummer 2 nach den USA, hat als erste ein Glühbirnenverbot ankündigt, und will somit seinen Treibgasausstoß um 4 Tonnen jährlich verringern. Diese Nachricht schlug natürlich auch in anderen Ländern Wellen und so sieht sich unter anderen die deutsche aber auch die europäische Regierung mit dem Gedanken eines Glühbirnenverbots konfrontiert.

Angesichts der Tatsache, dass man auf ein Atomkraftwerk in Deutschland verzichten könnte, wenn Glühbirnen durch energiesparende Lampen ausgetauscht würden, fragt sich doch der umweltbewusste Bürger, warum so ein Verbot nicht schon auf den Weg gebracht wurde.

Es wurde bisher nicht angedacht, da es außer der Energiesparlampe (Entladungslampe), die trotz geringerem Energieverbrauchs und längerer Lebensdauer die Glühbirne nicht von Markt drängen konnte, bisher keine alternativen Leuchtkörper angeboten wurden und dem Bürger sein geliebtes, warmes Glühbirnenlicht noch nicht zu teuer zu stehen kam .

Dies ist sich im Begriff zu ändern, da durch die der LED- Technik eine ungleich sparsamere und vor Lebensdauer strotzende Lampe beginnt den Markt zu erobern.

Die Glühbirne wird, egal ob sie nun verboten wird, oder ob sie durch die Regeln des Marktes (steigende Strompreise und bestechend niedriger Verbrauch der Alternativen) aus den Häusern, Betrieben, Kneipen und vor allem aus den Regalen in den Läden verschwinden.

Seit 1. September dürfen in der EU keine 60-Watt-Glühbirnen mehr in den Handel gebracht werden. 75 und 100-Watt-Birnen sind schon länger verboten. Der Film „Bulb Fiction“ von Filmemacher Christoph Mayr beleuchtet das umstrittene Glühbirnenverbot.
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Anfang der 1980er-Jahre entwickelte der Berliner Erfinder Dieter Binninger eine Glühbirne mit einer Lebensdauer von 150.000 Stunden. Als er seine Wunder-Glühbirne im Markt einführen will, stößt er auf massiven Widerstand eines (illegalen) Glühbirnen-Kartells, das seit Beginn des 20. Jahrhunderts die Lebensdauer von Glühbirnen künstlich auf 1.000 Stunden begrenzt. Der taz-Redakteur Helmut Höge die ganze Bandbreite der „Glühbirnenverschwörung” aufgearbeitet.

Als Binninger aus den Beständen der Treuhand den DDR-Glühbirnenhersteller „Narva” übernehmen will, wird erst Binnigers Förder Detlef Rohwedder, damals Chef der Treuhand beim Glühbirnenwechsel erschossen, dann stürzt Binniger selbst mit seinem Sportflugzeug aus unbekannten Gründen ab und kommt um.

Der Journalist Helmut Höge entdeckte während seiner Recherche zur „Glühbirnenverschwörung” unter anderem auch eine Pychons-Glühbirne (die „Ewige”), die in der Feuerwehrwache von Livermore, Kalifornien seit 1901 bis heute ununterbrochen brennt, wie auch das verheerende Wirken der International Electrical Association (IEA), wie sich das Glühbirnenkartell jahrzehntelang nannte.

Doch die von Höge aufgedeckten Fakten bieten auch einen Einblick in die illegalen Verstrickungen der Treuhand nach der deutschen „Wiedervereinigung”, die man sehr gut am Beispiel Binningers und der Privatisierung der Firma Narva nachvollziehen kann. Doch diese Glühbirnen-Story ist nicht nur eine der unglaublichsten Enthüllungsgeschichten der Industriegeschichte; sie belegt auch, dass eigentlich für unmöglich gehaltene Produktqualitäten schon lange möglich sind — was angesichts zur Neige gehender Ressourcen spannende Optionen für ein nachhaltiges Wirtschaften in Zukunft.

USA: Glühbirne brennt (fast) ununterbrochen seit über 108(110) Jahren
Im Jahr 1901 wurde in der Feuerwache von Livermore eine Glühbirne angeschaltet, die ihr Licht seit damals mit nur einer kurzen Unterbrechung spendet.

Die mit vier Watt glühende Lampe hatte im vergangenen Juni 110-jährigen Geburtstag und ist die am längsten leuchtende Glühbirne der Welt.

In ihrem langen Leben musste sie ein einziges Mal abgeschaltet werden. Damals, im Jahr 1976, zog die Feuerwehr in ein anderes Gebäude um.

 

Seit 110 Jahren soll eine Glühbirne im US-amerikanischen Livermore bereits brennen. Nun wird eine große Geburtstagsfeier für sie ausgerichtet.

Danke an Goetzvonberlichingen vom Honigmannblog.
 

 

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